Demokratische Republik Kongo

Die humanitäre Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahren verheerend. Obwohl der Bürgerkrieg 2003 offiziell beendet wurde, kommt es immer wieder zu Überfällen auf Dörfer, Massaker durch Rebellen und Entführungen von Zivilisten. Die Lage in Bezug auf Sicherheit und Versorgung bleibt prekär, aufflammende Gewalt in der Region Kasai hat zur Vertreibung hunderttausender Menschen geführt. Sexuelle Übergriffe - insbesondere gegen Frauen und Mädchen - werden dabei systematisch als Kriegwaffe eingesetzt, um Gemeinschaften zu destabilisieren. Mehr als 3,8 Millionen Binnenvertriebene lebten 2017 in Flüchtlingslagern oder bei Gastfamilien, wo sie seidem auf ein Ende der Gewalt warten.

Johanniter unterstützen im Gesundheitsbereich

Die Johanniter sind bereits seit 1995 in der Demokratischen Republik Kongo aktiv und legen ihr Augenmerk vor allem auf die lokalen Gesundheitsdienste, die trotz Kämpfe und Vertreibungen aufrechterhalten werden müssen. In den Flüchtlingslagern Mugunga I, III und Lac Vert stellten wir in den vergangenen Jahren die medizinische Versorgung von 10,000 Vertriebenen sicher. Jetzt setzen wir vor allem Gesundheitszentren in Nord-Kivu instand, zu denen auch Vertriebene Zugang haben. Die Einrichtungen werden mit Medikamenten und medizinischen Geräten versorgt und das Personal muss finanziell und fachlich unterstützt werden.

Mehr Informationen über unsere bisherigen Aktivitäten im Bereich Gesundheit in der DR Kongo finden Sie hier.

Armut und Rohstoffreichtum in einem Land

Denn trotz seiner Fülle an natürlichen Ressourcen und Rohstoffen wie Gold, Koltan und Diamanten zählt die DR Kongo zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Durch jahrelange Misswirtschaft, illegalen Rohstoffabbau, Korruption und gewalttätige Konflikte steckt das Land in einer tiefen Krise. Hunger ist für die Menschen allgegenwärtig. Demokratische Wahlen wurden in den vergangenen Jahren mehrfach verschoben.

Sauberes Wasser schützt vor Krankheiten

Mangelernährung und unzureichende medizinische Versorgung fordern tagtäglich Menschenleben: Jeder zweite Todesfall geht auf unsauberes Trinkwasser, Mangel an Impfstoffen oder der unangemessenen Behandlung von Fieber, Malaria oder Durchfallerkrankungen zurück. Die Johanniter haben in den vergangenen Jahren knapp 100 natürliche Trinkwasserquellen eingefasst und vor Verunreinigung geschützt. Vor allem Kinder leiden unter den prekären Bedingungen. So beträgt die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren 91 pro 1000 Lebendgeburten. Zum Vergleich: in Deutschland liegt das Verhältnis bei 4 pro 1000.

Quellfassungen verbessern den Zugang zu sauberem Trinkwasser und vermeiden die Ausbreitung von Krankheiten. (Foto: JUH)

Umfassende Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt

Sexuelle Gewalt wird in der Demokratischen Republik Kongo systematisch als Waffe eingesetzt. Hunderte Frauen und Mädchen sind tagtäglich von Vergewaltigungen betroffen. In den Gesundheitsstationen in Nord-Kivu kümmern sich unsere Mitarbeiter um die Überlebenden dieser Übergriffe, behandeln Verletzungen, bieten HIV- und Schwangerschaftstests an und unterstützen sie auf Wunsch bei der juristischen Aufarbeitung der Fälle. So sollen neben der Linderung physischer und seelischer Verletzungen auch ein Mindestmaß an Gerechtigkeit erreicht werden. 

Mehr über die Hilfe für Überlebende sexueller Gewalt erfahren Sie hier

Spenden Sie jetzt

In der folgenden Tabelle sehen Sie die Projekte der Johanniter-Auslandshilfe in der DR Kongo im Überblick.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Masisi und Mweso, Nord-Kivu Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung in den Gesundheitszonen Masisi und Mweso 01.04.2017 – 31.03.2020 Auswärtiges Amt, Spenden
Masisi und Mweso, Nord-Kivu Nachhaltige Verbesserung des Gesundheitsdienstes und der Gesundheit der Bevölkerung in Masisi und Mweso 01.12.2017 – 30.06.2020 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ
Masisi, Nord-Kivu Umfassende Versorgung Überlebender sexueller Gewalt und Verbesserung der Basisgesundheits- und Trinkwasserversorgung 01.05.2016 - 30.09.2018 Auswärtiges Amt, Spenden

Verwandte Meldungen und Berichte

Spenden Sie jetzt
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Maja Bünsche

Lützowstr. 94
10785 Berlin