Simbabwe

Simbabwe galt mit seinen fruchtbaren Böden und natürlichen Ressourcen lange Zeit als die Kornkammer Afrikas und wirtschaftlich robustes Land. Der florierende Agrarsektor brachte erfolgreiche Exportgüter wie Tabak, Tee und Blumen hervor. Ende der 90er Jahre läuteten Landenteignungen eine tiefgreifende ökonomische und soziale Krise ein. Hunderttausende Farmarbeiter verloren ihre Arbeit und damit jede Lebensgrundlage. Eine mehrere Jahre andauernde Hyper-Inflation, Misswirtschaft und Arbeitslosigkeit stürzten das Land in große Armut. Der wertlos gewordene simbabwische Dollar wurde durch ausländische Währungen ersetzt und offiziell 2015 abgeschafft. Im November 2016 führte die Regierung Schuldscheine ein, um dem Bargeldmangel im Land Herr zu werden.


Vom Hoffnungsträger zum kranken Patienten

Auf der Suche nach einer neuen Existenzgrundlage sollen in den letzten Jahren allein drei Millionen Menschen nach Südafrika ausgewandert sein, darunter dringend benötigte Ärzte und Fachkräfte. Besonders erschwerend kamen der Ausbruch einer Cholera-Epidemie im Jahr 2009 und anhaltende Dürreperioden hinzu. Die Ernten bei Grundnahrungsmitteln wie Mais haben sich in den letzten Jahren teils halbiert, zeitweise litten laut dem Welternährungsprogramm über ein Drittel der rund 13 Millionen Einwohner des Landes an chronischer oder akuter Unterernährung. Damit nicht genug: Simbabwe gehört zu den Ländern mit der höchsten Zahl an HIV Infizierten weltweit. Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, trotz deutlich verbesserter Behandlungsmethoden sterben jährlich zehntausende Menschen an AIDS.

Sauberes Wasser, bessere medizinische Versorgung, mehr Ernährungssicherheit

Die Johanniter sind seit 2002 in Simbabwe aktiv. Krankenhäuser wurden in der Vergangenheit mit Medikamenten und medizinischen Verbrauchsgütern versorgt, Gesundheitsstationen wurden saniert und Gesundheitshelfer in ländlichen Regionen ausgebildet. Seit 2009 führen die Johanniter und lokale Partnerorganisationen Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung im Osten Simbabwes durch, um gegen weit verbreitete Krankheiten durch verunreinigtes Trinkwasser und Cholera zu kämpfen. Hygieneschulungen bei Krankenhauspersonal und in Gemeinden leisteten Aufklärung über gesundheitliche Gefahren durch mangelnde Hygiene. Um aktuell die Ernährungssicherheit zu verbessern, werden seit 2015 Familien beim Anlegen von Kleingärten und verbesserten Ernährungsgewohnheiten unterstützt, da es in den letzten zwei Jahren vermehrt zu ausgedehnten Dürreperioden gekommen ist, die besonders unter armen Bevölkerungsschichten Hunger und Unterernährung verschärft hat. Zusätzliche Bargeldhilfen helfen seit 2016 besonders betroffenen Familien beim Erwerb von Grundnahrungsmitteln und lebenswichtigen Gütern.

Wie nachhaltig unsere bisherige Hilfe in Simbabwe war, erfahren Sie hier.

Wie wir besonders betroffenen Menschen während der Dürre helfen, erfahren SIe hier.

Informationen zu den aktuellen Projekten der Johanniter-Auslandshilfe in Simbabwe erhalten Sie in der unten stehenden Tabelle.

Region Projektkurzbeschreibung Laufzeit Finanzierung
Distrikt Chipinge, Provinz Manicaland Verbesserung der Ernährungssicherheit besonders vulnerabler Haushalte 01.08.2015 – 31.07.2018 Spendengelder und Drittmittel BMZ
Distrikt Chipinge, Provinz Manicaland Humanitäre Nahrungsmittelhilfe für die von El Niño betroffene Bevölkerung in Chipinge durch Bargeldtransfer 15.04.2016 - 31.03.2017 Spendengelder und Drittmittel Auswärtiges Amt

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