Demokratische Republik Kongo

Fortdauernde Gewalt

Die humanitäre Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahren eine der kritischsten weltweit. Obwohl der Bürgerkrieg 2003 offiziell beendet wurde, kommt es immer wieder zu Überfällen auf Dörfer, Massaker durch Rebellen und Entführungen von Zivilisten. Die Lage in Bezug auf Sicherheit und Versorgung bleibt prekär und hat eine erneute Welle der Vertreibungen ausgelöst. Sexuelle Gewalt insbesondere gegen Frauen und Mädchen wird systematisch als Kriegwaffe eingesetzt, um Gemeinschaften zu destabilisieren. Auf der Flucht vor den Gräueltaten verlassen die Menschen ihre Dörfer. Mehr als 2,6 Millionen Binnenvertriebene warten in Flüchtlingslagern oder bei Gastfamilien auf ein Ende der Gewalt.

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Armut und Rohstoffreichtum in einem Land

Trotz seiner Fülle an natürlichen Ressourcen und Rohstoffen wie Gold und Diamanten zählt die DR Kongo zu den zehn ärmsten Ländern der Welt – das Ergebnis von jahrelanger Misswirtschaft, illegalem Rohstoffabbau, Korruption und gewalttätigen Konflikten. Hunger ist für die Menschen allgegenwärtig.

Medizinische Hilfe für Nord-Kivu

Die Johanniter sind bereits seit 1995 in der Demokratischen Republik Kongo helfend aktiv und legen ihr Augenmerk vor allem auf die lokalen Gesundheitsdienste, die trotz der Kämpfe und Vertreibungen aufrechterhalten und verbessert werden. 

In den Flüchtlingslagern Mugunga I, III und Lac Vert stellten die Johanniter in den vergangenen Jahren die medizinische Versorgung von 10 000 Vertriebenen sicher und setzen nun Gesundheitszentren und Krankenhäuser in Nord-Kivu instand, zu denen auch Vertriebene Zugang haben. Die Einrichtungen werden mit Medikamenten und medizinischen Geräten versorgt und das Personal wird finanziell und fachlich unterstützt. Überlebende sexueller Gewalt versorgen die Johanniter medizinisch und psychosozial.

Sauberes Wasser zum Schutz vor Krankheiten

Quellfassungen verbessern den Zugang zu sauberem Trinkwasser und vermeiden die Ausbreitung von Krankheiten. (Foto: JUH)

Akute Mangelernährung und unzureichende medizinische Versorgung fordern tagtäglich Menschenleben in der DR Kongo: Jeder zweite Todesfall geht auf unsauberes Trinkwasser, Mangel an Impfstoffen oder unangemessene Behandlung von Fieber, Malaria oder Durchfallerkrankungen zurück. Nur knapp ein Viertel der Kongolesen haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Vor allem Kinder leiden unter den harten Lebensbedingungen. So beträgt die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren 118 pro 1.000 Lebendgeburten. Zum Vergleich: in Deutschland liegt das Verhältnis bei 4 pro 1000. Die Johanniter haben deshalb in den vergangenen Jahren knapp 100 natürliche Trinkwasserquellen eingefasst und vor Verunreinigung, zum Beispiel durch Tiere, geschützt.

Umfassende Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt

Schätzungen zufolge werden landesweit täglich mehr als 1100 Frauen und Mädchen Opfer einer Vergewaltigung. Sexuelle Gewalt wird in der Demokratischen Republik Kongo systematisch als Waffe eingesetzt. In den Gesundheitsstationen in Nord-Kivu kümmern sich die Johanniter daher um die Überlebenden dieser Übergriffe, behandeln Verletzungen und bieten HIV- und Schwangerschaftstests an. Darüber hinaus klären lokale Gemeindegesundheitshelfer die Bevölkerung über sexuelle Gewalt auf und informieren sie über die medizinischen Dienste der Johanniter.

Mehr über die Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt erfahren Sie hier

In der unten stehenden Tabelle sehen Sie die Projekte der Johanniter-Auslandshilfe in der DR Kongo im Überblick.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Masisi und Karisimbi, Nord-Kivu Unterstützung der umfassenden Versorgung Überlebender sexueller Gewalt und Basisgesundheitsversorgung 15.02.2015 – 14.02.2017 Auswärtiges Amt, Spenden
Masisi, Nord-Kivu Verbesserung der Basisgesundheits- und Trinkwasserversorgung 01.05.2016 - 31.12.2017 Auswärtiges Amt, Spenden

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Ihr Ansprechpartner Maja Bünsche

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