nach-gedacht

Impuls zum Invocavit

Foto: Gela Spöthe

Stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und tut sichere Schritte mit euren Füßen. Hebräer 12,12-13

Zefania schreibt seine Verheißung an das Volk Israel in der Zeit des mächtigen Aufstiegs der Assyrer und Babylonier. Krieg, Versklavung und Verbannung standen zu befürchten. Das Volk hatte Angst. Neben die bedrohliche Einschätzung der Lage stellt Zefania die Versicherung, dass Gott sein Volk nicht im Stich lässt - egal welches Unheil kommen mag. In der Zeit der Christenverfolgung schreibt Paulus an die Hebräer und erinnert sie daran, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist. Auch wenn die Umstände bedrückend sein mögen, nützt es nichts, sich ins stille Kämmerlein zurückzuziehen und die Hände im Schoß zu versenken. Er fordert sie auf, trotz wankender Knie sichere Schritte mit ihren Füßen zu tun. In meiner alten Bibelausgabe steht an dieser Stelle in Vers 13 "und ebnet Wege für eure Füße". In meinem Alltag kommen auch manchmal bedrückende Umstände vor, die mir Angst machen könnten. Wie soll das bloß werden - was steht mir da bevor? Schockstarre, wie beim Kaninchen vor der Schlange, wird mir nicht helfen. Hier hilft eher Gottvertrauen, sich einen Weg bahnen und einen Schritt nach dem anderen machen.

Johanniterschwester Gela Spöthe

Impuls zum Monat Februar

Foto: Vivian Weber

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. Dtn 30,14 (L)

Die Losung greift einen Spruch aus Moses Gesetzessammlung auf. Er mahnt die Juden an die Einhaltung ihrer Gebote. Paulus zitiert diese Stelle in seinem Brief an die Römer (Röm 10, 5-15) und setzt "das Wort" mit Jesus und seinen Worten gleich. Das Anliegen bleibt das gleiche: beide wollen ihre Mitmenschen dazu motivieren, den Glaubensworten zu folgen und sie in ihrem Alltag zu beherzigen. Für Paulus geht es dabei sowohl um das ehrliche Bekenntnis als auch um den Zuspruch, dass wir den Herrn um Hilfe anrufen können.

Was kann mir das in meinem Alltag bedeuten? Das Jahr ist jung, ich bin voller guter Vorsätze. Aber aus meiner Erfahrung kenne ich die Riesenlücke zwischen "Vorhaben" und "tatsächlich Ausführen" nur zu gut. Der Weg von "Gutes wollen" zu "Gutes tun" ist immer wieder weit und mit verschiedenen Hürden und Bequemlichkeiten gespickt. Kann mir die Orientierung am Text hier weiterhelfen?

Der Text weist mich einerseits auf "das Wort" als Leitfaden meiner Entscheidungen hin. Wenn ich mich mit den Anliegen der Bibel beschäftige, habe ich hier einen Kompass, der mir eine innere Stimme zu Entscheidungen vermitteln kann. Gleichzeitig kann ich den Herrn um Kraft bitten - z.B. mit einem Stoßseufzer - und dann mutig zur Tat schreiten. Uns allen wünsche ich viel Erfolg bei der Umsetzung guter Taten im neuen Jahr!

Johanniterschwester Gela Spöthe

Impuls zur Jahreslosung 2018

"Woher kommt das Wasser, Kinder?" "Aus der Wasserleitung, Mami." Das wäre doch sehr einfach, wenn das so funktionieren würde. Aber Gott hat andere Pläne. Wenn man die Jahreslosung genau betrachtet, kommt ein Bild in den Mittelpunkt: Gott gibt das Wasser - man muss also seine Hand aufhalten, um es zu bekommen. Muss sich Gott entgegenstrecken und sich ihm ganz zuwenden. Das wird die Aufgabe dieses Jahres - sich Gott zuwenden und sich dann gestärkt dem Nächsten, dem Mitmenschen zuwenden, um die unterschiedlichen Arten von Durst zu stillen, die so viele Menschen heute quälen. Wasser fließt; genauso wie Gnade, wie geteilte Freude und Leid. Mit dem Wasser, das Gott schenkt im Gepäck, das ja als Metapher für so vieles steht, geht es hin auf das Ziel, das auch in der Offenbarung genannt wird: "Ich bin das A und O, der Anfang und das Ziel."

Johanniterschwester Elisabeth Kühnelt-Leddihn