Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung

Berlin / Bad Homburg, 03. Februar 2017

Am 6. Februar ist der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung. Die Johanniter-Auslandshilfe bewahrte seit 2014 bereits über 100 Mädchen im ostafrikanischen Dschibuti vor Genitalverstümmelung.

„Auch dank unserer Aufklärungsarbeit ist es gelungen, dass der Prozentsatz der Beschneidung in Dschibuti von 93 Prozent, im Jahr 2006, auf 71 Prozent im Jahr 2015 gesunken ist“, freut sich Hildi Schätti, Johanniter-Projektkoordinatorin in Dschibuti, mit Bezug auf neue Zahlen des dschibutischen Ministeriums für Frauen und Familien.

Dank der erneuten Förderung von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) können die Johanniter nun ihre Aufklärungskampagne gegen die gefährliche und schmerzhafte Verstümmelung weiter fortführen. „Dschibuti ist eines der Länder, wo bis heute die weibliche Genitalverstümmelung eine große Rolle spielt“, erklärt Dr. Roland Kersten, Referent für medizinisch-humanitäre Entwicklungszusammenarbeit bei der EKFS. Sieben von zehn Mädchen und Frauen sind davon trotz eines gesetzlichen Verbots bis heute betroffen. Vor allem in den ländlichen Regionen wird weiter beschnitten. So findet bei der Ethnie der Afar die Verstümmelung traditionell zwischen dem sechsten bis achten Tag nach der Geburt des Mädchens statt. „Es bedarf eines sehr professionellen und sensiblen Ansatzes, um gegen solch etablierte Rituale etwas zu erreichen“, so Kersten.

Die EKFS fördert auch in den kommenden 18 Monaten das Projekt der Johanniter-Auslandshilfe zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung. Mit der erneuten Förderzusage in Höhe von 240.000 Euro können die Johanniter ihre Arbeit in Dschibuti fortsetzen und weiter über die Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung, Kinderschutz, Frauenrechten und Frauengesundheit aufklären.

„Für uns zählt jedes Mädchen, das von dieser brutalen Prozedur verschont bleibt“ so Kersten. 

Die Johanniter sind seit 1994 in Dschibuti aktiv und seit 2013 Partner des dschibutischen Ministeriums für Frauen und Familie und Mitglied im Komitee „Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung“. Insgesamt wurden seit Beginn der Aktivitäten der Johanniter im Jahr 2012 auf Dorfebene bereits 15 Aufklärungskomitees gegründet, die rund 5.000 Teilnehmer zu Genitalverstümmelung sensibilisierten. Parallel zur Aufklärungsarbeit wurden Alphabetisierungskurse für Frauen angeboten, um deren Autonomie zu stärken. „Es ist wichtig, die Entscheidung der Eltern gegen die Beschneidung durch Workshops und Austauschbesuche intensiv zu stärken, sowie soziale Vorurteile der Bevölkerung gegen unbeschnittene Mädchen abzubauen“, so Hildi Schätti weiter.

Interviewangebot:

Für eine Einschätzung der aktuellen Situation in Dschibuti steht Ihnen Hildi Schätti, Projektkoordinatorin der Johanniter in Dschibuti als Interviewpartnerin zur Verfügung.  Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle.

Weitere Informationen zur Arbeit der Johanniter in Dschibuti finden Sie hier.

"Meine Enkel nicht!"

Aisha wurde als Kind beschnitten und musste lange mit den Folgen kämpfen. Trotz allem lies sie auch ihre Kinder beschneiden. Die Tradition verlangte es. Erst in einer Aufklärungsveranstaltung der Johanniter  erfuhr sie alles über die medizinischen Folgen der Beschneidung und auch über die kulturellen Mythen. Heute klärt sie andere Frauen über die Folgen auf und auch ihre Tochter konnte sie überzeugen, die Kinder nicht zu beschneiden. Lesen Sie hier Aishas Geschichte.

Auch Sie können unsere Arbeit in Dschibuti durch Ihre finanzielle Hilfe unterstützen!

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin