„Berliner Humanitärer Appell“ ruft zum schnellen Handeln gegen Hunger auf

Berlin , 12. April 2017

Im Auswärtigen Amt in Berlin sind am heutigen Mittwoch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller zusammengekommen, um in einer Sondersitzung über die Lage der Länder zu beraten, in denen über 20 Millionen Menschen akut von Hunger betroffen sind. Gabriel lud dazu hochrangige Vertreter deutscher und internationaler Hilfsorganisationen, der Vereinten Nationen sowie Vertreter von Partnerorganisationen aus den betroffenen Regionen zum „Berliner Humanitären Appell“ ein. Das Treffen hatte zum Ziel, auf die dramatische humanitäre Situation in Somalia, dem Südsudan, Kenia, Nigeria, Äthiopien und dem Jemen aufmerksam zu machen und Möglichkeiten für weitere Hilfsmaßnahmen zu diskutieren.

Oliver Rodewald, der als stellvertretender Leiter der Johanniter-Auslandshilfe an der Sitzung teilnahm, begrüßte die Initiative und vor allem die gemeinsame Forderung, den humanitären Zugang zu den betroffenen Menschen zu gewährleisten.

Unsere Arbeit in der Region wird vor allem durch gefährliche Konflikte und vorherrschende Gesetzeslosigkeit erschwert. Entlegene Gebiete sind kaum erreichbar, weil bewaffnete Gruppierungen Straßen kontrollieren, auf denen es immer wieder zu schrecklichen Gewalttaten kommt“, so Rodewald.

Die Johanniter sind seit vielen Jahren in Ostafrika tätig. Im Südsudan, Kenia und Dschibuti helfen sie, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern und auf Hungerkrisen vorzubereiten. Die Johanniter forderten neben der Bereitstellung von mehr finanziellen Mitteln und die Freihaltung von Zugängen für humanitäre Helfer auch die Einhaltung und Durchsetzung des Humanitären Völkerrechts.

Mehr Informationen zur drohenden Hungersnot und Einblicke in die Arbeit der Johanniter im Südsudan erhalten Sie hier in einem WELTSPIEGEL Extra der ARD vom 11. April 2017

Aktion Deutschland Hilft: „Alle an einem Strang ziehen, um zu helfen.“

Das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH), dem die Johanniter angehören, begrüßte die Initiative ebenfalls und forderte nachdrücklich ein sofortiges Handeln in der Region. „Wir begrüßen das klare Signal von Bundesaußenminister Gabriel. Nichtregierungsorganisationen, Regierungen, Vertreter aus der Wirtschaft und die Zivilgesellschaft: Wir alle müssen jetzt an einem Strang ziehen, um den Menschen zu helfen“, erklärte Manuela Roßbach. Sie nahm als geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“ am Treffen teil.

Die vollständige Medienmitteilung von ADH finden Sie hier als PDF

VENRO: Mehr Geld alleine reicht nicht, Politikwechsel notwendig

Sid Peruvemba, Vorstandsmitglied beim Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO), erklärte, dass schnelle zusätzliche Mittel zur Rettung von Menschenleben jetzt dringend nötig seien, aber genauso robuste Diplomatie und politische Druckmittel. Er kritisierte auch, dass Hilfeaufrufe zu lange ignoriert wurden.

Die jetzige Notlage ist nicht nur eine Nahrungsmittelkrise, sondern sie ist vor allem bedingt durch Gewalt, durch Verteilungsungerechtigkeiten und durch schlechte Regierungsführung in einigen afrikanischen Staaten. Gebraucht wird daher eine internationale Diplomatie, die völkerrechtswidriges Verhalten sanktioniert und politischen Druck auf schlecht regierende Eliten ausübt.“

Die vollständige Pressemitteilung von VENRO finden Sie hier als PDF

Um die Betroffenen in Ostafrika zu unterstützen, sind die Johanniter auf Spenden angewiesen

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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