Weltgesundheitstag: Recht auf Gesundheit auch in Konflikten umsetzen

Berlin / Goma, 06. April 2018

Die Demokratische Republik Kongo erlebt seit Jahrzehnten einen gewalttätigen Konflikt, der Millionen Menschen zur Flucht gezwungen hat. Das Team der Johanniter-Auslandshilfe leistet seit Jahren im Osten des Landes Nothilfe und setzt Maßnahmen zur Wasserversorgung und Verbesserung der Hygiene um. Vor allem aber stärken wir lokale Basisgesundheitsstrukturen.

Allein in der Provinz Nord-Kivu gibt es über 860.000 Vertriebene. Viele suchen Schutz in Flüchtlingslagern. Armut, kaum etwas zu essen und schmutziges Wasser führen regelmäßig zum Ausbruch schwerer Durchfallerkrankungen. Mitte 2017 brach eine Cholera-Epidemie aus, die hunderte Todesopfer gefordert hat. Auch deshalb, weil es kein flächendeckend funktionierendes Gesundheitssystem gibt.

Die Johanniter sind seit 1995 in der DR Kongo aktiv. ©P.Hahn

Die Johanniter helfen seit 1995 in der Demokratischen Republik Kongo im Gesundheitsbereich. Seitdem konnten wir fünf Gesundheitsstationen bauen und elf weitere sanieren, die wir mit Medikamenten, Solaranlagen für Licht und Kühlschränken für Impfstoffe ausstatten. Von zwei Feldbüros aus beliefern mobile Teams auf Motorrädern weitere Gesundheitsstationen in abgelegenen und bergigen Gegenden mit Medikamenten. Jede Station kann 10 bis 15 Patienten gleichzeitig stationär versorgen. Zwei Räume sind für ambulante Behandlungen vorgesehen, etwa für die Wundversorgung oder Impfungen. Häufig behandeln die Ärzte und Gesundheitshelfer auch mangelernährte Kinder mit therapeutischer Zusatznahrung. Insgesamt sichert eine Station die medizinische Versorgung von rund 14.000 Menschen.

Sichere Geburten ermöglichen

Ärztemangel und hohe Kosten sind der Grund dafür, dass in der Demokratischen Republik Kongo jede fünfte Schwangere ihre Kinder alleine zur Welt bringen. Das bedeutet eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit. Um dem entgegenzuwirken, richten wir Entbindungsstationen ein. Derzeit errichten wir eine in dem Ort Lukweti, die bald als einzige im Umkreis dafür sorgt, dass jeden Monat rund 40 Kinder gesund zur Welt kommen können. Zur Basisausstattung gehören ein Untersuchungsstuhl, die Verbesserung des hygienischen Umfelds durch den Bau von Plazentagruben sowie die Ausbildung der Mitarbeiter, die von der nationalen Gesundheitsbehörde in den Stationen tätig sind.

Derzeit prüft das Johanniter-Team vor Ort die Einführung eines lokalen Krankenkassensystems. So soll erreicht werden, dass sich die Eigenversorgung der Gesundheitsstationen mit Medikamenten stabilisiert und die Anwohner eine Behandlung ohne hohe Kosten garantiert bekommen. „In einem Land mit ständig wechselnden Konfliktparteien und Fluchtbewegungen ist das natürlich eine enorme Herausforderung“, sagt Dr. Oliver Hoffmann, Fachberater für Gesundheitsthemen der Johanniter-Auslandshilfe. Momentan sei es so, dass die Gesundheitsversorgung vor allem von externer Hilfe abhänge.

Wenn wir aber wollen, dass sich die Länder mittelfristig selbst versorgen, müssen wir schon jetzt an Lösungen arbeiten. Eine Versicherung auf lokaler Ebene ist ein erster Ansatz. So erreichen wir eine Basisgesundheitsversorgung, die über begrenzte Projektzeiträume hinaus Bestand haben kann“, so Hoffmann.

Gesundheit ist ein Schwerpunkt bei vielen Aktivitäten der Johanniter-Auslandshilfe weltweit. Hier erfahren Sie mehr über unseren Ansatz.

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Ihr Ansprechpartner Dr. Oliver Hoffmann

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