G20: Armut und Hunger an ihren Ursachen bekämpfen

Berlin, 06. Juli 2017

In vielen Ländern Afrikas leiden die Menschen seit Monaten unter einer der schlimmsten Hungersnöte der vergangenen Jahrzehnte. 23 Millionen Menschen sind akut vom Hunger bedroht. Doch die internationale Gemeinschaft tut zu wenig, um die Krise zu bewältigen. Anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg hat der Dachverband der Hilfsorganisationen, VENRO, eine Stellungnahme verfasst, die auch die Johanniter mittragen.

‚Die Menschen in den von der Hungersnot betroffenen Ländern müssen umgehend mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgt und medizinisch betreut werden. Die jetzige Notlage ist nicht nur eine Nahrungsmittelkrise, sondern sie ist auch bedingt durch Gewalt und durch Verteilungsungerechtigkeiten. Die internationale Gemeinschaft kommt ihrer humanitären Verantwortung derzeit nicht nach‘, heißt es in der Stellungnahme. Hier können Sie die gesamte Stellungnahme herunterladen.

Nur ein Drittel der benötigten Gelder bereitgestellt

Nach Schätzungen des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UN-OCHA) sind in diesem Jahr mindestens 5,6 Milliarden US-Dollar notwendig, um der Hungerkrise zu begegnen. Davon müssten 4,4 Milliarden US-Dollar kurzfristig bereitgestellt werden. Bislang haben die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen aber lediglich 1,8 Milliarden US-Dollar, also gerade einmal ein Drittel der benötigten Mittel, bereitgestellt.

„Wir sind mitverantwortlich für die Krise“

Die G20 als Zusammenschluss der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer ist hier besonders angesprochen. Sie erbringen zusammen etwa 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und tragen mit ungefähr 75 Prozent der Kohlenstoffdioxidemissionen massiv zum Klimawandel bei, der in vielen Ländern Afrikas Dürren verstärkt.

"Es kann uns nicht egal sein, was in Afrika geschieht, denn wir sind für diese Hungersnot mitverantwortlich. Der Klimawandel ist von uns verursacht und nicht von den Menschen, die jetzt darunter leiden", appelliert Susanne Anger, Sprecherin des Bündnisses „Gemeinsam für Afrika“ bei dem auch die Johanniter Mitglied sind.

Kurzfristige Hilfe ausbauen und nachhaltige Hilfe sicherstellen

Neben der Aufstockung der humanitären Gelder, muss den betroffenen Ländern auch langfristig geholfen werden. So müssen die Lebensbedingungen der Menschen verbessert und ihre Widerstandskraft gestärkt werden. „Dies kann nur durch den Aufbau sozialer Sicherungssysteme, die Bereitstellung universeller Gesundheitsversorgung, eine Stärkung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, gerechtere Landverteilung und andere Maßnahmen zur Ernährungssicherung für alle Menschen sichergestellt werden“ so Guido Dost, Leiter der Johanniter-Auslandshilfe. Die Johanniter sind bereits seit mehreren Jahren in Kenia und Südsudan tätig, um neben der Hilfe in Akutsituationen, die Menschen auch langfristig resilienter gegen Naturkatastrophen zu machen. Wie wir dies tun, können Sie hier nachlesen.

450 Forderungen an Bundeskanzlerin Merkel übergeben

Im Vorfeld die Vertreter des G20-Gipfels in Hamburg hatte die Gruppe „Civil20“ (C20) - ein Zusammenschluss nationaler und internationaler zivilgesellschaftlicher Organisationen – ein Communiqué mit 450 Forderungen erarbeitet, welches an Bundeskanzlerin Merkel übergeben wurde. Auch Mitglieder von VENRO haben daran mitgearbeitet. Die C20  formieren sich bereits seit 2009 jährlich, um die Arbeit der G20 inhaltlich reflektierend zu begleiten und der internationalen Zivilgesellschaft zu  global relevanten Themen eine gemeinsame Stimme zu verleihen.

 „Wir fordern von den Vertretern der G20-Länder, durch eine kohärente Entwicklungs-, Agrar- und Handelspolitik die wachsende globale Ungleichheit zu stoppen sowie Armut und Hunger zu beseitigen. Dafür ist eine Förderung demokratischer Strukturen und die aktive Mitsprache der Zivilgesellschaft unerlässlich“, erklärt Dost weiter.

Mehr Informationen zur drohenden Hungersnot und Einblicke in die Arbeit der Johanniter im Südsudan erhalten Sie hier in einem WELTSPIEGEL Extra der ARD vom 11. April 2017

Um die Betroffenen in Ostafrika zu unterstützen, sind die Johanniter auf Spenden angewiesen

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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