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Die Stunden der Dämmerung am frühen Morgen und Abend bergen für Verkehrsteilnehmer vielerlei Gefahren. Im Herbst und Winter steigt deshalb das Unfallrisiko. Innerstädtisch übersehen Autofahrer bei den schlechten Lichtverhältnissen allzu leicht Radfahrer und Fußgänger. Auf den Landstraßen drohen Kollisionen mit kreuzendem Wild. Die Johanniter geben Tipps für mehr Sicherheit.
In den „blauen Stunden“ herrschen nicht nur schlechte Lichtverhältnisse, sie fallen in der kalten Jahreszeit auch genau mit den Hauptverkehrszeiten zusammen. Reger Berufsverkehr trifft auf viele Kinder und Jugendliche, die mit dem Rad oder zu Fuß auf dem Weg zur Schule sind. Wie Untersuchungen gezeigt haben, fährt ein großer Teil der Radfahrer dabei ohne Licht und ohne die für das Rad vorgeschriebenen Reflektoren in den Speichen und an den Pedalen. Radfahrer wie Fußgänger tragen außerdem zumeist dunkle und unscheinbare Kleidung. Beides zusammen ergibt ein Horrorszenario für die Autofahrer, die im Halbdunkel auftauchende Schemen oft erst in letzter Sekunde als Radfahrer oder Fußgänger identifizieren.
Licht und helle Kleidung schützen am Besten
Dabei könnten viele Gefahrensituationen von vorne herein vermieden werden. Eine moderne Lichtanlage, die bei Beginn der Dämmerung eingeschaltet wird, die vorgeschriebenen Reflektoren und gut funktionierende Bremsen, machen Radfahrer im Wortsinne verkehrssicherer. Kombiniert mit heller Kleidung werden Radler und Fußgänger für die Autofahrer deutlich sichtbar. Gerade bei Schnee empfehlen die Johanniter den Einsatz von akkubetriebenen Fahrradbeleuchtungen oder Nabendynamos, da diese ein kontinuierliches Licht abgeben und beim Fahren nicht wie andere Dynamos durchdrehen oder blockieren. So erkennen Autofahrer Radfahrer mit dunkler Kleidung nur auf 25 Meter Entfernung, mit heller dagegen schon auf 90 Meter. Reflektoren an der Kleidung vergrößern diese Distanz sogar noch auf bis zu 150 Meter. Für die Autofahrer heißt es in jedem Falle aufmerksam zu sein, jederzeit bremsbereit und, sobald Kindern in der Nähe sind, mit dem Fuß vom Gas zu gehen.
Vorsicht Wildwechsel!
Ganz andere Gefahrensituationen drohen Autofahrern auf der Landstraße. Denn die Dämmerung ist die Zeit, in der die Wildtiere hungrig werden und auf Nahrungssuche über die Straße preschen. Zu schweren Kollisionen kommt es dabei häufiger, als man denkt. 2010 starben auf deutschen Straßen fast 240.000 Wildtiere. Die schwersten Folgen haben Unfälle mit Reh-, Rot- und Schwarzwild. Besonders aufpassen sollten Autofahrer, wenn sie auf einer Landstraße fahren, bei der sich auf der einen Seite Wald befindet und auf der anderen Felder.
Und welche Verhaltensregeln gelten in solch wildreichen Gebieten?
Warnschilder beachten, Tempo reduzieren, Kurven vorsichtig anfahren und die Straßenränder nie aus dem Auge lassen. Wer diese Regeln befolgt, reduziert das Risiko von Wildunfällen. Steht plötzlich tatsächlich ein Reh oder ein Wildschwein auf der Fahrbahn, dann heißt es: bremsen, ruckartige Ausweichmanöver vermeiden, das Licht abblenden und kräftig hupen. Denn die Tiere reagieren schreckhaft und springen von der Straße, wenn sie nicht geblendet werden.
Mit ein paar Regeln lassen sich also die Gefahren, die in der Dämmerung lauern, deutlich einschränken. Na, dann: Gute Fahrt!
