Afghanistan

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Seit 2002 rund 1,3 Millionen Menschen geholfen

Die Johanniter-Auslandshilfe ist seit fast fünfzehn Jahren in Afghanistan tätig. Mehr als 1,3 Millionen Menschen profitierten bisher von dem Engagement der Johanniter. Der Schwerpunkt der Projektarbeit seit 2002 liegt vor allem in der Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Katastrophenvorsorge.

Seit Beginn ihres Engagements in Afghanistan haben die Johanniter tausende Menschen in Erster Hilfe und Katastrophenvorsorge geschult, medizinische Einrichtungen saniert und sie mit medizinischem Material ausgestattet. Dadurch konnte die medizinische Versorgung von hunderttausenden Menschen sichergestellt werden. Rund 20 000 Binnenflüchtlinge erhielten lebensnotwendige Hilfsgüter, und zahlreiche pakistanische Flüchtlinge, die vor der Gewalt ins Nachbarland geflüchtet sind, haben seit 2014 Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung in Flüchtlingscamps.

Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit

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Im August 2013 eröffneten die Johanniter mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Mutter-Kind-Klinik, in der seither täglich bis zu 200 Patienten medizinisch versorgt werden. 24 junge Frauen aus den abgelegenen Gemeinden der Provinz Balkh absolvierten parallel in Mazar-I-Sharif eine Ausbildung zur Hebamme. Nach ihrem Abschluss im Sommer 2014 gingen die Frauen in ihrer Dörfer zurück, um dort Schwangere und junge Mütter zu betreuen. In einer Neuauflage werden seit Oktober 2014 nun weitere 72 Frauen aus den entlegenen Regionen der Provinz Balkh zu Hebammen ausgebildet.

Lesen Sie hier, wie die Johanniter die Mutter-Kind-Gesundheit in Afghanistan verbessern.

Schulung in Katastrophenvorsorge

Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes schulten die Johanniter in den vergangenen Jahren bereits über 10 000 Menschen im Nordosten des Landes in Erster Hilfe und Katastrophenvorsorge. So führten die Johanniter in 40 Schulen der afghanischen Provinz Balkh Katastrophenvorsorgetrainings durch. 6000 Schülerinnen und Schüler erhielten hier praktische Tipps, um sich im Notfall zu schützen und anderen beizustehen. In einem neuen Projekt ist geplant, die Schulungen auf Gemeindemitglieder auszuweiten. Hier sollen Katastrophenkomitees gebildet werden, Evakuierungspläne erstellt und Simulationsübungen durchgeführt werden.

Weitere Informationen zu Katastrophenvorsorgetrainings in Afghanistan finden Sie hier

Medizinische Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene

Vertriebene und Flüchtlinge sind in den  Wintermonaten besonders gefährdet. Oft  leben sie in provisorischen Unterkünften, wie nicht isolierten Holzhütten. Einige Familien haben auch nur Plastikplanen, um sich vor dem Winter zu schützen. Zudem fehlt das Geld für warme Kleidung, Essen und Decken.

Gewalt und Armut führten in Afghanistan bereits zu über 638.000 Flüchtlingen innerhalb des Landes. Viele von ihnen haben sich in sichereren Regionen, wie der Hauptstadt Kabul, in informellen Siedlungen niedergelassen. Hier leben sie unter prekären Bedingungen. Insgesamt gibt es in Kabul bereits 53 informelle Siedlungen. Da die lokale Regierung diese Siedlungen nicht anerkennt, gibt es dort weder fließend Wasser, noch Gesundheitsdienste oder Schulen.

Im Winter wird die Situation noch prekärer. Denn bei -40 Grad schützen die notdürftigen Unterkünfte der Vertriebenen kaum. Die Johanniter unterstützen seit Jahren die Menschen mit Plastikplanen, Decken, Winterkleidung, Socken und Mützen. Mobile Kliniken versorgen die Menschen medizinisch. Vor allem Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, Lungenentzündung, Masern, Hautkrankheiten, Augeninfektionen, Mumps und Unterkühlungen sind häufig und würden ohne die mobilen Kliniken unbehandelt bleiben.

Afghanistan - langfristige Unterstützung ist wichtig

Nach mehr als 30 Jahren Bürgerkrieg sehnen sich die Afghanen nach Frieden. Doch davon ist Afghanistan weit entfernt: Interne bewaffnete Konflikte, starke Militärpräsenz und politische Instabilität prägen den Alltag der Menschen. Das Jahr 2014 war dabei für Afghanistan ein sehr entscheidendes, denn das Land steht vor großen Herausforderungen: Der internationale Truppenabzug Ende des Jahres 2014, der politische Wandel unter der Führung eines neuen Präsidenten und der wirtschaftliche Wandel.

An diesem Punkt ist es wichtig, dass die internationale Gemeinschaft Afghanistan langfristige Unterstützung zusagt, so dass das Erreichte der letzten 13 Jahre nicht verloren geht.

Erfolge der internationalen Gemeinschaft seit 2001:

  • 86,7 Prozent der Bevölkerung leben nun in Regionen, in denen es medizinische Einrichtungen gibt (im Jahr 2001 waren es nur 9 Prozent)
  • Die Mutter-Kind-Versorgung hat sich entschieden verbessert: so sterben nur noch 327 Säuglinge pro 100.000 Geburten im Monat, im Jahr 2000 waren es noch 1000 von 100.000 Geburten
  • Die Lebenserwartung der Afghanen hat sich von 44,5 Jahren in 2001 auf 64 Jahre im 2010 erhöht
  • Die Zahl der Lehrer stieg von 20.000 im Jahr 2001 auf 172.000 in 2012 an (31 % davon sind Frauen)
  • Über 15.000 Schulen ermöglichen nun 8,6 Millionen Kinder den Schulunterricht (2001 hatten nur 900.000 Kinder Zugang zu einem Schulunterricht)

Dennoch gehört Afghanistan auch im Jahr 2014 zu den ärmsten Ländern der Welt und ist noch immer vollkommen abhängig von der internationalen Gemeinschaft:

  • So steigt die Zahl der verletzten und verwundeten Zivilisten bei Kämpfen und kriegerischen Auseinandersetzungen seit 2009 kontinuierlich
  • Noch immer sind neun Millionen Afghanen auf humanitäre Hilfe angewiesen
  • aufgrund von Gewalt und Armut sind in den vergangenen Jahren bereits 683 000 innerhalb des Landes vertrieben worden und suchen Schutz in Camps und Slums rund um die Hauptstadt Kabul. Monatlich kommen bis zu 10 000 neue dazu
  • Die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist mangel- oder unterernährt

Mit Ihrer Spende können wir den Menschen in Afghanistan weiterhin helfen. Vielen Dank.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Provinz Khost Integrierte Notfallgesundheitsversorgung, Nutrition und Psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge aus Pakistan 01.02.2016 - 30.09.2017 Auswärtiges Amt, Spenden
Provinz Balkh Ausbildung von qualifizierten Hebammen zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit 01.07.2014 - 30.07.2016 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin