Kenia: Unterernährung stark angestiegen – Experten sind alarmiert

Berlin / Nairobi, 13. Juli 2017

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Dritte Regenzeit in Folge ausgefallen ++ 8 von 10 Frauen mangelernährt ++ Johanniter weiten Aktivitäten aus

Eine aktuelle Studie zur Ernährungssituation in allen Bezirken Kenias zeigt, dass die Zahl der Menschen, die an Unterernährung leiden, enorm angestiegen ist. „Die akuten Unterernährungsraten in der Provinz Turkana haben ein kritisches Level erreicht. Diese Entwicklung ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu den Erhebungen vom Juni 2016 oder Januar 2017“, heißt es in der Erhebung, die von der kenianischen Regierung sowie UN- und Nichtregierungsorganisationen durchgeführt wurde. Die Johanniter planen eine Ausweitung ihrer bereits laufenden Nothilfemaßnahmen.

Laut den Daten sind in einigen Teilen der nordwestlichen Provinz Turkana bis zu 12 Prozent der Kinder unter fünf Jahren stark unterernährt. Das ist sechsmal so hoch wie der Grenzwert für starke Unterernährungsraten der Weltgesundheitsorganisation, ab dem man von einer Notsituation spricht“, sagt Philippe Carrette, Johanniter-Länderbüroleiter in Kenia, der sich von den Ergebnissen alarmiert zeigt.

Grund für die Entwicklung ist vor allem die anhaltende Dürre. „Die dritte Regenzeit in Folge ist  ausgefallen. Die nächste Regenzeit wird erst für Oktober erwartet. Bis dahin gibt es keine andere Lösung, als die Bevölkerung weiter mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser zu unterstützen“, berichtet Carrette. Die Studie belegt, dass acht von zehn Frauen in Turkana unter Mangelernährung leiden. Das liege vor allem daran, dass Milch, Mais und Bohnen – die Grundnahrungsmittel der Turkana-Bewohner - kaum noch zur Verfügung stünden. Zudem seien bereits 70 Prozent der Nutztiere gestorben. Die verbleibenden finden kaum noch Nahrung und Wasser und produzieren deshalb keine Milch.

Die Johanniter, die seit der schweren Dürre 2011 in Turkana tätig sind, versorgen schon seit Monaten mehr als 4000 Menschen mit Wasser und Grundnahrungsmitteln. Als Reaktion auf die aktuellen Ergebnisse werden sie ihre Maßnahmen aufstocken und anpassen. „Wichtig ist jetzt die zügige Verteilung von proteinreichen Nahrungsmitteln, vor allem an Frauen und Kinder”, sagt Carrette. Schnelle Bargeldhilfen als Option - sogenannte Cashtransfers - seien in der Region wenig sinnvoll, da kaum Nahrungsmittel auf Märkten angeboten würden. Um die konkreten Maßnahmen zu planen, reist der gebürtige Kanadier am kommenden Montag nach Turkana.

Philippe Carrette, Länderbüroleiterin der Johanniter-Auslandshilfe in Kenia, steht Ihnen für Telefoninterviews zur Verfügung.

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:Sandra Lorenz, Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe, Tel.: 030 26997-356 / Mobil: 0172 563 87 40 / E-Mail: sandra.lorenz@johanniter.de

Mehr Informationen zur drohenden Hungersnot und Einblicke in die Arbeit der Johanniter im Südsudan erhalten Sie hier in einem WELTSPIEGEL Extra der ARD vom 11. April 2017

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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