Weltklimakonferenz 2017: „Warten ist keine Option“

Berlin/Bonn (ADH), 07. November 2017

Wirbelstürme, Flut und Dürre bringen jährlich Tod und Elend über Millionen Menschen – ganz besonders in ärmeren Ländern. In Zeiten des Klimawandels ist die Katastrophenvorsorge eine unverzichtbare Säule der humanitären Hilfe, welche die Johanniter und weitere Bündnisorganisationen von „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) stetig leisten. Das Ziel: Menschen auf Naturkatastrophen vorbereiten, Leid verhindern, bevor es geschieht. Laut Angaben des jüngsten Weltrisikoberichts konnten sich die meisten Länder der Welt in den letzten Jahren dadurch besser vor Katastrophen wappnen. Aber: die extremen Wetterereignisse häufen sich. Deshalb bedarf es einiger Stellschrauben auch an anderer Stelle. Anlässlich der Bonner Weltklimakonferenz mahnt Manuela Roßbach, geschäftsführender ADH-Vorstand: „Warten ist keine Option. Wir müssen uns globalen Herausforderungen zur Bekämpfung des Klimawandels stellen und Maßnahmen jetzt in die Tat umsetzen!“

Die Johanniter verfolgen seit Jahren weltweit Projekte zum Schutz natürlicher Ressourcen und des Klimas. Denn darauf basieren die Zukunftsperspektiven und das Überleben vieler Menschen. In Ecuador schützen wir zusammen mit indigenen Gemeinden das andine Hochland, um den Zugang zu sauberem und ausreichend Wasser zu gewährleisten. Dazu gehören Baumpflanzungen sowie die Begrenzung neuer Ackerflächen. In afrikanischen Ländern zeigen wir Familien wassersparende Anbaumethoden auf kleinsten Flächen, um das Überleben auch in Dürrezeiten zu sichern und knappe Wasserressourcen zu schonen. In Kambodscha nutzen bäuerliche Gemeinden den Dung ihrer Kühe zur Herstellung von Biogas: die Rodung von Bäumen kann so verhindert werden.

Drei Regionen auf verschiedensten Teilen der Erde zeigen die verheerenden Folgen des Klimawandels und wie wichtig es ist, jetzt zu handeln:

Hunger und Dürre in Afrika

Durch die extreme Dürre am Horn von Afrika und anhaltende Gewalt in der Region um den Tschadsee sind über 44 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, darunter zahllose Kinder. Besonders dramatisch ist die Situation im Kongo, Nigeria, Äthiopien und im Südsudan: Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren, suchen Schutz in Flüchtlingscamps und sind auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen. Die anhaltende Trockenheit ist eine Folge des Wetterphänomens El Niño. Die verheerende Dürre am Horn von Afrika bedroht das Leben von Millionen Menschen. In den vergangenen Jahren fielen Regenzeiten aus, Ernten wurden vernichtet, Tiere verhungern und Nahrungsmittelpreise steigen in schwindelerregende Höhen. Inzwischen wieder vereinzelt einsetzender Regen kann in den ausgetrockneten Böden nicht einsickern. Die Folge sind Überschwemmungen und verseuchtes Trinkwasser. Besonders problematisch: Aufgrund überschwemmter Straßen ist für Hilfslieferungen kein Durchkommen. Millionen Menschen benötigen akut humanitäre Hilfe.
Wie wir die Menschen im Südsudan bei der Eigenversorgung unterstützen, erfahren Sie hier.

Monsun und Überschwemmungen in Südasien

Fluten wie in Pakistan 2010 drohen immer häufiger in Asien. ©ADH

Der Monsun hat in Südasien seit Juni dieses Jahres zu verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Mehr als 40 Millionen Frauen, Männer und Kinder waren allein in Bangladesch, Indien und Nepal betroffen. Menschen mussten ihre Häuser verlassen und verloren alles, was sie nicht in Sicherheit bringen konnten. Ernten wurden zerstört und Vieh ist verendet – so werden die Folgen auch in den kommenden Monaten spürbar sein. Mindestens 1.200 Menschen sind zu Tode gekommen. So steigt durch verseuchtes Trinkwasser das Risiko für Krankheiten wie Durchfallerkrankungen oder Malaria. Die starken Regenfälle sollen Experten zufolge anhalten.
Lesen Sie dazu Südasien: So erlebte ein Kind die schweren Überschwemmungen

Tropische Wirbelstürme in der Karibik

Hurrikan Matthew traf das verarmte Haiti am 4. Oktober 2016 mit voller Wucht. Das Land liegt mitten im Hurrikangebiet. 2,1 Millionen Menschen waren 2016 alleine hier von der Katastrophe betroffen. Mehr als 500 Menschen starben, Straßen und Felder wurden überschwemmt, über 200.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Weitere Folgen: Überschwemmte und zerstörte Felder, abgebrochene Bäume. Mehr als eine Million Menschen sind aufgrund von Hurrikan Matthew bis heute auf humanitäre Hilfe angewiesen. 2017 folgten Hurrikan Irma und Maria – weitaus glimpflicher, aber dennoch verschärfte sich die Situation auf der Insel nochmals zusätzlich.
Lesen Sie hier, wie die Johanniter nach Hurrikan Matthew in Haiti geholfen haben.

„Aktion Deutschland Hilft“ begleitet die Bonner Weltklimakonferenz COP23 während der gesamten Verhandlungstage vom 6.-19.11.2017 thematisch mit dem Hashtag #KeinMythos und macht auf die Folgen des Klimawandels im Hinblick auf humanitäre Katastrophen aufmerksam. Mehr zum Thema können Sie auf der Fachthemenseite Klimawandel von ADH lesen – samt FAQ und Bilderstrecke. 

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Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

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