„Unsere Kinder haben keine warme Kleidung und laufen barfuß herum“

Berlin / Amman, 21. Dezember 2016

Im Norden Jordaniens, nahe der syrischen Grenze, unterstützen die Johanniter syrische Flüchtlingskinder mit Winterkleidung. Für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie Winterkleidung erhalten, obwohl sie schon seit Jahren unter schwierigsten Bedingungen leben und besonders in der Winterzeit mit unangemessener Kleidung in Zelten ausharren müssen. Drei Familien berichten über ihre neues Leben in Jordanien.

Ahmad abu Ibrahim

Ahmad abu Ibrahim hat zusammen mit seiner sechsköpfigen Familie Syrien vor drei Jahren verlassen. In Syrien hatte Ahmad ein gutes Leben. In der Region um Hamah, im Westen Syriens nahe der Stadt Homs, arbeitete der 55-jährige als Schafhirte. Heute sind sie abhängig von der Hilfe der Hilfsorganisationen. An der Grenze zu Syrien leben viele der syrischen Familien noch immer in Zelten. Sie dürfen nicht arbeiten und können so kein eigenes Einkommen erwirtschaften. Besonders jetzt kurz vor dem Winter mit Temperaturen um die Null Grad ist es empfindlich kalt in den Zelten.

„Viele unserer Kinder haben keine warme Kleidung und laufen die meiste Zeit barfuß oder in Sandalen herum. Deshalb sind wir sehr froh, dass die Johanniter uns mit Winterkleidung für die Kinder unterstützen.“

Bassam Khaled

Bassam ist 42 Jahre alt und lebt mit seinen Schwestern und deren Kindern in einem Hausflur, nahe der syrischen Grenze. Seit einem Jahr leben sie auf engstem Raum mit ein paar Matratzen und einem Fernseher. Die Kinder besuchen den Johanniter-Kindergarten und erhalten hier auch psychologische Unterstützung.

„Die Kinder wieder lachen zu sehen, ist das schönste Geschenk. Sie sind sehr glücklich im Kindergarten und froh etwas Zeit außerhalb des kleinen Hausflurs zu verbringen“, so Bassam.

Abu Shamsa

Abu Shamsa ist 36 Jahre alt und mit seiner Familie im Jahr 2014 von Syrien nach Jordanien geflohen. Hier leben sie seit Jahren in einem Zelt. Auf dem Boden liegt nur eine Plastikunterlage und ein Teppich, geschlafen wird auf dünnen Matratzen. Der kalte Winterwind bläst durch jede Ritze, der Boden ist eiskalt. Doch alle Kinder laufen barfuß herum. 

„Meine Kinder haben sich so über die Winterkleidung der Johanniter gefreut. Sie wollten sie gar nicht anziehen, um sie nicht schmutzig zu machen. Aber wir sind froh, dass die Kinder nun warme Sachen haben und sich vor der Winterkälte schützen können.“

Bitte unterstützen Sie unsere Winterhilfe

Hintergrund

Der Krieg in Syrien jährt sich im März 2017 zum 6. Mal. Laut dem neuesten Bericht der Vereinten Nationen sind bereits 4,81 Millionen Syrer in die Nachbarländer geflohen. Deren Situation wird täglich schlimmer. Die Mehrzahl der Flüchtlinge lebt am Existenzminimum ohne ausreichend Nahrungsmittel oder Geld für Miete und medizinische Versorgung. Gerade jetzt vor dem bevorstehenden Winter ist Hilfe für die Flüchtlinge überlebensnotwendig. „Sechs Jahre Konflikt in Syrien und noch immer sind die Flüchtlinge diejenigen, die unsere Hilfe brauchen – heute mehr denn je“, konstatiert Amin Awad, UNHCR Direktor für den Mittleren Osten.

In dem Distrikt Al Ramtha leben mittlerweile rund 50.000 Syrer haben hier in den letzten Jahren, seit Beginn des Krieges, Zuflucht gesucht. Neben der Winterhilfe haben die Johanniter einen Kindergarten eröffnet, in dem die Flüchtlingskinder lernen und spielen können. Geschulte Psychologen helfen ihnen dabei, ihre Traumata zu überwinden.

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin