Gesundheitsversorgung für Vertriebene in Nord-Kivu

Berlin/Goma, 10. Juni 2014

Seit mehr als einem Jahrzehnt erschüttern bewaffnete Kämpfe zwischen der kongolesischen Armee und verschiedenen Milizengruppen die Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Mehr als eine Millionen Menschen sind nach Angaben der UN Flüchtlinge im eigenen Land. Insbesondere Kinder leiden unter den Vertreibungen.

Zwar hat sich die Sicherheitslage in den Regionen Rutshuru und Nyiragongo nach einer Offensive der kongolesischen Armee und UN-Truppen verbessert, die medizinische Versorgung ist aber weiterhin schlecht. Rund 50 000 Menschen aus den beiden Regionen leben daher immernoch in den Flüchtlingslagern von Mugunga in der Nähe der Stadt Goma. In einem neuen Projekt unterstützen die Johanniter fünf Gesundheitsstationen in den Regionen Rutshuru und Nyiragongo, um die Basisgesundheitsversorgung der Rückkehrer zu sichern.

Die Johanniter beliefern die Zentren monatlich mit dringend benötigten Medikamenten und medizinischen Materialien und renovieren Gebäude und sanitäre Anlagen. Mit speziellen Schulungen für die Mitarbeiter der Gesundheitszentren sorgen die Johanniter auch dafür, dass besonders ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Überlebende sexueller Gewalt sowie HIV-infizierte Menschen und Menschen mit psychischen Problemen Zugang zur basismedizinischen Versorgung bekommen. Auch die Behandlung von leicht und schwer unterernährten Kindern und schwangeren oder stillenden Frauen gehört zur umfassenden Versorgung in den Gesundheitszentren.

„Solange wir an der Verbesserung der Situation in ihren Heimatregionen arbeiten, unterstützen wir auch weiterhin die Gesundheitseinrichtungen in den Flüchtlingslagern Mugunga I und III“, erklärt Judith Kammerer, Projektkoordinatorin für die Demokratische Republik Kongo, die Situation. Bereits seit Juli 2012 sind die Johanniter in den Lagern von Mugunga aktiv.

Auch das Zentrum „Don Bosco Ngangi“ in Goma beliefern die Johanniter im Rahmen des im Mai 2014 begonnen Projekts mit Medikamenten, medizinischen Verbrauchsgütern und Nahrungsmitteln. In dem Zentrum leben hauptsächlich Kinder und Jugendliche, die durch Bürgerkrieg und Vertreibung zu Kriegswaisen wurden oder selbst als Kindersoldaten kämpfen mussten. Dort erhalten sie Kleidung, Nahrung und können zur Schule gehen. In der Gesundheitsstation des Zentrums behandeln die Mitarbeiter Kinder mit Durchfall, Grippe oder Malaria. Kinder mit besonders schweren Erkrankungen können sie an ein Krankenhaus in Goma überweisen, die Behandlungskosten tragen die Johanniter.

Mit dem Projekt können in den kommenden acht Monaten insgesamt rund 150 000 Menschen versorgt werden. Finanziert wird die Hilfe vom Auswärtigen Amt und aus Spendenmitteln der Johanniter.

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Für ihre Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo sind die Johanniter auf Spenden angewiesen.