Indien: Teilhabe durch mehr Mobilität

Bangalore, 06. Oktober 2016

Eine der häufigsten Behinderungen bei Kindern in Indien ist die Zerebralparese. Rund drei Millionen sind davon betroffen. Die Kinder und ihre Familien sehen sich mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert. Sie haben eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, gleichberechtigt am sozialen Leben teilzunehmen und ihr Zugang zu Gesundheits- und Rehabilitationsdiensten ist gering.

Die Johanniter unterstützen ein Hilfsprojekt der Partnerorganisation Motivation India, die eng mit dem Verein Association for People with Disability (APD) in Bangalore zusammenarbeitet. Sie ermöglichen den betroffenen Kindern wieder mehr Bewegungsfreiheit und eine physiotherapeutische Behandlung. Das Projekt wird finanziell gefördert durch BILD hilft e.V- Ein Herz für Kinder. In den Räumlichkeiten von APD können die Kinder einen integrativen Kindergarten besuchen und es gibt Betreuungsangebote und Grundschulunterricht. Neben speziell angefertigten Rollstühlen und Sitzschalen werden auf dem Gelände Trainingsprogramme und physiotherapeutische Behandlungen angeboten. Bis Ende des Jahres können dank der Förderung 385 Kinder mit Rollstühlen und Sitzschalen ausgestattet werden. Der Fotograf Nishant Ratnakar hat gemeinsam mit unserer Johanniter-Mitarbeiterin Lena Franke einige der Kinder besucht und sie mit seiner Kamera begleitet.


Mehr zur Arbeit der Johanniter im Bereich Rehabilitation und Inklusion erfahren Sie hier

Mohamud Ruman

Ein Jahr nach seiner Geburt wurde bei Mohamud Ruman Zerebralparese festgestellt. Ruman kann nicht laufen. Sein Vater Irfan Basha arbeitet als Techniker für ein privates Unternehmen und verdient 130 €uro pro Monat. Seine Mutter Khamrunisha ist Hausfrau und pflegt ihren Sohn zu Hause. Im ersten Stock lebt die Familie in einer Einzimmerwohnung, 12 Kilometer von Bangalore entfernt. Im März 2016 hat Ruman seinen speziell angepassten Rollstuhl (Moti Go) erhalten. Er freut sich sehr über seine neu gewonnene Mobilität. Der Rollstuhl lässt sich für die 18 Treppenstufen in drei Teile zerlegen oder passgenau heruntertragen. Ruman ist seitdem bemerkenswert aktiv und lebensfroh. Er kann die Schule von APD besuchen und sich mit seinen Freunden draußen treffen. Seit einigen Wochen versucht er auch, mit eigener Kraft den Rollstuhl zu bewegen. Über diese Entwicklung sind seine Eltern besonders glücklich. Dank regelmäßiger Trainings verbessert er seine Haltung und Beweglichkeit zunehmend.

Taiba Noorian

Bei Taiba Noorian wurde sechs Monate nach ihrer Geburt Zerebralparese diagnostiziert. Seitdem besucht sie das frühkindliche Betreuungsprogramm von APD. Ihr Vater ist Schneider und verdient 100 Euro pro Monat. Ihre Mutter ist Hausfrau. Die Familie wohnt in einer Zweizimmerwohnung, fünf Kilometer vom APD in Bangalore entfernt. Ihren speziellen Sitz (Moti Start) hat Taiba seit Dezember 2015. Ihre Haltung hat sich seitdem wesentlich verbessert; ihren Kopf kann sie fast alleine aufrecht halten. Die Eltern freuen sich sehr, dass ihre Tochter jetzt mit einer gesunden Haltung aufwachsen kann.

Masood Khan

Familie Khan lebt mit sieben Familienmitgliedern in einer Zweizimmerwohnung, 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Vater Mamood Khan arbeitet als Schneider und verdient 100 Euro pro Monat. Masoods Mutter ist Hausfrau. Sechs Monate nach seiner Geburt wurde bei Masood Zerebralparese festgestellt. Seit dieser Zeit lag er dauerhaft im Bett. Die Spezialanfertigung seines Rollstuhls (Moti Go) ermöglicht nicht nur Masood, die Wohnung zu verlassen, sondern gibt der gesamten Familie mehr Lebensqualität zurück. Sie können sich zusammen bewegen und draußen sein. Darüber freuen sich ganz besonders seine Mutter und Großmutter. Die Mitarbeiter unserer Partnerorganisation besuchen Familie Khan regelmäßig. Je nach Entwicklung und Haltung von Masood werden die Einstellungen seiner Sitzposition angepasst.

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