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Impuls zum Monat Mai

Foto: Gela Spöthe

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr. 11,1

Als Erstes fällt einem die Geschichte vom "ungläubigen" Thomas ein. "Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben." (Joh. 20,29). Das mit der Seligkeit ist so eine Sache. Bedeutet es "glücklich"? "Errettet?" Luther lässt beide Bedeutungen zu, sodass wir jedes Mal aufs Neue gefordert sind, die für uns passende Variante zu wählen.

Nicht sehen und doch glauben - eine Provokation in einer so säkularen Welt wie der heutigen. Der Hebräerbrief stützt uns in dieser Situation. Jesus wird als die Erfüllung aller Opfer dargestellt, als endgültiger Hohepriester. Deswegen ist der Impuls ein so wichtiger Satz. Er erklärt, worum es vor allem anderen geht. Stark sein auch in Zeiten von Bedrängnis, von Unglaube, Zweifel und Sorgen. Es klingt fast so, als wäre dieser Satz die Antwort auf eine Frage, die beantwortet werden sollte. Was ist Glaube? Wie soll das gelingen? Denn geht es uns 2000 Jahre später denn viel anders als den Menschen damals? Auch sie haben den Glauben an den Auferstandenen erst lernen, verteidigen müssen; oft unter Einsatz ihres Lebens. Glaube stärkt den Rücken, sowohl uns als auch den Menschen rundherum - auch wenn sie es manchmal nicht zugeben wollen. Das wäre doch ein schöne Aufgabe für uns im Mai - anderen diese Zuversicht, diesen Glauben zu vermitteln, von der der Hebräerbrief spricht.

"Mein Glaube darf nicht wanken; oh tröstlicher Gedanken" - so haben wir in der Osternacht gesungen. Wenn es uns doch nur gelingen würde, uns wirklich trösten zu lassen, damit wir selig - gerettet, glücklich - sein können.

Johanniterschwester Elisabeth Kühnelt-Leddihn 

Impuls zur Jahreslosung 2018

"Woher kommt das Wasser, Kinder?" "Aus der Wasserleitung, Mami." Das wäre doch sehr einfach, wenn das so funktionieren würde. Aber Gott hat andere Pläne. Wenn man die Jahreslosung genau betrachtet, kommt ein Bild in den Mittelpunkt: Gott gibt das Wasser - man muss also seine Hand aufhalten, um es zu bekommen. Muss sich Gott entgegenstrecken und sich ihm ganz zuwenden. Das wird die Aufgabe dieses Jahres - sich Gott zuwenden und sich dann gestärkt dem Nächsten, dem Mitmenschen zuwenden, um die unterschiedlichen Arten von Durst zu stillen, die so viele Menschen heute quälen. Wasser fließt; genauso wie Gnade, wie geteilte Freude und Leid. Mit dem Wasser, das Gott schenkt im Gepäck, das ja als Metapher für so vieles steht, geht es hin auf das Ziel, das auch in der Offenbarung genannt wird: "Ich bin das A und O, der Anfang und das Ziel."

Johanniterschwester Elisabeth Kühnelt-Leddihn