Für gesunde Mütter und Kinder

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Die Mutter-Kind-Sterblichkeit in Afghanistan gehört trotz Verbesserungen zu den höchsten weltweit. Es mangelt an Fachpersonal und medizinischen Einrichtungen. Die Johanniter versuchen seit 2013, die Situation durch die Ausbildung von Hebammen zu verbessern. Maryam war eine von ihnen, sie nahm an der Hebammen-Ausbildung in Mazar-e-Scharif teil. Sie war in einem kleinen Dorf im Norden Afghanistans aufgewachsen. In ihrer Kindheit sah sie viele Frauen des Dorfes bei der Geburt ihrer Kinder sterben. Auch ihre Tante.

„Die Ältesten sagten zu uns, dass sie von einem Dämon besessen gewesen und deshalb während der Geburt ein Dschinn gekommen sei, um sie zu töten“, erinnert sich die 21- Jährige.

Aber nicht nur Aberglaube, sondern vor allem die mangelhafte Infrastruktur in den unwegsamen Bergregionen des Hindukusch kostet Menschenleben.

Durch die 23-monatige Ausbildung, welche die Johanniter gemeinsam mit dem lokalen Partner AADA durchführten, konnte Maryam alles über die Versorgung von Schwangeren vor und nach der Geburt sowie den eigentlichen Geburtsvorgang selbst und mögliche Komplikationen lernen. Aber auch Themen wie Familienplanung und Impfungen waren Teil des Lehrplans.

„Ich mache mir schon viele Gedanken darüber, wie ich in Zukunft den Frauen in meiner Heimat beistehen werde“, sagte Maryam damals.

Die meisten der 24 Auszubildenden gingen nach der Ausbildung zurück in ihre Heimatregion, um dort als Hebamme zu helfen und zu arbeiten.

Neuem Leben eine Chance geben

500 Kilometer südwestlich von Mazar-e-Scharif, in der von den Johannitern errichteten Mutter-Kind-Klinik unweit von Kabul, hat die 38-jährige Malima gerade per Kaiserschnitt ihre Tochter Palwashan zur Welt gebracht. Da Palwashan sich in einer problematischen Steißlage befand, empfahl man Malima die Klinik. Denn nur dort können Kinder auch per Kaiserschnitt entbunden werden.

Im August 2013 wurde das Krankenhaus in Mir Bacha Kot eröffnet. Bis zu 200 Patienten kommen seitdem täglich dort hin, um sich helfen zu lassen. Dazu gehören unter anderem die Vor- und Nachsorge von Schwangeren, Impfungen und die Behandlung von Infektionen. Eine neu eingerichtete Blutbank ermöglicht es Familienangehörigen, Blut zu spenden, für den Fall, dass Schwangere bei der Geburt viel Blut verlieren.

Dass die Geburt eines Kindes kein tödliches Risiko sein muss, zeigen die Beispiele von Malima und Maryam. Schon mit medizinischem Basiswissen könnten weltweit acht von zehn Müttern gerettet werden. Mit ihren weltweiten Aktivitäten im Bereich der Mutter-Kind-Gesundheit geben die Johanniter Frauen und ihren Kindern eine Chance fürs Leben.

Gesundheitsprojekte, speziell für Mütter und Kinder, sind ein wichtiger Schwerpunkt der Johanniter Auslandshilfe. 

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