Kambodscha

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Narben der Vergangenheit

Kambodscha hat ein schweres Erbe zu tragen: Jahrzentelange Bürgerkriege und der Terror der Roten Khmer in den 70er Jahren haben das Land und seine Infrastruktur fast vollständig zerstört und zwei Millionen Menschenleben gefordert. Rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung, darunter die geistige Elite des Landes, wurde getötet. Nach den ersten freien Wahlen 1993 musste das tief traumatisierte und verwüstete Land ganz neu beginnen.

Menschen in der Armutsfalle

Der Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen: Bis heute ist Kambodscha eines der ärmsten und am stärksten verminten Länder der Welt. 28 Prozent der Kinder sind untergewichtig und leben unter der Armutsgrenze in wenig entwickelten ländlichen Gebieten. Die wachsende Textil- und Tourismusindustrie gibt zwar großen Anlass zur Hoffnung, doch die kambodschanische Wirtschaft ist von Billiglöhnen geprägt: Zwei US-Dollar am Tag reichen 68 Prozent der Menschen zum Überleben kaum aus. Die Folge sind Hunger und Armut.

Mangelhafte medizinische Versorgung

Neben verheerenden Überschwemmungen hemmt die humanitäre Situation die Entwicklung des Landes. Ein Drittel der Kambodschaner hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Gesundheitsversorgung. Krankheiten wie Cholera, Malaria und Dengue-Fieber grassieren und werden schnell lebensbedrohlich: Etwa fünf Prozent der Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag. Eine weitere Gefahr sind die Millionen von ungeräumten Landminen – mehr als 35.000 Kambodschaner verloren bei Minenunfällen ihr Bein.

Gesundheit und innovative Ideen für die ländliche Bevölkerung

Mit einer einfachen Biogasanlage können Familien ihr eigenes Gas zum Kochen produzieren. Foto: ATEC*

Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation iniziierten die Johanniter im Februar 2011 ein Projekt im Bereich Basisgesundheit. Gemeinde-Gesundheitshelfer wurden in den Provinzen Otdar Meanchey, Preah Vihear, Banteay Meanchey, Mondulkiri, Rattanakiri und Kampong Speu ausgebildet. Zusätzlich renovierten die Johanniter 84 Gesundheitsstationen und statteten sie mit Medizin aus. Das Personal aus 144 Gesundheitsstationen erhielt Fortbildungen zu Gesundheitsthemen. Derzeit unterstützen die Johanniter im Bereich Basisgesundheit die Behandlung von Ohrenkrankheiten in Gesundheitsstationen. In den Fokus rücken aber auch innovative Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel und die Stärkung der Widerstandskraft besonders vulnerabler Gemeinden. Nachdem in den letzten Jahren überflutungssichere Latrinen entwickelt und installiert wurden, wird jetzt das Augenmerk auf eine integrale Landwirtschaft und die Installation von Biogasanlagen zur Energieversorgung in zahlreichen Gemeinden gelegt. So sollen diese in Zukunft weniger anfällig gegen Naturkatastrophen und weniger Risiken ausgesetzt sein.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Nordosten Kambodschas, Provinzen Stung Treng, Kratie Resilienzstärkung von vulnerablen Kleinbauern in 38 Dörfern durch integrale Landwirtschaft, Einkommensmaßnahmen und Bewußtseinsbildung über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit 01.03.2016 – 28.02.2020 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Spenden
Rukhakiri Distrikt, Provinz Battambang Vorsorge und Behandlung von Ohr- und Gehörschäden durch Mittelohrentzündungen 01.07.2016 - 30.06.2017 Siekermann-Stiftung, Müller-Bull-Stiftung
Rukhakiri Distrikt, Provinzen Battambang, Pursat und Kampong Chhnang Vorsorge und Behandlung von Ohr- und Gehörschäden durch Mittelohrentzündungen 01.03.2017 - 28.02.2018 Tereska-Stiftung
Nordöstliche Provinzen Ratanakiri und Mondulkiri Verbesserter Ernährungs- und Gesundheitszustand der ländlichen Bevölkerung durch multisektoralen Ansatz 01.01.2017 - 31.12.2020 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) / Spenden
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Auslandshilfe

Lützowstr. 94
10785 Berlin