nach-gedacht

Impuls zum 2. Advent

Foto: Vivian Weber

"Es sind viele Glieder, aber der Leib ist einer" (1. Korinther 12.20)

So fing es an: Jesus gibt, was er hat. Seinen Glauben, seine Liebe, seine Hoffnung, sein ganzes Leben. Und er findet Menschen, die sich auch heute einladen lassen, den Stil seines Lebens zu leben. Sie hören: komm! Und sie kommen und erleben, dass sie nicht mehr alleine sind. Sie schauen sich um und stellen fest, dass da noch viele sind, sehr Unterschiedliche: helle Köpfe und finstere Gesellen, Lebenshungrige und Lebensmüde, Insichgekehrte und Strahlemänner, gewitzte Kerle und Sauertöpfe, Alte und Junge, Frauen und Männer. Sie alle haben sich einladen lassen. Sie alle gehören dazu. Wir auch!

So ist es, wenn wir z. B. das Abendmahl feiern. Wer gemeinsam isst und trinkt, der kann auch mit den anderen lachen und weinen. Indem wir essen, was Christus uns anbietet, werden wir das, was wir essen: sein Leib. Und so bleibt der, der uns einlädt, mitten unter uns lebendig. Wir sind das, was wir von ihm empfangen haben: sein Leib. Keiner darf fehlen, keiner darf draußen bleiben, keiner abgewiesen werden. Nur zusammen sind wir, was Christus uns gibt: ein Leib, sein Leib.

Jeder Einzelne ist ein Teil davon. Unsere Sympathien schwanken. Unsere vernünftigen Gründe für ein gemeinschaftliches Leben werden ausgehen, weil sich jeder Vorrat an zwischenmenschlicher Gemeinschaft eines Tages erschöpft. Unsere Antipathien und Vorurteile, unser Können und unser Fehlen und nicht zuletzt unser Eigensinn und unsere Eitelkeiten - sagen wir's ruhig: unsere Sünde wird uns immer wieder trennen.

Aber wir gehören zusammen als Christen, als Johanniterschwestern, als Ordensmitglieder. Wenn Christus einlädt, dann entsteht Gemeinschaft, aus vielen Gliedern ein Leib.

Als Gäste an Jesu Tisch - das ist das Bild für die "Gemeinschaft der Heiligen", die der Vergebung der Sünden bedarf, so wie wir es im Glaubenskenntnis ausdrücken- erfahren wir: das Leben muss nicht bleiben, was es eben ist. Mein Leben kann anders werden. Ich kann anders werden. Ja, vielmehr noch: als Glied des einen Leibes bin ich anders geworden. Ich bin nicht nur der eitle Pfau, der sein Gefieder spreizt und seine Vorzüge vor den anderen darstellt. Ich bin ein Teil der Gemeinschaft, jeder an seinem Platz. Und nur zusammen sind wir, was wir sind: Leib Christi.

Fördermitglied Soeur Ute Hampel

Impuls zum Monat Dezember und zum 1. Advent

Foto: Vivian Weber

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, wird uns besuchen, das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukas LK 1, 78-79 (L)

Menschen für uns da sein lassen.

Wir brauchen Zuwendung, wir brauchen Menschen, die uns Rückhalt geben.

Viele von uns haben gelernt Rückhalt und Zuwendung zu entbehren, dass sie dieses Bedürfnis gar nicht wahrnehmen. Wir sollten lernen uns nicht daran zu hindern, dass auszudrücken, was wir wünschen und brauchen.

Wir bemühen uns nicht darum unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Vielleicht befinden wir uns in Kontakten zu Menschen, die nicht imstande oder nicht bereit sind, zu reagieren. Vielleicht warten die Menschen in unserer Umgebung darauf und wären sogar froh, von uns angetippt zu werden, um dann zu reagieren.

Wenn wir um Hilfe bitten und unsere Wünsche äußern, so besteht die Möglichkeit, dass der andere Mensch merkt, er wird gebraucht. Vertrauen wird aufgebaut und die eigenen Ängste abgelegt.

So als ob ein Licht aufgeht, wenn Zuwendung und Rückhalt auf beiden Seiten unmissverständlich erkennbar wird. Möglicherweise müssen wir auch lernen, einen Tag nach dem anderen, glücklich und zufrieden zu sein, um die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes zu spüren.

Johanniterschwester Gabriele Beyer-Bauer

Impuls zur Jahreslosung 2017

Alles neu? Wo gibt’s denn so was? Ein neues Jahr, ein neues Herz, ein neuer Geist.. Was für eine Verheißung!! Über die Gemeinde der Christenheit sagt Dietrich Bonhoeffer: „Sie glaubt seinem Wort und wartet auf seine Verheißung. Im Glauben ist sie der Sendung des Heiligen Geistes gewiß.“

Wir freuen uns über neue Dinge, über neue Menschen und neue Perspektiven. Jedes Jahr fassen wir uns gute Vorsätze und beginnen erneut, Gott und seine Verheißung zu suchen und sie umzusetzen. Wie wäre es, das neue Jahr mit dem unbedingten Vertrauen zu beginnen, dass Gott uns wirklich etwas Neues schenkt. Dies wäre doch die ultimative Herausforderung – ganz zu vertrauen ohne „Hintertüre“ und ohne Angst, dass etwas schiefgehen könnte.

„Neu“ ist nicht nur das Gegenteil von „alt“ – es bedeutet auch die Abkehr von Gewohntem, etwas Unverbrauchtes zu nutzen, zu probieren. Das Geschenk eines neuen Geistes und eines neuen Herzens bedeutet aber Mut zu haben – und mit Gottes Hilfe können wir dieses Geschenk auch annehmen und uns darüber freuen.

Wozu wären ein neues Herz und ein neuer Geist in Christus wohl imstande? Dies herauszufinden und erNEUt ins junge Jahr zu gehen wird unsere Aufgabe sein – und unsere Freude.

Johanniterschwester Elisabeth Kühnelt-Leddihn

"nach-gedacht" – wie alles begann

„…ich erlebe die Schwesternschaft als eine Gemeinschaft, die den Auftrag annimmt, Gottes Wort in die Welt zu tragen und mit Leben zu füllen!“ mit diesem Satz schließt meine diesjährige Advent-Andacht für die Johanniterschwestern, Fördermitglieder und Gäste der Johanniter-Schwesternschaft e.V. der Regionen Bonn, Rhein-Sieg und Köln, Düsseldorf, Ruhr.

Das ist kein Satz für eine schöne Feierstunde! In den vielfältigen Begegnungen auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen dieser Schwesternschaft, auf Fort- und Weiterbildungen, auf Sommerfesten und Adventfeiern und nicht zuletzt auf den Schwesterntagen in Nieder-Weisel habe ich genau das immer wieder wahrgenommen. So ist auch die Idee zu dieser Seite bei einem Gedankenaustausch auf dem letzten Schwesterntag entstanden: Gottes Wort als Kraftquelle für den Alltag, gleichviel ob am Arbeitsplatz in einem Krankenhaus, einer Pflegeeinrichtung, einer Sozialstation oder daheim! Herausgekommen ist dabei „nach-gedacht", Impuls für die neue Woche (den neuen Monat).

Für Advent und die Passions- und Osterzeitzeit sind wöchentliche Beiträge geplant. Für die übrige Zeit des neuen Kirchenjahres ist an einen monatlichen Impuls gedacht. Ich möchte mit dieser Seite dazu ermuntern über Gottes Wort nachzudenken und zu teilen, was es mir sagt. 

Bad Godesberg, im Advent 2014 

Ulrich Lemm, Fördermitglied und Krankenpfleger im Johanniter-Krankenhaus Bonn