Erstes Labor für Netzhauterkrankungen in Palästina eingeweiht

Jerusalem, 23. März 2018

Dr. Al Talbishi und sein Team können jetzt mit einem eigenen Labor erblich bedingte Netzhautkrankheiten für Palästinenser diagnostizieren und analysieren. ©JUH/Lackovich

Am 19. März wurde das erste Forschungslabor für erblich bedingte Netzhauterkrankungen auf palästinensischem Gebiet eröffnet. Es ist Teil der St. John Augenklinik im Osten Jerusalems, die als führende Institution in diesem Bereich gilt. Das neue Labor ist Teil eines dreijährigen Projekts, an dem die Johanniter-Auslandshilfe und das Hadassah Medical Center seit 2016 mit der Augenklinik arbeiten. Die Europäische Union unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen einer Initiative zur Friedensförderung (“EU Peacebuilding Initiative”).
„Früher konnte ich diese Auswertungen nur in einer anderen Einrichtung machen. Umso mehr freue ich mich über unser eigenes Labor, wodurch wir unsere Patienten schnell und angemessen behandeln können“, sagt Doktor Al Talbishi, der das Laborteam leitet. Neben dem Ziel, palästinensischen Patienten eine professionelle Diagnose und Behandlung zu ermöglichen, soll das Projekt vor allem Brücken schlagen. Es stärkt die Kooperation zwischen Medizinern aus Israel und Palästina weiter, die schon jetzt in der Augenklinik zusammenarbeiten.

Augenblick für den Frieden

Wenn Palästinenser von israelischen und palästinensischen Experten behandelt werden, kann damit Misstrauen abgebaut werden. Das fördert den Frieden in der Region und das ist das große Ziel des Projekts“, erklärt Dirk Lackovich-Van Gorp, Leiter des Johanniter-Büros für den Nahen Osten. “Das Labor schließt dabei eine wichtige Lücke im augenmedizinischen Bereich und ist perfekt dafür geeignet.“

Blick in die Zukunft: Das neue Labor macht es möglich. © P. Hahn

Bisher konnte nur ein kleiner Teil der palästinensischen Patienten mit Augenkrankheiten nach Phänotyp und Erbanlagen kategorisiert werden. Das jedoch setzt eine geeignete  Behandlung voraus, um eine Verschlechterung der Sicht zu verlangsamen oder gar eine erblich bedingte Erblindung zu stoppen. In einem ersten Schritt wurde ein Team der Augenklinik ausgebildet, um sie mit der Labortechnik und den Voraussetzungen vertraut zu machen. Sie diagnostizierten anschließend Dutzende Patienten durch Tests, Untersuchungen und Erhebungen. Anhand der gesammelten Daten und Proben können im neuen Labor nun verschiedene Tests durchgeführt werden, um genetisch bedingte Krankheiten zu analysieren und die Patienten zu behandeln und zu beraten.

Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

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