Syrien: „Längste Nothilfephase seit es Humanitäre Hilfe gibt“

Berlin, 16. Juni 2016

Auch im sechsten Jahr seit Beginn des Bürgerkrieges, sind die syrischen Flüchtlinge und intern Vertriebene weiter auf internationale Nothilfe angewiesen. Besonders in den Nachbarländern wie Jordanien oder Libanon harren viele der Flüchtlinge noch immer in Lagern, Bauruinen oder bei Gastfamilien aus. Gleichzeitig fliehen immer noch jeden Monat rund 10.000 Menschen vor den Kämpfen in Syrien.

Doch nur wenige schaffen es über die jordanische Grenze.

„In einem informellen Lager in der Wüste an der syrisch-jordanischen Grenze sind seit Januar 60.000 Syrer angekommen. Bevor sie nach Jordanien einreisen können, müssen die Geflüchteten durch einen zermürbenden und langwierigen Registrierungsprozess. In der Zwischenzeit harren sie unter schwierigsten Bedingungen in der Wüste aus“, berichtet Johanniter-Landesbüroleiter Walter Berier.

Hunderttausende weitere syrische Flüchtlinge leben seit Jahren in provisorischen Lagern, Bauruinen oder bei Gastfamilien in Jordanien. Die Flüchtlinge erhalten keine Arbeitserlaubnis und können deshalb sich und ihre Familien nicht selbst ernähren. Sie sind nach wie vor auf die internationale Hilfe angewiesen.

„Die Nothilfephase für die syrischen Flüchtlinge ist die längste, die es seit Beginn der humanitären Hilfe gegeben hat“, sagt Berier. „Hier sind die syrischen Flüchtlinge ein Niemand – vielerorts unerwünscht und abhängig von internationaler Unterstützung“, ergänzt der 48-Jährige, der vor Ort in Jordanien tätig ist. „In Syrien besitzen viele von ihnen eigenes Land. Und auch wenn alles zerstört ist und täglich Bomben fallen, wollen viele Syrer jetzt lieber zurückkehren, um ihr Land wieder aufzubauen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Erste Schritte zur Integration der Flüchtlinge sind jetzt in den Nachbarländern erkennbar. So hat die jordanische Regierung kürzlich ein Gesetz erlassen, das es den Flüchtlingen erlaubt, in einigen Bereichen als Hilfsarbeiter tätig zu werden. Die Johanniter haben ein Pilotprojekt zur Integration von syrischen und palästinensischen Flüchtlingen in den libanesischen Arbeitsmarkt gestartet. Hierbei werden vor allem Jugendliche bei der Arbeitssuche und der Berufsausbildung unterstützt.

Weltweite Hilfe für Flüchtlinge

Im Jahr 2015 haben die Johanniter mehr als 500 000 Flüchtlinge und intern Vertriebene, zum Beispiel in Afghanistan, der Demokratische Republik Kongo, in Jordanien und im Libanon mit lebensnotwendigen Hilfsgütern, medizinischer und psychosozialer Hilfe unterstützt. Seit 2014 engagieren sich die Johanniter auch in Syrien. Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation konnten bereits über 100.000 Kinder geimpft werden. Dieses Programm sowie die Aktivitäten in Jordanien und im Libanon werden vom Auswärtigen Amt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. In Deutschland betreiben die Johanniter mehr als 120 Flüchtlingseinrichtungen mit rund 40.000 Plätzen, darunter zahlreiche Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Über die Unterbringung hinaus leisten die Johanniter medizinische, soziale, pädagogische und psychosoziale Betreuung und Beratung und unterstützen die neu Ankommenden bei ihren ersten Schritten zur Integration.

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Hinweis an Redaktionen: Walter Berier, Johanniter-Landesbüroleiter in Jordanien steht für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an den Fachbereich Kommunikation, 030 / 26 997 356. 

 

 

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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