Haiti: Johanniter senden medizinische Hilfsgüter

Berlin / Frankfurt / Port-au-Prince, 10. November 2016

Zusammen mit sechs anderen Hilfsorganisationen senden die Johanniter am 11. November insgesamt 73 Tonnen dringend benötigte Hilfsgüter in einem gemeinsamen Hilfsflug nach Haiti. Der Transport wird von der Deutsche Bahn Stiftung finanziert. Die medizinischen Hilfsgüter der Johanniter mit einem Umfang von 4,3 Tonnen werden zur Behandlung von Durchfallerkrankungen, wie beispielsweise Cholera, sowie zur medizinischen Grundversorgung der Patienten in den Johanniter-Gesundheitseinrichtungen genutzt.

Mehr zu den Schäden durch Hurrikan Matthew in Haiti erfahren Sie hier.

Gut einen Monat nach dem verheerenden Wirbelsturm „Matthew“ ist die Lage in Haiti weiterhin katastrophal. In den stark betroffenen Gebieten droht eine Hungersnot, zudem breitet sich die Cholera weiterhin sehr schnell aus. Das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten spricht inzwischen von einem „Wettlauf gegen die Zeit“. Haiti ist weiterhin auf die Hilfe der Weltgemeinschaft angewiesen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Mitglied im Kuratorium des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“, begrüßt das Engagement:

„Es ist wichtig und unterstützenswert, wenn wir von Deutschland ein Zeichen der Hoffnung senden und Hilfsorganisationen koordiniert zusammenarbeiten, um den Menschen in Haiti möglichst schnell und unkompliziert helfen zu können.“

Dr. Karl-Friedrich Rausch, Stellvertretender Beiratsvorsitzender Deutsche Bahn Stiftung gGmbH:

„Mit der Deutsche Bahn Stiftung knüpft die DB an eine lange Tradition der Hilfe und Verantwortung an und kann mit Know-how und Ressourcen sehr direkt auch in Krisensituationen vor Ort helfen. Wir werden nicht zuschauen, dass sich die Lage in Haiti weiter verschlimmert und wollen dazu beitragen, die Not zu lindern.“

Daten zum Hilfstransport

Der Hilfstransport umfasst Zelte, Planen, Erste-Hilfe-Sets (Emergency Health-Sets), Hygiene-Kits, Cholera-Kits, Trinkwasserfilter, Wassertabletten, sterile Spritzen und Kinder- und Babykleidung. Damit kann unter anderem die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser sowie die medizinische Versorgung gewährleistet werden. Dies ist besonders wichtig, um Infektionskrankheiten wie die Cholera einzudämmen. Der Wert der Hilfe beträgt zusammen rund 350.000 Euro. Die Verteilung vor Ort übernehmen die im Land tätigen Organisationen mit ihren haitianischen Partnern. Die Güter werden an diesem Freitag, den 11. November, an Bord eines Flugzeugs des Typs MD 11 in die Hauptstadt Port-au-Prince gebracht. Den Flug führt Lufthansa Cargo durch.

Der gemeinsame Hilfsflug wird koordiniert vom Johanniter-Logistikzentrum in Frankfurt. Oliver Pitsch, Regionalvorstand des Johanniter-Verbandes Rhein-Main und Logistikkoordinator von Aktion Deutschland Hilft hat bereits viele Hilfsflüge in Krisenregionen durchgeführt:

„Ich bin stolz, dass ich mit meinen Erfahrungen und Kenntnissen erneut aktiv mithelfen kann, damit die Menschen in Haiti nach der großen Katastrophe und der schwierigen Gesundheitssituation effektive Hilfe erhalten," sagt Oliver Pitsch.

Neben der Beladung der Frachtmaschine, der Erstellung der notwendigen Papiere und Packlisten sorgen die Johanniter vor Ort für eine reibungslose Abwicklung, so dass die Hilfsgüter schnell aus dem Zoll und zu den Betroffenen gelangen. Oliver Pitsch wird den Hilfsflug nach Haiti begleiten.

Hintergrund

Laut Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind aktuell 2,1 Millionen Haitianer von den Auswirkungen von Hurrikan „Matthew“ betroffen – ein Fünftel der Bevölkerung. 1,4 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe und mehr als 800.000 Menschen benötigen dringend Nahrungsmittel.

„Insbesondere sind ländliche Regionen von den Auswirkungen betroffen, die schon vor dem Hurrikan schwer zugänglich waren, was die Hilfsarbeiten zusätzlich erschwert“, sagt Dr. Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe.   

Die Johanniter sind seit dem Erdbeben 2010 in Haiti aktiv und haben unter anderem bereits fünf Gesundheitsstationen gebaut, ausgestattet und finanziell unterstützt. Johanniter-Mitarbeiterin Nicole Bergmann ist derzeit in Haiti, um die Übergabe der Hilfsgüter zu organisieren. Im Online-Tagebuch berichtet sie über ihre Erlebnisse vor Ort.

 

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Nicole Bergmann für uns vor Ort. Im Online-Tagebuch berichtet sie über ihre Erlebnisse in Haiti.

Hinweis an Redaktionen

  • Oliver Pitsch, Leiter Johanniter-Logistikzentrum, steht vor dem Abflug des Hilfsfluges sowie nach der Ankunft in Haiti für Interviews zur Verfügung
  • Nicole Bergmann, Projektkoordinatorin Haiti, befindet sich derzeit in Haiti und steht ebenfalls für Interviews zur Verfügung.
  • Für Interviewfragen wenden Sie sich bitte an: Sandra Lorenz, Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe Tel.: 030 26997-356 / E-Mail: sandra.lorenz@johanniter.de