nach-gedacht

Impuls zum Monat November

Foto: Beate Wieschermann

Gott spricht: "Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein." Ezechiel 37,27

Ezechiel ist einer der großen Propheten. Er wirkte zur Zeit des Babylonischen Exils, das als eine Folge der Widerspenstigkeit, der Untreue und des Trotzes des Volkes Israel verstanden wird. Das Exil ist eine Strafe Gottes.

Die Israeliten erleben Resignation, Verlorenheit, grenzenlose Aussichtslosigkeit; sie haben keine Lebenskraft. Da hat Ezechiel die bekannte Vision von den toten Gebeinen, die wieder zu lebendigen Menschen werden dank Gottes schöpferischen Atems. Sein Geist macht lebendig. Diese prophetischen Worte stehen vor unserem ausgewählten Vers. Sie versprechen dem Volk Gottes eine Wiederherstellung ohne Vorleistungen und Bedingungen. Die zum Tode Verzweifelten erfahren, dass Gott sie nicht fallen lässt. Er steht in Treue zu seinen beiden Grundaussagen:

1. Fürchtet euch nicht, ich bin bei euch.

2. Ihr seid mein Volk und ich werde unter euch wohnen.

Diese Zusage hat Gestalt angenommen in Jesus von Nazareth, der als Sohn Gottes gekommen ist, um zusammenzubringen, was sich aufgetrennten Wegen verloren und verhärtet hat. Emmanuel = Gott mitten unter uns. Das geht auch uns heute an, die wir wie das alte Volk Israel gegen Verlorenheit und Resignation ankämpfen müssen.

Und deshalb lasst uns Allen weitersagen, wie damals der Prophet Ezechiel:

Gott ist da! Sagt es leise weiter! Sagt allen, die sich fürchten:

Fürchte dich nicht. Habt keine Angst mehr. Gott ist da.

Fördermitglied Soeur Ute Hampel

Er kam in unsere Welt, einfach und arm.

Sucht ihn. Macht euch auf den Weg.

Sucht ihn nicht über den Sternen, nicht in Palästen, nicht im Kaufhaus.

Sucht ihn dort, wo ihr arm seid, traurig und krank.

Da hat er sich verborgen. Da werdet ihr ihn finden,

wie ein Lichtschein im dunklen Gestrüpp,

wie eine tröstende Hand,

wie eine leise Stimme, die sagt: Fürchte dich nicht!

Fördermitglied Soeur Ute Hampel

Impuls zur Jahreslosung 2017

Alles neu? Wo gibt’s denn so was? Ein neues Jahr, ein neues Herz, ein neuer Geist.. Was für eine Verheißung!! Über die Gemeinde der Christenheit sagt Dietrich Bonhoeffer: „Sie glaubt seinem Wort und wartet auf seine Verheißung. Im Glauben ist sie der Sendung des Heiligen Geistes gewiß.“

Wir freuen uns über neue Dinge, über neue Menschen und neue Perspektiven. Jedes Jahr fassen wir uns gute Vorsätze und beginnen erneut, Gott und seine Verheißung zu suchen und sie umzusetzen. Wie wäre es, das neue Jahr mit dem unbedingten Vertrauen zu beginnen, dass Gott uns wirklich etwas Neues schenkt. Dies wäre doch die ultimative Herausforderung – ganz zu vertrauen ohne „Hintertüre“ und ohne Angst, dass etwas schiefgehen könnte.

„Neu“ ist nicht nur das Gegenteil von „alt“ – es bedeutet auch die Abkehr von Gewohntem, etwas Unverbrauchtes zu nutzen, zu probieren. Das Geschenk eines neuen Geistes und eines neuen Herzens bedeutet aber Mut zu haben – und mit Gottes Hilfe können wir dieses Geschenk auch annehmen und uns darüber freuen.

Wozu wären ein neues Herz und ein neuer Geist in Christus wohl imstande? Dies herauszufinden und erNEUt ins junge Jahr zu gehen wird unsere Aufgabe sein – und unsere Freude.

Johanniterschwester Elisabeth Kühnelt-Leddihn

"nach-gedacht" – wie alles begann

„…ich erlebe die Schwesternschaft als eine Gemeinschaft, die den Auftrag annimmt, Gottes Wort in die Welt zu tragen und mit Leben zu füllen!“ mit diesem Satz schließt meine diesjährige Advent-Andacht für die Johanniterschwestern, Fördermitglieder und Gäste der Johanniter-Schwesternschaft e.V. der Regionen Bonn, Rhein-Sieg und Köln, Düsseldorf, Ruhr.

Das ist kein Satz für eine schöne Feierstunde! In den vielfältigen Begegnungen auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen dieser Schwesternschaft, auf Fort- und Weiterbildungen, auf Sommerfesten und Adventfeiern und nicht zuletzt auf den Schwesterntagen in Nieder-Weisel habe ich genau das immer wieder wahrgenommen. So ist auch die Idee zu dieser Seite bei einem Gedankenaustausch auf dem letzten Schwesterntag entstanden: Gottes Wort als Kraftquelle für den Alltag, gleichviel ob am Arbeitsplatz in einem Krankenhaus, einer Pflegeeinrichtung, einer Sozialstation oder daheim! Herausgekommen ist dabei „nach-gedacht", Impuls für die neue Woche (den neuen Monat).

Für Advent und die Passions- und Osterzeitzeit sind wöchentliche Beiträge geplant. Für die übrige Zeit des neuen Kirchenjahres ist an einen monatlichen Impuls gedacht. Ich möchte mit dieser Seite dazu ermuntern über Gottes Wort nachzudenken und zu teilen, was es mir sagt. 

Bad Godesberg, im Advent 2014 

Ulrich Lemm, Fördermitglied und Krankenpfleger im Johanniter-Krankenhaus Bonn