Gedanken zu Ostern

Berlin, 27. März 2016

Osterglocken

Das Osterlicht ist der Morgenglanz nicht dieser,
sondern einer neuen Erde.“
Gertrud von le Fort

Unser Leben ist schön. Gerade können wir es wieder erleben. Das Frühlingserwachen belebt erneut die Natur und bringt Freude und Farbe in unser Leben. Unser Leben ist reich an Möglichkeiten, an überraschenden Begegnungen und glücklichen Momenten.
Und doch ist unser Leben endlich. Die Endlichkeit wirft hier und da ihre Schatten in die Lebendigkeit und Buntheit. Hier wird ein Kind geboren, da stirbt ein Mensch. Hier genießt Jemand in vollen Zügen, da ist Jemand auf Hilfe angewiesen und zählt in Sorge seine Tage.

Das macht unser Leben zu etwas Besonderem, dass beide Seiten des Lebens nicht einfach nur so nebeneinander stehen: Glück gehabt oder eben Pech gehabt; Schicksal.
Nein, wir alle wissen um unsere Endlichkeit und sehen die Vitalität nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Geschenk. Aus Dankbarkeit, aus tiefer Humanität oder bewusstem Glauben heraus, sehen und kümmern wir uns um die, denen diese Vitalität eingeschränkt ist. Die Hospizarbeit ist ein erlebbares Zeichen dieses Miteinanders. Hier werden Menschen, die von der Endlichkeit gekennzeichnet sind, nicht allein gelassen, sondern in besonderer Weise umsorgt. Und pflegende Angehörige werden unterstützt.

Zum Osterfest werden wir an unsere Hoffnung erinnert, die über unser Lebensende hinaus reicht. Uns erreichen Strahlen der Morgenröte, die in uns neues Grün erweckt. Mit diesem Licht werden wir auferweckt zu neuem Leben.

 

Ein lebensfrohes Osterfest wünscht Ihnen im Namen der Johanniter
Knuth Fischer
Pfarrer in der Bundesgeschäftsstelle
der Johanniter-Unfall-Hilfe