Gesundheit für Menschen mit Behinderung

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In Dschibuti haben Menschen mit Behinderung kaum eine Möglichkeit, sich in einem Gesundheitszentrum oder einer Rehabilitationseinrichtung behandeln zu lassen. Der Weg zum nächsten Gesundheitszentrum ist für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung meist unüberwindbar, das Gebäude nicht barrierefrei und das Personal ist nicht geschult, Menschen mit Behinderung angemessen zu behandeln. Rehabilitationsangebote stehen in Dschibuti bisher kaum zur Verfügung. Mit der Schaffung eines Netzwerkes aus qualifizierten Gesundheits- und Rehabilitationsdiensten im Armenviertel Balbala möchten die Johanniter die Situation der Betroffenen verbessern.

Die Armut ist in Balbala, dem Slumgebiet der Hauptstadt Dschibuti-Stadt, groß. Ein Großteil der etwa 250 000 Menschen lebt ohne fließendes Wasser und Strom. Menschen mit Behinderungen sind besonders stark von Armut betroffen. „Vor allem Kinder und Frauen mit Behinderung  sind häufig ausgegrenzt und führen ein Schattendasein. Auch kleine und alltägliche gesundheitliche Probleme werden kaum medizinisch versorgt“, berichtet die Projektkoordinatorin Maja Bünsche. „Dabei ist Armut nicht nur eine Folge von Behinderung, sondern auch ihre Ursache. Rund die Hälfte der Behinderungen lassen sich durch Prävention sowie eine verbesserte Gesundheitsversorgung und speziell eine bessere Mutter-Kind-Versorgung verhindern“, so Bünsche weiter.

Um die Basisgesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderung zu verbessern, werden Mitarbeiter aus fünf Gesundheitsstationen und dem Krankenhaus Balbala sowie 40 Gemeindegesundheitshelfer zu den Rechten und Belangen von Menschen mit Behinderung sowie zu Prävention und Früherkennung von Menschen mit Behinderung geschult. Zudem werden die Gesundheitsstationen auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht. Es werden Rampen installiert, barrierefreie WCs gebaut und eine Beschilderung angebracht, die auch für Menschen mit einer Sehbehinderung zu erkennen ist.

Über die Gesundheitsstationen und Gemeindestrukturen werden weitergehend Personen identifiziert, die Physiotherapie oder ein orthopädisches Hilfsmittel benötigen. Auf dem Gelände des Krankenhauses Balbala bauen die Johanniter ein Rehabilitationszentrum bestehend aus einer Physiotherapie und einer Orthopädiewerksatt, in der Menschen mit Körperbehinderung qualitativ hochwertige und den Lebensbedingungen in Dschibuti angepasste Prothesen, Orthesen und Rollstühle erhalten. Gleichzeitig wird ein behindertengerechtes Fahrzeug gekauft, um Patienten mit einem Fahrdienst in die Rehabilitationseinrichtung zu bringen. Um den Betrieb des Rehabilitationszentrums langfristig zu sichern, werden einheimische Fachkräfte in den Bereichen Physiotherapie und Orthopädietechnik sowie im Management eines solchen Zentrums geschult.

„Für Menschen mit Behinderung ist der Zugang zu Gesundheit und Rehabilitation eine Voraussetzung dafür, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen, zur Schule zu gehen oder sich um eine Arbeit zu bemühen“ , erklärt Anne Ernst, Fachberaterin der Johanniter für Behinderung und Rehabilitation, die Motivation für dieses Projekt. In gleichem Maße aber ist es von großer Bedeutung, die Bevölkerung in Dschibuti aufzuklären, dass Menschen mit Behinderung Aufgaben und Verantwortung in der Familie und Gemeinschaft übernehmen können und wollen. Deshalb wird das Projekt von umfangreichen Aufklärungsmaßnahmen in dem gesamten Slumgebiet begleitet.

Das Projekt zur Basisgesundheitsversorgung und gemeindebasierte Rehabilitation von Menschen mit Behinderung in Dschibuti hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.

Lesen Sie hier mehr zu den Projekten der Johanniter in Dschibuti.

Ihr Ansprechpartner Maja Bünsche

Lützowstr. 94
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