Weltflüchtlingstag

Berlin, 15. Juni 2016

Gemeinsam für ein friedliches Miteinander

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni machen sich die Johanniter stark für die Integration der nach Deutschland geflüchteten Menschen. „Integration ist eine langfristige Aufgabe. Auf jeden einzelnen kommt es an", sagt Dr. Arnold vom Rümker, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Wir erleben in unserer täglichen Arbeit mit den Flüchtlingen, dass es die persönlichen Kontakte sind, welche die Integration fördern. Wir möchten diesen Tag deshalb auch nutzen, um unseren vielen Ehrenamtlichen, die sich seit Monaten auf vielfältige Weise engagieren, 'Danke' zu sagen." Die täglichen Kontakte zwischen den Flüchtlingen und den Menschen vor Ort helfen zudem, Berührungsängste abzubauen, ein gegenseitiges Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen und ein friedvolles Miteinander zu fördern.

Nachdem die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in diesem Jahr erheblich gesunken ist, konzentrieren sich die Johanniter in Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen nun verstärkt auf die Integration der Menschen. Dazu gehört es, den Geflüchteten Beratung, sinnvolle Beschäftigung, Bildung und Begegnungen mit Menschen in ihrer Umgebung zu vermitteln.

„Zentrale Werte unserer Arbeit sind Toleranz und gegenseitiger Respekt. Das möchten wir an diesem Tag zeigen", so von Rümker. Mit vielen verschiedenen Aktionen überall in Deutschland begehen die Johanniter den Weltflüchtlingstag. In Wegberg in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel veranstalteten die Johanniter einen Kindertag mit vielen Sportangeboten. In Lübeck feiern die Johanniter zusammen mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien und Schülern das Richtfest eines Bauwagens – hier werden sie in Zukunft gemeinsam spielen. „Vielen Dank“, sagen die Johanniter in Berlin: Die Mitarbeiter der Firma Citrix nutzen den Weltflüchtlingstag, um 500 Hygiene-Pakete für Geflüchtete zu packen.


Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 am 20. Juni begangen wird. Er ist allen Flüchtlingen und Asylsuchenden auf der ganzen Welt gewidmet und würdigt ihre Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Johanniter engagieren sich in vielfältiger Weise in der Hilfe für Flüchtlinge in Deutschland. Sie betreiben mehr als 120 Flüchtlingseinrichtungen mit rund 40.000 Plätzen, darunter zahlreiche Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte. Über die Unterbringung hinaus leisten die Johanniter medizinische, soziale, pädagogische und psychosoziale Betreuung und Beratung und unterstützen die neu Ankommenden bei ihren ersten Schritten zur Integration.
Auch in den Krisenregionen selbst sind die Johanniter aktiv. So hat die Johanniter-Auslandshilfe im vergangenen Jahr mehr als 400 000 Flüchtlinge und intern Vertriebene, zum Beispiel in Afghanistan, der Demokratische Republik Kongo und in Jordanien, mit lebensnotwendigen Hilfsgütern wie Nahrungsmitteln, Hygienesets, Decken, Matratzen und Bargeld unterstützt. Neben der kurzfristigen Nothilfe unterstützen die Johanniter die Geflohenen bei der Integration in die neue Gesellschaft und leisten medizinische sowie psychosoziale Hilfe.


Was sind das für Menschen, denen die Johanniter nach ihrer Flucht zur Seite stehen? Im Portrait erzählen einige von ihren Erlebnissen, ihren Wünschen und Träumen für die Zukunft.

Abdulrahman, 28 Jahre aus Syrien. Lebt mit seiner Familien in Berlin

Wir haben jetzt 5 Jahre Krieg. Wir haben alles miterlebt, den Anfang der Revolution ab 2011 und die ersten 6 Monate der friedlichen Demonstrationen. Doch dann änderte sich die Lage. Zuerst wurden die Männer aus den Familien gezogen, verhaftet. Dann kamen sie erneut und haben die Häuser und die dort lebenden Menschen ausgeraubt. Später dann kamen die Raketen, zuerst wenige, dann immer mehr. Jetzt wird mit schweren Waffen gekämpft, Fassbomben werden abgeworfen. Keiner kann mehr das Haus verlassen, ohne Angst haben zu müssen, aus dem Hinterhalt erschossen zu werden.

Ich wünsche mir für die Zukunft

Wir freuen uns, in Deutschland gut aufgenommen zu sein und möchten schnell Deutsch lernen und uns integrieren. Wir möchten schnell eine Arbeit finden, selbst Geld verdienen und unsere Familie selbst ernähren. Das ist auch unser Selbstverständnis. Wir sind dankbar für die großzügige Hilfe hier in Deutschland, aber wir möchten schnell auf eigenen Füßen stehen.