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Die Ideale der Johanniterschwestern
Die Johanniter-Schwesternschaft begründet ihre Arbeit im christlichen Glauben und in der Tradition des Ordens. Wir sehen darin weder frommen Idealismus noch nostalgische Erinnerung, sondern eine realistische Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart. Wo im Gesundheitswesen oft nur noch von "Patientengut" , " Wirtschaftlichkeitsberechnung" und " Fallpauschalen" die Rede ist, hilft uns das Wort aus Matth. 25,40: " Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan" , den Menschen als Maßstab im Blick zu behalten. Weil wir in jedem Menschen das Geschöpf Gottes sehen, fühlen wir uns ermutigt, seinen Wert und seine Würde auch dann anzuerkennen, wenn er krank, schwach oder "ökonomisch wertlos" ist.
Wir wollen denen, die unserer Hilfe bedürfen, die beste mögliche Fürsorge bieten. Daher legen wir großen Wert auf unsere eigene Weiterbildung und geben unsere Kenntnisse und Erfahrungen gerne weiter. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, die Voraussetzungen und das gesamte Umfeld der Pflege zu verbessern. Deshalb vertreten wir das als richtig erkannte auch in der Öffentlichkeit oder durch Übernahme von Leitungsfunktionen im Krankenhausmanagement.
Unser lebendiger christlicher Glaube wird in der alläglichen Arbeit in Krankenhäusern und Altenheimen sichtbar und spürbar. Wir bieten Hilfsbedürftigen eine ganzheitliche Versorgung und Hinwendung. Damit entsprechen wir ebenso dem selbstgewählten Auftrag wie den Erwartungen von Kranken und Pflegebedürftigen. Auch dann, wenn sie keine gläubigen Christen sind, gehen sie oft davon aus, bei uns jenes " Mehr" an menschlicher Zuwendung und fachlicher Kompetenz zu erhalten, für das unter dem Regiment der Sparzwänge immer weniger Raum bleibt. Sie sollen nicht enttäuscht werden.
So, wie wir uns in der Arbeit für die pflegebedürftigen Menschen vom Gebot der Nächstenliebe leiten lassen, begegnen wir uns auch in der Gemeinschaft der Johanniterschwestern. Unser Verhalten wird bestimmt von gegenseitigem Vertrauen und vom Willen zu konstruktiver Zusammenarbeit. Konfliktfähigkeit ist dabei ebenso wichtig wie Toleranz. Wir entwickeln gemeinsam Formen der Vernetzung, um uns im Alltag sowie in der beruflichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen.
Wir achten die Traditionen des Ordens und nehmen sie auf, um sie für die Herausforderungen unserer Zeit zu nutzen. Gleichzeitig entwickeln wir sie für die Anforderungen der Zukunft weiter.
Traditioneller Ausdruck für die Werte der Johanniter-Gemeinschaft ist das achtspitzige Kreuz. Das Kreuz selbst ist das Zeichen unseres christlichen Glaubens an die Erlösung. Seine vier Balken werden von den Johannitern als Erinnerung an die vier Kardinaltugenden der Antike gedeutet: Mut, Gerechtigkeit, Weisheit und Mäßigung. Sie gehörten später zu den ideellen Grundlagen des Ritterordens und haben ihre Orientierungskraft bis heute behalten:
Die acht Spitzen des Johanniterkreuzes gelten traditionell als symbolische Erinnerung an die acht Seligpreisungen der Bergpredig. In einer modernen Übersetzung:
Diese Orientierungen sind heute aktuell wie vor zweitausend Jahren. Wer sich darauf einlässt, sie neu zu lesen und für seine persönliche Situation zu verstehen, erfährt, welche Kraft sie entfalten können. Christliche Werte und Tradition sind für uns nicht Ballast, sondern Antrieb zum Handeln und Quelle der Kraft.
