Jahresbericht

Wir freuen uns sehr, Ihnen in unserem Jahresbericht 2016 Einblicke in die Arbeit der Johanniter GmbH zu geben. Der aktuelle Jahresbericht steht Ihnen hier zum Download als PDF zur Verfügung. 

Entwicklungen 2016

Umsatz und Ergebnis

Wir sind gut aufgestellt, um die großen Herausforderungen in Medizin, Pflege und Therapie zu meistern. Durch stabile Umsatzsteigerungen können wir freie Mittel für benötigte Investitionen in unseren Einrichtungen erarbeiten. Besonders erfolgreich waren im Jahr 2016 die Restrukturierungsmaßnahmen in den Kliniken in Gronau und Rheinhausen.

Der Zuspruch der Bevölkerung für unsere Leistungen und Angebote spiegelt sich auch in den Kennzahlen Umsatz und Ergebnis wider. Wir konnten unseren Umsatz um nahezu sechs Prozent steigern und das Ergebnis um rund 21 Prozent erhöhen.

Im Jahr 2016 lag der Umsatz insgesamt bei 781 Mio. €. Die Krankenhäuser hatten daran einen Anteil von 403 Mio. €, die Fach- und Rehabilitationskliniken von 55 Mio. €, die Seniorenhäuser von 315 Mio. € und die zentralen Dienstleister von 8 Mio. €.

Das Ergebnis für 2016 belief sich auf mehr als 22 Mio. €, davon entfielen auf die Krankenhäuser knapp 12 Mio. €, die Fach- und Rehabilitationskliniken rund 3 Mio. €, die Seniorenhäuser mehr 7 Mio. € und die Dienstleister rund 200.000 €.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wesentlicher Schlüssel, um langfristig innovativ und zukunftsfähig bleiben zu können. Auf Qualifikation und Weiterentwicklung legen wir besonderes Gewicht. So haben wir zum Beispiel weitere Fachkräfte in geriatrischer Palliativpflege ausgebildet, so dass alle stationären Senioreneinrichtungen auch in diesem Bereich sehr gut aufgestellt sind; die Seniorenhäuser arbeiten zugleich eng mit örtlichen Hospizdiensten zusammen.

Als große Herausforderung und Aufgabe sehen wir die Gesunderhaltung der bei uns arbeitenden Menschen an, gleich ob sie haupt- oder ehrenamtlich tätig sind. Sozial und Gesundheitsberufe sind überproportional von Burn-out betroffen, sodass wir ein umfassendes Programm zur Prophylaxe anbieten und unsere Führungskräfte gezielt durch Resilienz-Training befähigen, sorgsam mit sich selbst und ihren Mitarbeitenden umzugehen. Diese Bildungsangebote tragen wesentlich zu beruflicher Identität und zu einem Selbstverständnis mit Qualitätsanspruch, Werteorientierung und der Fähigkeit zur kritischen Reflexion bei. Große Resonanz bei den Mitarbeitenden fand ebenso das Seminar "Ü50 - Älterwerden im Beruf". Es zeigte, dass der Bedarf, hier Hilfestellungen anzubieten, groß ist.

Die Kliniken wie die Seniorenhäuser haben auf zahlreichen Messen und Veranstaltungen um künftige Mitarbeitende geworben. Die Johanniter Seniorenhäuser starteten im Jahr 2016 bundesweit die öffentlichkeitswirksame Fachkräftekampagne "Erfahrung braucht Pflege". Mit diversen Aktionen erreichten Führungskräfte und Mitarbeitende gemeinsam viele Menschen und trugen zur Wertschätzung des Pflegeberufes bei. Die Kampagne richtet sich nicht nur an Fachkräfte, sondern ebenso an Auszubildende, Neu- und Quereinsteiger; sie wird 2017 fortgesetzt.

Die Johanniter GmbH nimmt ihre soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten ernst. Der Verbund hat sich deshalb im Bereich der Altersversorgung neu aufgestellt. Die Mitarbeitenden haben zusätzlich im Rahmen des "Johanniter Vorsorgeplans" die Möglichkeit, gemäß ihren individuellen Anforderungen und Wünschen für das Alter vorzusorgen.

Insgesamt waren 2016 im stationären Johanniter-Verbund mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, davon knapp 4.700 in den Krankenhäusern, nahezu 800 in den Fach- und Rehabilitationskliniken, rund 6.500 in den Seniorenhäusern und über 2.000 in den zentralen Dienstleistungsgesellschaften.

IT und Digitalisierung

Die Johanniter Competence Center GmbH (JCC) ist für die bedarfsgerechte Entwicklung der Informationstechnologie in enger Kooperation mit den Einrichtungen des stationären Johanniter-Verbundes zuständig. Dabei gilt es, sich auf die wachsenden Anforderungen einer digitalisierten Patienten- und Bewohnerumgebung einzustellen. Die relevanten Entscheidungen wurden bereits getroffen und die entsprechenden Plattformen für die digitale Zukunft aller Johanniter-Einrichtungen werden umgesetzt.

Durch die 2016 erfolgreich abgeschlossenen Migrationen lokal ausgerichteter IT-Strukturen des Johanniter-Zentrums für Kinder und Jugendpsychiatrie Neuwied und des Evangelischen Krankenhauses Bethesda Mönchengladbach in die zentrale Betriebsverantwortung der JCC konnte ein wichtiger Meilenstein für einen zukunftssicheren und zeitgemäßen Betrieb erreicht werden. Bei den Johanniter Seniorenhäusern wurde - unter Beteiligung der JCC - eine Harmonisierung der dort eingesetzten Fachapplikationen in den Bereichen Bewohnerverwaltung, Dienstplanung und Pflegedokumentation initiiert; das trägt zur Entbürokratisierung bei. Zugleich wurde ein bundesweites "Pflegecontrolling" eingeführt.

Exzellente Medizin

Die Johanniter sind in ihren Kliniken medizinisch gut aufgestellt. Das zeigen nicht zuletzt die zahlreichen Zertifikate und Auszeichnungen. Besonders öffentlichkeitswirksam waren die Rankings für Ärzte und Kliniken des Magazins "FOCUS Gesundheit".

Zu den Ausgezeichneten 2016 gehört die Klinik am Korso in Bad Oeynhausen. Sie ist die einzige Einrichtung in Deutschland, die sich ausschließlich auf die psychosomatische Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen mit Essstörungen spezialisiert hat. Die Fachklinik erhielt im Indikationsbereich "Psyche" das Siegel "TOP RehaKlinik 2017". Der Chefarzt der Johanniter-Klinik, Prof. Dr. Thomas J. Huber, wurde bereits zuvor mehrfach mit dem Siegel "TOP Mediziner" ausgezeichnet. Die nunmehr erfolgte Anerkennung als "TOP Reha-Klinik" bestätigt die hervorragende Arbeit des gesamten Hauses.

Auch Prof. Dr. Ulrike Nitz, Chefärztin der Abteilung Senologie am Evangelischen Krankenhaus Bethesda Mönchengladbach und Leiterin des Brustzentrums Niederrhein, ist im Jahr 2016 erneut unter den TOP-Medizinern aufgeführt. Die Professorin ist mit ihrem Zentrum in Europa führend im Bereich der Personalisierten Medizin.

Prof. Dr. Yon-Dschun Ko und Prof. Dr. Andreas Türler vom Johanniter-Krankenhaus in Bonn gehören ebenso zu Deutschlands führenden Medizinern. Prof. Ko ist Ärztlicher Dirketor, Chefarzt der Abteilung für Internistische Onkologie und Experte im Bereich Leukämie, Lymphome und Metastasen. Er leitet das Onkologische Zentrum Bonn/Rhein Sieg & Partner, einen klinik- und praxisübergreifenden Zusammenschluss von Krebsspezialisten. Prof. Türler ist Chefarzt für Allgemeine und Viszeralchirurgie.

Innovativ für die uns anvertrauten Menschen

Innovationen sind dazu da, die Lebensqualität der uns anvertrauten Menschen zu verbessern, manche sind groß, manche klein, doch können sie viel bewirken. Das Johanniter-Haus Heilbronn ist dafür eines von zahlreichen Beispielen bei den Johannitern. Für das Projekt "Betreuung mal anders... Technik unterstützt Integration" erhielt die Einrichtung 2016 in Berlin einen Zukunftspreis des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Thematisiert wurden dabei die älter werdenden Migrationsgenerationen, die häufig "sprachlos" sind, weil es nur deutschsprachige Betreuungs- und Beschäftigungsangebote gibt. Doch je älter und hilfebedürftiger diese Menschen werden, desto häufiger kommunizieren sie in ihrer Muttersprache. Mit Tablets, auf denen Informationen über die Herkunftsländer, kulturspezifische Beschäftigungsangebote und Alltagsinformationen programmiert sind, hat das Heilbronner Team technik-basierte Lösungen gefunden. Solche Tablets sind seit 2016 in vielen Johanniter Seniorenhäusern im Einsatz.

Bei den Johanniter-Innovationstagen im Jahr 2016 in Leipzig sind die Johanniter Seniorenhäuser Am Rosenstein in Böbingen, Essingen, Heubach und Mögglingen (Baden-Württemberg) in der Kategorie "Betreuung und Pflege" für ihr Projekt "Wir sind Kneipp!" mit einem Förderpreis ausgezeichnet worden. Das ganzheitliche Kneipp-Gesundheitskonzept wurde an die stationäre Altenpflege angepasst und wird erfolgreich und begeistert von Bewohnern wie Mitarbeitenden in den Bereichen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung praktiziert.Ebenfalls in der Kategorie "Betreuung und Pflege" wurde bei den Innovationstagen das Johanniterhaus Dannenberg in Niedersachsen für das Projekt "Elementares Musizieren mit Senioren" prämiert. Beim elementaren Musizieren wird im Fünftonraum gespielt, also mit den Tönen C, D, E, G und A. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter schrieb dazu für die Senioren rund 100 neue, auf die Lebenswelt der zu Pflegenden bezogene Lieder, die die Bewohner mit Gongs, Drehpauken, Xylophonen, dem Cajón und weiteren Instrumenten gut begleiten und zugleich singen können.

Regionale Versorgungsstrategien

Die Leitfrage "Gut aufgestellt? Regionale Versorgungsstrategien" war Thema der internen Veranstaltung "Innovationstage 2016", zu der mehr als 100 Führungskräfte und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Johanniter-Einrichtungen sowie erstklassige externe Referenten miteinander diskutierten. Als ein wichtiges Ergebnis kristallisierten sich einmal mehr die Möglichkeiten einer die Johanniter-Werke übergreifenden Angebotspalette heraus.

Wichtiges Ziel ist es dabei, die bestehenden Angebote noch besser zu vernetzen, so dass die Menschen bei uns Hilfe "aus einer Hand" erhalten können. Wesentliches Element der zukunftsorientierten Ausrichtung der Johanniter GmbH ist es, neue Versorgungsformen und weitere bedarfsorientierte Angebote zu etablieren. In einigen Bereichen konnten sie in das Leistungsportfolio der Johanniter mit aufgenommen bzw. die bestehenden Angebote gestärkt werden. So eröffnete das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen zum 1. Mai 2016 eine eigenständige Fachabteilung Psychosomatik. Damit stehen 18 vollstationäre und zwölf tagesklinische Behandlungsplätze für psychosomatische Behandlungsangebote bereit.

2016 in Bildern

Was uns wichtig ist

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei uns Hand in Hand, um die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner zu erhalten bzw. zu verbessern. 

Lesen Sie in den folgenden fünf Kapiteln, wie wir uns auch 2016 wieder in den Bereichen Lebensqualität, Herz und Verstand, Wertschätzung, Menschlichkeit und Verantwortung auszeichnen.

Prof. Dr. Andreas H. Jacobs

Lebensqualität ist oberstes Ziel

Am Johanniter-Krankenhaus in Bonn kümmert sich das multi-professionelle Team um Chefarzt Prof. Dr. Andreas H. Jacobs um die geriatrischen Patienten und die Weiterentwicklung der Altersmedizin. „Bei uns geht es nicht in erster Linie um die Krankheit, uns geht es vor allem darum, die uns anvertrauten Menschen zu befähigen, wieder selbstständig zu Hause zu leben. Durch Training und Prävention wollen wir erreichen, dass die Alltagsfunktionen erhalten bleiben und unser Patient eine weitere Zeit gut zurechtkommt.“ Lesen Sie mehr

Elke Tafel

Mit Herz und Verstand

Lebt ein Mensch mit Demenz in einem Pflegewohnheim, haben die Pflegefachkräfte Zeit, sich auf ihn einzustellen: Er verbringt hier einen längeren Zeitraum, manchmal viele Jahre. Ganz anders ist die Situation, wenn Menschen mit Demenz im Krankenhaus behandelt werden. Das Johanniter-Krankenhaus im niedersächsischen Gronau geht besonders auf diese Patientinnen und Patienten ein. Lesen Sie mehr

Sibylle Lehmann

Wertschätzung vermitteln

Die Johanniter-Seniorenhäuser starteten 2016 die bundesweite Fachkräftekampagne „Erfahrung braucht Pflege“. Mit vielen Aktionen und Veranstaltungen thematisierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Wertschätzung für den Pflegeberuf. Das große Engagement führte zum Erfolg: „Die zahlreich eingegangenen Bewerbungen und die daraus erfolgten Einstellungen bestätigen uns, für Fachkräfte ein attraktiver Arbeitgeber zu sein“, resümiert Geschäftsführerin Ruth Moser-Weikert. Lesen Sie mehr

Ruth-Ingrid Schnibbe

Gemeinsam für Menschlichkeit

Im Johanniterhaus Bremen engagieren sich 70 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. „Wir freuen uns, hier miteinander zu arbeiten und den Bewohnern den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten. Nach getaner ‚Arbeit‘ sitzen wir noch gerne einige Augenblicke gemütlich beisammen. Manche Schicksale gehen besonders nahe – da ist es gut, mit anderen Helfern sprechen zu können“, sagt Hanna Bahrs, Mitglied im Helferteam. Lesen Sie mehr

PD Dr. Panagiotis Theodorou

Verantwortung wahrnehmen

Die meisten Menschen verbinden mit der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie korrigierte Nasen, aufgespritzte Lippen oder eine Bauchdeckenstraffung. Die vielen anderen Schwerpunkte wie die Behandlung von Verbrennungsfolgen, die rekonstruktive und Dekubitus-Chirurgie oder die Versorgung diabetischer Füße werden mit diesem Fachbereich der Medizin oft nicht in Verbindung gebracht. Dabei zählen sie zu den Hauptaufgaben von PD Dr. Panagiotis Theodorou, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach. Lesen Sie mehr

Ihr Ansprechpartner Regina Villavicencio

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