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JHG fördert Sinneswahrnehmung

Bild: JHG-Vorsitzende R. v. Foerster-Kamlah (2.v.l.) übergab dem Johanniter- stift den neuen „Snoezele“-Wagen.

GROSSEN-BUSECK. Mit Hilfe eines neuen „Snoezele“-Wagens können sich die Bewohner des Johanniter-Stiftes seit Anfang Mai entspannen. Den gespendeten Wagen im Wert von über 2000 Euro übergab die Johanniter-Hilfsgemeinschaft (JHG) am Freitag offiziell dem Stift.

Entspannung bietet der Wagen vor allem solchen Heimbewohnern, die nicht mehr in der Lage sind oder denen es große Anstrenung bereitet, mehrere Sinneseindrücke gleichzeitig zu verarbeiten. Anders als für vollkommen gesunde Menschen ist es für solche Patienten nicht unbedingt entspannend, auf einer Wiese zu liegen und dabei das Gras zu riechen, den Wind auf der Haut zu spüren und die Geräusche der Vögel zu hören. „Für den Bewohner wäre das vielleicht Streß“, erläutete Heimleiter Michael Sommerlad.

Mit Hilfe des nun angeschafften Gerätes können die Sinneseindrücke einer für gesunde Menschen entspannenden Situation – beispielsweise der Grasgeruch vom Liegen auf der Wiese – einzeln nachgeahmt werden. Dazu verfügt der Wagen über eine Musik- und Tonanlage, einen Geruchszerstäuber, einen Projektor und eine farbig beleuchtbare Wassersäule. Die vereinzelten Eindrücke sind – im Gegensatz zur ganzen Situation – nicht „zu viel“ für die Bewohner, sodass auch sie sich nun entspannen können. Sylvia Schäfer, Leiterin des Sozialen Dienstes im Stift, kann diese Wirkung bestätigen: „Es kommt sehr gut an“.

Durch die neue Möglichkeit der Entspannung könne das „Snoezelen“ – ein Kunstwort aus den Holländischen Begriffen für Schüffeln und Dösen – auch zu einer Therapieform werden, da sich entspannte Bewohner eher öffnen könnten und man so einen Zugang zum Menschen bekomme, so Sommerlad. Ein weiterer Vorteil des „Snoezele“-Konzepts liege darin, dass der Medikamentenverbrauch durch die Maßnahme merklich absinke, wie wissenschaftliche Studien aus Holland zeigten. Zudem sorge die Entspannung mittels „Snoezelen“ insgesamt für eine entspanntere Atmosphäre im Haus.

Überzeugen ließ sich Sommerlad von dem Konzept, als er vor rund zehn Jahren zu Besuch in einem Heim in den Niederlanden war, das komplett auf das „Snoezele“-Konzept ausgerichtet gewesen sei und in dem „einfach eine geniale Atmosphäre“ geherrscht habe. Da der nun angeschaffte Wagen aber keinesfalls aus dem normalen Budget finanzierbar gewesen wäre, ist Sommerlad „extrem dankbar“ für die Spende seitens der Johanniter-Hilfsgemeinschaft (JHG). Stellvertretend übergab JHG-Vorsitzende Ruth von Foerster-Kamlah den Wagen, der mit Hilfe eines Benefizkonzertes vom Vorjahr finanziert worden war.

(c) Gießener Anzeiger, dis

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