Südsudan: Johanniter helfen trotz angespannter Lage vor Ort

Berlin, 15. Juli 2016

Flüchtlinge Ende Juni in Wau: Laut UN-Angaben ist fast jeder zweite Einwohner des Landes von Unterernährung bedroht. 2,2 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht.

183 Mitarbeiter im Einsatz

Nach tagelangen bewaffneten Auseinandersetzungen in der südsudanesischen Hauptstadt Juba und anderen Regionen des Landes hat die Johanniter-Auslandshilfe sechs Mitarbeiter vorübergehend aus dem Land abgezogen. Eine seit dem 11. Juli geltende Feuerpause und internationale Anstrengungen haben die Evakuierungen am 15. Juli möglich gemacht. Die Hilfsmaßnahmen gehen dennoch weiter.

In den Provinzen Western Equatoria und Western Bahr el Ghazal führen die verbliebenen 183 Johanniter-Mitarbeiter überlebensrettende Projektaktivitäten zur Behandlung akuter Unterernährung und medizinischen Versorgung fort. So unterstützen die Johanniter 24 Gesundheitsstationen, welche die Gesundheitsversorgung für knapp 70.000 Menschen sicherstellen.

In der Stadt Wau, im Nordwesten des Landes, wo es bereits Ende Juni zu schweren bewaffneten Auseinandersetzungen kam, leisten die Johanniter weiter Soforthilfe. Über 70.000 Menschen waren hier geflohen. Sie werden von den Johannitern auf Anzeichen von Unterernährung untersucht und erhalten nährstoffreiche Zusatznahrung. Pro Woche werden derzeit rund 11000 Menschen untersucht, etwa drei Viertel davon sind Kinder. In der ersten Juliwoche wurden 631 neue Fälle akuter Unterernährung registriert und behandelt.

 

„Wir befürchten, dass die angespannte Lage auch in den kommenden Wochen anhält“, sagt Monika Esders, Fachbereichsleiterin für Afrika bei der Johanniter-Auslandshilfe. „Täglich fliehen weiter Menschen aus ihren Dörfern und Gemeinden. Sie brauchen schnell Hilfe. Deshalb werden wir uns weiter im Südsudan engagieren und humanitäre Hilfe leisten.“

Die Johanniter sind seit 2011 im Südsudan aktiv und führen neben der Gesundheitsversorgung in der Provinz Western Bahr El Ghazal Projekte zur Bekämpfung von Unterernährung durch. Rund 90.000 Patienten hatten die Johanniter in den vergangenen Monaten in den Distrikten Jur River, Wau und Raga County mit therapeutischer Zusatznahrung behandelt. Zur langfristigen Verbesserung der Ernährungssituation werden Gemeinden in der Region bei der Landwirtschaft beraten sowie mit Saatgut und Nutztieren unterstützt. Aufgrund der aktuellen Ausschreitungen mussten die Johanniter ihre laufenden Aktivitäten zeitweise unterbrechen.

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