Dschibuti

Leben im permanenten Ausnahmezustand

Das kleine Land am Horn von Afrika mit rund 830 000 Einwohnern befindet sich trotz politischer Stabilität bereits seit Jahren im Ausnahmezustand einer humanitären Krise. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze in von Trockenheit geplagten Regionen oder stetig wachsenden städtischen Vierteln. Für die anhaltende Not in Dschibuti gibt es viele Gründe: Wassermangel durch permanente Dürren, unfruchtbare Böden, schlechte medizinische Versorgung aber auch hohe Lebensmittelpreise und Arbeitslosigkeit.

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Die Johanniter sind seit 1994 in Dschibuti aktiv. Anfangs lag der Schwerpunkt unserer Arbeit auf der Behandlung und Vorbeugung von Mangel- und Unterernährung. In den letzten Jahren engagieren wir uns verstärkt in der Verbesserung der medizinischen Versorgung für Menschen mit Behinderung und im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Gesundheitsversorgung und Rehabilitationsangebote für Menschen mit Behinderung

Rehabilitationsangebote stehen Menschen mit Behinderungen in Dschibuti bisher kaum zur Verfügung. Mit der Schaffung eines Netzwerkes aus qualifizierten Gesundheits- und Rehabilitationsdiensten in Balbala möchten die Johanniter die Situation der Betroffenen verbessern. Auf dem Gelände des örtlichen Krankenhauses bauen die Johanniter deshalb ein Rehabilitationszentrum bestehend aus einer Physiotherapie und einer Orthopädiewerksatt, in der Menschen mit Körperbehinderung qualitativ hochwertige und den Lebensbedingungen in Dschibuti angepasste Prothesen und Orthesen erhalten. Um den Betrieb des Rehabilitationszentrums langfristig zu sichern, werden einheimische Fachkräfte in den Bereichen Physiotherapie und Orthopädietechnik sowie im Management eines solchen Zentrums geschult.

Aufklärung über weibliche Genitalverstümmelung

Dschibuti ist eines der Länder, wo bis heute die weibliche Genitalverstümmelung eine große Rolle spielt. Neun von zehn Mädchen und Frauen sind davon trotz eines gesetzlichen Verbots betroffen. Vor allem in den ländlichen Regionen wird weiter beschnitten. So findet beim Volk der Afar die Verstümmelung traditionell zwischen dem sechsten bis achten Tag nach der Geburt des Mädchens statt. Dank einer Förderung von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung werden die Johanniter auch in den kommenden 18 Monaten ihre Aufklärungskampagne zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung fortsetzen. Ziel ist es, weiter über die Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung, aber auch zu Themen wie Kinderschutz, Frauenrechten und Frauengesundheit aufzuklären. Insgesamt wurden seit Beginn der Aktivitäten der Johanniter im Jahr 2012 in den ländlichen Regionen Dschibutis bereits fünfzehn Aufklärungskomitees gegründet, die rund 15.000 Teilnehmer zu Genitalverstümmelung sensibilisiert haben. Um die Autonomie der Frauen zu stärken, werden parallel Alphabetisierungskurse angeboten. Insgesamt bewahrte die Johanniter-Auslandshilfe seit 2012 so bereits über 100 Mädchen vor einer Genitalverstümmelung.

In der unten stehenden Tabelle erfahren Sie mehr zu den aktuellen Projekten der Johanniter-Auslandshilfe in Dschibuti.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Dschibuti-Stadt, Balbala Basisgesundheitsversorgung und gemeindebasierte Rehabilitation von Menschen mit Behinderung in Dschibuti 01.11.2012 – 28.02.2017 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Dschibuti Stärkung der Frauenrechte und Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung in Dschibuti

01.01.2017 – 30.06.2018 Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Maja Bünsche

Lützowstr. 94
10785 Berlin