Kambodscha: Wie aus Kuhmist Geld und Zeit wird

Berlin / Phnom Penh, 29. September 2017

Im Nordosten von Kambodscha lebt die Mehrheit der Menschen auf dem Land. Ihre Existenz ist bedroht, illegale Waldrodungen und industrielle Landwirtschaft zerstören die natürlichen Ressourcen der Bauern. Die Johanniter haben mit Kleinbauern den Nutzen einer Biogasanlage getestet – und aus Kuhmist eine neue Lebensgrundlage geschaffen.

Matt Saros befüllt die Anlage mit dem Mist ihrer Kühe. Bei sieben Kühen kommt da einiges an Material zusammen. Mit der Biogasanlage der Johanniter verwandelt sie den Kuhmist nun in Gas, das sie zum Backen und Kochen benutzen kann. „Ich spare viel Zeit, weil ich nicht mehr in den Wald muss, um Holz zu holen. Das dauert immer sehr lange. Jetzt habe ich mehr Zeit zum Backen und um meine Kuchen zu verkaufen.“

Matt SAROS: "Mehr Zeit, um die Familie finanziell zu unterstützen", Foto JUH

Naturgewalten und chronische Unterernährung

Matt Saros lebt mit ihrer Familie im Dorf Thanaot im Nordosten Kambodschas. Illegale Abholzungen und industrielle Fischerei bedrohen zunehmend ihre Lebensgrundlage. Auch die Folgen des Klimawandels machen das Leben für die Bauern vor Ort immer schwerer. Sie leben von der Landwirtschaft, doch immer häufiger haben Sie mit Überschwemmungen, Dürre und Stürmen zu kämpfen.

Der Klimawandel trifft Länder wie Kambodscha, in denen ein Großteil der Bevölkerung als Bauern auf dem Land lebt, besonders stark und beeinflusst das Leben der Menschen vor Ort massiv. Jeder siebte Mensch in den ländlichen Gemeinden von Kambodscha gilt als unterernährt. Besonders Kinder sind gefährdet.

Dem Klimawandel begegnen

Die Johanniter vermitteln die innovative Nutzung vorhandener Ressourcen. Foto JUH

Wir helfen den Menschen in dieser Region, damit sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen ihren Alltag meistern können. Um Ernährungssicherheit zu schaffen, müssen die Erträge aus der Landwirtschaft und die Einkommen erhöht werden. Weil aber gerade die Landwirtschaft mit der Produktion von Treibhausgasen ihren Teil zum Klimawandel beiträgt, werden klimaschützende Lösungen gesucht. Biogasanlagen sind eine nachhaltige Lösung für den Haushalt, die auf erneuerbaren Ressourcen basiert. Die verwendete Biomasse hinterlässt einen Gärest, der als Dünger im Garten oder auf Feldern verwendet werden kann. Außerdem ermöglichen die Zeiteinsparungen es den Familien, sich auf ihre Landwirtschaft oder andere Erwerbstätigkeiten zu konzentrieren.

Jährlich 210 Euro einsparen

Mit der Anlage für Biogas spart Matt Saros Zeit und Geld– und nutzt erneuerbare Energie. Die Familie von Matt Saros war eine von fünf Haushalten, die im Jahr 2016 die Biogasanlagen getestet haben. Seither haben die Johanniter den Gebrauch und Nutzen der neuen Methoden in den Familien regelmäßig überprüft. Und weil der Ansatz gut funktioniert hat, haben inzwischen schon zehn Familien eine solche Anlage installiert. Die Familien beteiligen sich mit 10% (85Euro) an den Anschaffungskosten der Anlage und können dafür jährlich etwa 210 Euro einsparen. Die Beteiligungsanteile der Familien gehen nicht an den Hersteller der Anlage, sondern fließen in einen Gemeinde-Fonds, der die Anschaffung weiterer Anlagen ermöglichen wird.

Matt Saros sind die Vorteile klar: Sie spart Zeit, hat mit dem Verkauf ihrer Kuchen ihr Einkommen erhöht und kann damit ihre Familie versorgen. Als sie mit ihrer Familie zusammensitzt und isst, bemerkt sie freudig, dass das Kochen mit Gas anstatt Holzfeuer noch andere Vorteile hat: „Der Reis schmeckt viel besser, wenn er mit Gas gekocht wird, weil weniger Rauch und Asche hineingelangen“.

Ziel ist es, mit den Biogasanlagen auf positive Resonanz bei den meisten Menschen zu stoßen. Die ersten Ergebnisse waren erfolgversprechend. Foto: JUH

Helfen Sie uns dabei, weitere Familien wie die von Matt Saros zu unterstützen, damit sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen ihren Alltag meistern können:

  • Mit 20 Euro können wir eine Schulung zu Bio-Dünger durchführen.
  • 50 Euro finanzieren einen Biogas-Herd.
  • 100 Euro kostet eine Biogas-Küchenzeile mit Herd und Reiskocher.
Spenden Sie jetzt
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin