Aktiv gegen Unterernährung im Südsudan

Berlin/Südsudan, 28. Mai 2014

Die Monate von April bis Juli sind generell die schwierigste Zeit des Jahres für die Menschen in Jur River County, im Western Bahr el Ghazal State im Südsudan: Jedes Jahr zu dieser Zeit kommt es in der Provinz zu einer Hungerperiode, da die letzte Ernte nicht ausreicht, die Bevölkerung bis zur nächsten Ernte zu ernähren. Das Leben von Kleinkindern, Schwangeren und stillenden Müttern ist daher akut gefährdet.

Eine Flut im letzten Herbst hat darüber hinaus die Ernte in vielen Dörfern zerstört. Durch den Gewaltausbruch im Dezember sind viele Menschen vertrieben und können ihre Felder nicht rechtzeitig bestellen, die Nahrungsmittelzufuhr ist teilweise unterbrochen und die Preise für die knappen Lebensmittel sind gestiegen. Das alles verschärft die Situation für die Menschen in Jur River County. Spezialisierte Ernährungszentren gibt es wenige in der ländlichen Gegend. Die Johanniter starten deshalb zwei Ernährungsprojekte in sechs Gemeinden, um die Menschen in Jur River County zu unterstützen.

Seit Anfang Mai erhalten schwer unterernährte Mütter und Kinder in Gesundheitsstationen mit Vitaminen und Mineralien angereicherte therapeutische Nahrung, damit sie wieder zu Kräften kommen. In dem von Unicef co-finanzierten Projekt klären die Johanniter die Bevölkerung außerdem über gesunde Ernährung für Säuglinge und Kinder sowie über Hygiene auf, um Unterernährung in Zukunft vorzubeugen.

Gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (englisch UN World Food Programme, WFP), versorgen die Johanniter bereits seit November 2013 moderat unterernährte Kinder, Schwangere und stillende Frauen mit Zusatznahrung. Um in den Hungermonaten von April bis Juli Unterernährung vorzubeugen, erhalten alle Kinder unter drei Jahren diese Zusatznahrung.

„Mit den Projekten möchten wir die Sterblichkeitsrate reduzieren und die Gemeinden darin unterstützen, Unterernährung vorzubeugen“, erklärt Ilse Pelkmans, Projektkoordinatorin für den Südsudan, die Ernährungs- und Präventionsmaßnahmen.

Von dem Ernährungsprogramm profitieren rund 25 000 Menschen in der Region.

Weitere Informationen zu der Arbeit der Johanniter im Südsudan finden Sie hier.

Um den Menschen weiter helfen zu können, sind die Johanniter dringend auf Spenden angewiesen. Bitte unterstützen Sie uns.