Kenia

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Regelmäßige Wasserlieferungen sollen Zugang zu sauberem Trinkwasser für 3600 Menschen während der verheerenden Dürre gewährleisten. Foto: Axel Fassio

Die schwere Dürre in Ostafrika hat vor allem den Nordwesten Kenias fest im Griff. Tausende Nomaden in der wenig erschlossenen Region sind mit ihrem Vieh auf der Suche nach Trinkwasser und Futter für ihre Tiere. Zahlreiche Familien haben kaum noch Nahrungsmittelreserven, viele Tiere sind verendet. Wasserstellen nahe der Nomaden-Siedlung Nasinyono sind zumeist salzhaltig und verunreinigt. Die Johanniter-Auslandshilfe hat deshalb im Februar eine erste Trinkwasserlieferung organisiert. Im April und Mai sollen 3600 Menschen täglich acht Liter sauberes Trinkwasser zur Verfügung stehen, um den Mindestbedarf zu decken. Herangeschafft wird das Wasser über LKW, welche in regelmäßigen Abständen den 50.000 Liter-Tank des Ortes befüllen. Dadurch soll auch die Ausbreitung wasserbedingter Krankheiten verhindert werden, die oft die Ursache für akute Unterernährung sind. Eine Krankenschwester wird parallel die Gesundheitsversorgung im Ort unterstützen. Die finanziellen Mittel dafür stellt das Spendenbündnis Aktion Deutschland Hilft zur Verfügung.

Erfahren Sie hier mehr über die aktuelle Situation der Nomaden in Nordkenia

Der Teufelskreis von Armut und Krankheit

Verteilung von Wartemarken für Arzttermin: Kenia ist medizinisch unterversorgt. Foto: O. Girard

Die schweren Folgen der jetzigen Dürre haben ihre Ursache auch in den vielfältigen Problemen, mit denen sich der ostafrikanische Staat konfrontiert sieht: unzureichende Gesundheitsversorgung, eine hohe Mütter- und Kindersterblichkeit und eine hohe Aids-Rate gehören dazu. Von einer flächendeckenden medizinischen Versorgung ist Kenia nach wie vor weit entfernt: Gerade mal ein Arzt steht 10.000 Kenianern im Bedarfsfall zur Verfügung. Trotz großer Fortschritte in der medizinischen Behandlung starben 2014 noch mehr als 33.000 Menschen in Kenia an AIDS. Cholera, Malaria und Durchfall sind weit verbreitet und knapp jede zweite Frau bringt ihr Kind ohne jegliche medizinische Betreuung zur Welt.

Krankheit bedeutet in dem ostafrikanischen Land schnell finanzielle Not. Vielen Familien fehlen die Ressourcen, um sich teure Behandlungen und lange Anfahrtswege zum nächsten Gesundheitszentrum zu leisten. Besonders die mehr als 1,4 Millionen Aids-Infizierten und schätzungsweise sechs Millionen Menschen mit Behinderungen stehen dadurch vor einem existentiellen Problem.

Hunger nachhaltig bekämpfen

Weite Teile Kenias, vor allem der Norden und Nordwesten, sind regelmäßig von heftigen Trockenperioden und extremem Wassermangel betroffen. Während der schweren Dürre 2011 versorgten die Johanniter in Turkana mehr als 2.200 Familien sieben Monate medizinisch sowie mit Nahrungsmitteln. Um langfristig die Existenzgrundlagen zu stärken, werden bis heute 900 Familien neben der Holzkohleherstellung beim Anbau von Sorghum, einer landestypischen Hirseart, und anderen Agrarprodukten unterstützt. Ziel war es, die Menschen dadurch in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen und zu versorgen. Trotz der verheerenden Dürre mit einem positiven Ergebnis: die Menschen in Nasinyono hatten noch im Februar  immerhin Sorghum-Reserven für einen Monat, um sich minimal zu ernähren. Ein Zeichen dafür, dass der eingeschlagene Weg der letzten Jahre in die richtige Richtung geht und weiter unterstützt werden muss.

Medizinische Betreuung für südsudanesische Flüchtlinge

Vor dem gewaltsamen Konflikt in ihrer Heimat sind bereits mehr als 90.000 Südsudanesen über die Grenze in das Flüchtlingslager Kakuma im Nordwesten Kenias geflohen. Seit 2014 unterstützen die Johanniter dort Gesundheitsstationen, um die medizinische Versorgung der Menschen zu verbessern. Neben der Behandlung von gängigen Krankheiten, konzentrieren sich die Johanniter dabei besonders auf die Betreuung von Müttern und Kindern. In einer Geburtsstation begleiten Krankenschwestern und -pfleger Mütter bei der Geburt und übernehmen die Erstversorgung der Neugeborenen.

Fachärzte für Augenerkrankungen und orthopädische Beschwerden bieten den Bewohnern von Kakuma und den umliegenden Gemeinden Spezialsprechstunden an und operieren bei Bedarf.

Informationen zu den aktuellen Projekten der Johanniter-Auslandshilfe in Kenia erhalten Sie in der unten stehenden Tabelle.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Turkana Diversifizierte Lebensgrundlagen und nachhaltiges Ressourcenmanagement für die pastorale Bevölkerung in Nasinyono 01.07.2015 - 30.06.2018 BMZ / Spenden
Turkana Medizinische Versorgung südsudanesischer Flüchtlinge im Flüchtlingslager Kakuma 01.01.2016 - 31.12.2017 Auswärtiges Amt, Spenden
Turkana West School Feeding Programme 01.09.2017 - 28.2.2018 Mathias-Tantau-Stiftung, ADH
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin