Kambodscha

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Narben der Vergangenheit verheilen langsam

Jahrzentelange Bürgerkriege und der Terror der Roten Khmer in den 70er Jahren haben Kambodscha schwer gezeichnet. Rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung, darunter die geistige Elite des Landes, wurde getötet. Nach den ersten freien Wahlen 1993 konnte das traumatisierte Land einen Neuanfang wagen. Seither ist viel geschehen: die nationalen Armutszahlen konnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gesenkt und die gesteckten Milleniumsziele beispielsweise im Bereich der Kindersterblichkeit und der HIV/AIDS-Bekämpfung erreicht werden.

Landbevölkerung in der Armutsfalle

Trotz einiger Erfolge, die mit einem stabilen Wirtschaftswachstum einhergingen, hat ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin keinen Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln. Jeder fünfte Einwohner lebt weiter unter der nationalen Armutsgrenze, jeder siebte Einwohner des Landes galt 2015 als unterernährt. Besonders die Landbevölkerung, die 80 Prozent der gesamten Einwohnerzahl ausmacht, profitiert nur im geringen Maße vom Wachstum in der Textil- und Tourismusbranche. Ihre Lebensgrundlage ist vor allem die Landwirtschaft, der Fischfang und die Forstwirtschaft, die jedoch durch Klimawandel und wirtschaftliche Zwänge immer brüchiger wird. Die hohen Unterernährungsraten haben sich in den letzten zehn Jahren daher kaum verbessert.

Gesundheit und innovative Ideen für die ländliche Bevölkerung

Die Johanniter begannen bereits im Februar 2011 ihr Engagement im Bereich der Basisgesundheit. Heute wird dieser Ansatz durch die Behandlung von Ohrenkrankheiten in ländlichen Gesundheitsstationen erfolgreich fortgeführt. In den vergangenen Jahren rückten aber vor allem die längerfristige Armuts- und Hungerbekämpfung in den Fokus. Dazu gehören innovative Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel und die Stärkung der Widerstandskraft besonders vulnerabler Gemeinden. „Wir bekämpfen verstärkt die Ursachen der Armutsspirale, die leider oft mit mangelnder Hygiene und anschließender Krankheit beginnt", erklärt Projektkoordinatorin Claudia Zehl. Nur ganzheitliche Ansätze, welche gleichzeitig verschiedene Aspekte wie Gesundheit, Wasserversorgung, Zugang zu Nahrungsmitteln und verbesserte Marktbedingungen beinhalten, leisten eine Beitrag zur Armutsminderung und stärken die Menschen gegen zukünftige Naturkatastrophen. Integrale Landwirtschaft , die beispielsweise auch die Installation innovativer Biogasanlagen zur Energieversorgung vorsieht, tragen zur Armutsbekämpfung bei, die derzeit in 65 Gemeinden des Landes über lokale Partnerorganisationen geleistet wird.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Nordosten Kambodschas, Provinzen Stung Treng, Kratie Resilienzstärkung von vulnerablen Kleinbauern in 38 Dörfern durch integrale Landwirtschaft, Einkommensmaßnahmen und Bewußtseinsbildung über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit 01.03.2016 – 28.02.2020 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Spenden
Rukhakiri Distrikt, Provinzen Battambang, Pursat und Kampong Chhnang Vorsorge und Behandlung von Ohr- und Gehörschäden durch Mittelohrentzündungen 01.03.2017 - 28.02.2018 Tereska-Stiftung
Nordöstliche Provinzen Ratanakiri und Mondulkiri Verbesserter Ernährungs- und Gesundheitszustand der ländlichen Bevölkerung durch multisektoralen Ansatz 01.01.2017 - 31.12.2020 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) / Spenden
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Auslandshilfe

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10785 Berlin