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Rettung für Haiti

Berlin, 30. August 2011

Vom 15.08. bis 19.08.2011 weilte eine dreiköpfige Delegation des haitianischen Gesundheitsministeriums bei den Johannitern in Deutschland. Unter anderem besuchte sie auch das Bildungsinstitut der Johanniter-Akademie in Berlin-Mitte.

Einige Wochen zuvor reiste der Leiter des Bildungsinstitutes, Marcus Aust, bereits zum wiederholten Male nach Haiti um sich ein Bild vom hiesigen Gesundheitswesen(MSPP) zu machen. Unter anderem eruierte er die Möglichkeiten des Aufbaus eines Rettungsdienstes. In Gesprächen mit Vertretern des Gesundheitsministeriums sowie  der Feuerwehr, Polizei und Mitarbeitern des Katastrophenschutzes wurde schnell klar, dass Haiti ein derartiges System dringend benötigt. Nach dem schweren Erdbeben im Januar 2011 brach die marode Gesundheitsversorgung völlig zusammen. Auch einem Jahr nach der Katastrophe mangelt es an allem. Immer wiederkehrende Choleraausbrüche spiegeln die verheerende Lage der Haitianer wieder. 

Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre ist weit entfernt von einer annähernd bedürfnisorientierten Gesundheitsversorgung, Rettungsdienst ist hier nicht existent. Bei Verkehrsunfällen bleiben die Patienten unversorgt am Straßenrand liegen, lediglich die Polizei kann im Bedarfsfall leichtverletzte Patienten in ein umliegendes Krankenhaus fahren. Die Bevölkerung hilft sich notdürftig selbst. Kranke und Verletzte werden mit Taxi oder mit dem Mofa abtransportiert. Schwangere bringen ihre Kinder in den meisten Fällen unter unhygienischen Verhältnissen in der Häuslichkeit zur Welt. Oft versterben Mütter und Kinder unversorgt im eigenen Haus.

Umso mehr das Bestreben der Johanniter-Akademie, Grundlagen für den Aufbau eines bedarfsadaptierten Rettungsdienstes zu schaffen.  Dabei geht es nicht darum, ein Abbild des Ambulanzsystems nach deutschem Vorbild zu installieren. Vielmehr  bedarf es einer angepassten Ausbildung und einer engen Beratung um längerfristig ein haitianisches Rettungssystem aufzubauen.

„Wir sind sehr beeindruckt vom deutschen Rettungsdienst und von den Leistungspotentialen der Johanniter“ so Dr. Thimothe, Direktor des MSPP.  Der Besuch in Deutschlang geschieht ganz im Zeichen eines Informationsaustauschs. Die Johanniter-Akademie in Berlin ist das zweite Ziel der Delegation. Ausbildung von Rettungsdienstpersonal gehört zu den Kernkompetenzen des Bildungsinstitutes. Hier wird den Haitianern deutlich, die Johanniter haben die Ressourcen und auch den Wunsch dem krisengeschüttelten Land zu helfen.

Weitere Stationen des Aufenthaltes sind u.a. die Rettungswachen der Berliner Johanniter sowie des Regionalverbandes Südbrandenburg in Königs Wusterhausen. Darüber hinaus bekommen sie Einblicke in die Alarmierungskette durch einen Besuch in der Rettungsleitstelle der Berliner Feuerwehr.  Abschließend erkundigte sich Dr.Thimothe mit seinen beiden Kollegen im Gesundheitsministerium über das  deutsche Gesundheitswesen und deren Finanzierung.  

Dr. Thimothe bedankte sich für die freundliche Aufnahme durch die Johanniter und kündigte eine langfristige und enge Zusammenarbeit an. In einem Abschlussgespräch mit dem Bundesvorstand Dr. von Rümker sowie der Fachbereichsleiterin der Johanniter-Auslandshilfe, betonen beide Seiten den Wunsch einer Partnerschaft im Aufbau eines lokalen Rettungsdienstes.

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