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Es herrscht Ärztemangel in Thüringens Kliniken und Arztpraxen. Derzeit fehlen über 300 Ärzte in Krankenhäusern, Haus- und Facharztpraxen. Spürbar wird dies vor allem durch längere Wartezeiten für Patienten.
Um diesen Ärztemangel auszugleichen und zugewanderten Medizinern in Deutschland eine berufliche Perspektive zu eröffnen, führt die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Weimar Anpassungsqualifizierungen für arbeitslose Ärzte aus Nicht-EU-Staaten durch. Den bereits ausgebildeten und erfahrenen Ärzten soll damit der Zugang auf den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht und die soziale Eingliederung erleichtert werden. Dieses Vorhaben wird vom Europäischen Sozialfonds finanziell unterstützt und in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt umgesetzt.
Teilnehmer dieser Maßnahme haben bereits eine Berufsausbildung als Arzt in ihrem Heimatland abgeschlossen. Um auch in Deutschland praktizieren zu können, müssen sie eine Gleichwertigkeitsprüfung vor der Landesärztekammer bestehen. Die Anpassungsqualifizierung dient der Vorbereitung auf diese Prüfung, indem fachliche Kenntnisse festgestellt und erweitert sowie medizinische und umgangssprachliche Deutschkenntnisse vermittelt werden.
In verschiedenen fachspezifischen Seminaren werden die Teilnehmer in Fragen internistischer und chirurgischer Erkrankungen sowie in der Notfall- und Unfallmedizin unterrichtet. Während eines Praktikums in Thüringer Kliniken können sie sich dann mit den deutschen Standards vertraut machen.
Des Weiteren durchlaufen alle Teilnehmer ein integrationsspezifisches Bewerbungs- und Kommunikationstraining, um am Ende der Maßnahme besser in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden zu können.
Gegenwärtig beginnen Gespräche mit möglichen Teilnehmern für eine weitere Anpassungsqualifizierung, die im März 2012 starten soll. Interessenten können sich ab sofort beim Projektleiter melden.
