Nepal: Bessere Gesundheitsversorgung und Schutz vor Katastrophen

Kathmandu, 25. April 2017

Zwei Jahre nach den schweren Erdbeben erholt sich das Gesundheitssystem in Nepal nur schleppend. Die rund 400 zerstörten Gesundheitsstationen im Land wurden nur teilweise und sehr langsam wieder aufgebaut. Viele Patienten werden weiter in Übergangsstationen oder Zelten behandelt. Die Johanniter-Auslandshilfe hat Ende 2016 mit dem Neubau von zwei Stationen in einer abgelegenen Bergregion begonnen. Weitere werden im Laufe des Jahres folgen. Parallel dazu leisten die Johanniter Katastrophenprävention in einer  stark gefährdeten Region.

Apsara Karki kann es kaum erwarten, bis die neue Station fertig ist. Das Gebäude steht bereits, jetzt geht es an den Innenausbau und die Feinarbeiten. Apsara ist als Hebamme in der abgelegenen Gemeinde Marbu tätig, die hoch in den Bergen liegt. Sie und ihre Familie kommen aus einer anderen Gemeinde, aber als sie ihr Zuhause durch das Erdbeben im April 2015 verloren hatten, zog es sie für einen Neuanfang hierher. In einem Bretterverschlag versucht sie, ihrer Arbeit so gut wie möglich nachzukommen. Aber die Bedingungen in der Gesundheitsstation haben nur wenig mit einer adäquaten medizinischen Einrichtung gemein. Eine provisorische Latrine draußen, Enge und Mangelverwaltung drinnen.

Neue Stationen für Basisgesundheitsversorgung

Wenn der Neubau in der ersten Hälfte dieses Jahres fertig wird, ändert sich das Bild grundlegend. Ein sauberer Geburtenbereich wird ebenso Teil des Gebäudes sein wie ein Patientenzimmer mit zwei Betten. Außerdem sollen eine Solaranlage, eine Abfallgrube und eine Toilette mit septischem Tank die hygienischen Bedingungen und die Grundversorgung verbessern. Eine ähnliche Station wird zeitgleich für die Gemeinde Khare gebaut. In beiden Einrichtungen wird in Zukunft über 5500 Menschen eine Gesundheitsversorgung angeboten. Vier weitere Stationen sollen im Laufe des Jahres noch folgen.

Nach der Ausstattung mit Inventar und Medikamenten werden die Stationen dem staatlichen Gesundheitsministerium übergeben, denn der Betrieb liegt in deren Hand“, erklärt Julia Noel, Projektkoordinatorin der Johanniter-Auslandshilfe. „Um aber Abläufe zukünftig zu verbessern, werden die lokalen Mitarbeiter anschließend für eine bessere Patientenbehandlung oder zu Lieferketten bei Arzneimitteln durch unsere Partnerorganisation Nyaya Health Nepal beraten."

Prävention und sauberes Trinkwasser

Mit Gabione festigen die Gemeinden ihre Hänge, um Erdrutsche zu verhindern.

Allein mit dem Wiederaufbau von zerstörter Infrastruktur ist es in Nepal nicht getan. Zu groß sind weiterhin die Risiken durch drohende Naturkatastrophen. Im Distrikt Sindhupalchowk, der besonders stark durch Erdbeben, Waldbrände und Erdrutsche bedroht ist, führen die Johanniter längerfristige Präventionsmaßnahmen durch. In fünf Gemeinden wird seit Ende 2016 die Etablierung von gemeindebasierten Katastrophenschutzteams und Gruppen jugendlicher Soforthelfer unterstützt. Risiken sollen erkannt und durch verändertes Verhalten und infrastrukturelle Verbesserungen verringert werden. Zusätzlich wird der Zugang der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser verbessert, welcher zwei Drittel der Bevölkerung bisher verwehrt ist. Über 22 400 Menschen werden durch diese Maßnahmen erreicht, die wie der Bau der Gesundheitsstationen über Spendengelder von Aktion Deutschland Hilft möglich sind.

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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