Ganzheitliche Unterstützung für indigene Gemeinden

Es braucht nicht viel, um die Schuldenfalle zuschnappen zu lassen: Schlechte Ernährung und mangelnde Hygiene fördern Krankheiten. Krankheiten wiederum zwingen zum Kauf teurer Medikamente, verzögern die Arbeit auf den Feldern und mindern das Einkommen. Betroffene versuchen, sich mit hoch verzinsten Krediten über Wasser zu halten, oder sie verkaufen schlimmstenfalls ihr Land. Besonders indigene Bevölkerungsgruppen im verarmten Nordosten Kambodschas sind dadurch enormen sozioökonomischen Problemen ausgesetzt und viele kommen aus dem Teufelskreis der Armut nicht mehr heraus. Das gefährdet ihre traditionelle Lebensweise und den sozialen Zusammenhalt. Ihre Lebensgrundlage ist neben der Schweine- und Hühnerzucht vor allem der Reisanbau, der nach der traditionellen Wanderlandwirtschaft in Feuchtgebieten betrieben wird.

In Workshops werden Gemeindebewohner über Ernährungs- und Hygienethemen für eine bessere Gesundheit aufgeklärt. Foto: ICSO/JUH

Um die zahlreichen Ursachen der Armut anzugehen, haben die Johanniter Anfang 2017 ein fünfjähriges Projekt in 27 Dörfern der Provinzen Ratanakiri und Mondulkiri mit einem vielfältigen Ansatz gestartet. Vier Dörfer werden beim Bau von Latrinen und veränderten Hygienepraktiken unterstützt, um zunächst die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Tuberkulose-Patienten erhalten Nahrungsmittelhilfen, damit sich ihr Zustand nicht weiter verschlechtert. Die Bevölkerung in gefährdeten Gebieten wird über diese weit verbreitete Krankheit aufgeklärt. Neue Wasserauffangsysteme verbessern zukünftig den Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Workshops werden den Menschen verbesserte Ernährungsgewohnheiten weitergegeben. So wird ihnen in Kochkursen unter anderem gezeigt, wie Mahlzeiten ohne große Verluste von Vitaminen sauber zubereitet werden.

In Kochkursen wird gezeigt, wie man Mahlzeiten besser zubereitet. Foto: ATEC

Damit das Wissen langfristig in den Gemeinden bleibt und weitergetragen wird, werden 68 so genannte Village Saving Groups (VSG) gegründet und ausgebildet. Sie erwerben Kenntnisse und Kompetenzen in den Bereichen Wasser, Hygiene und Basisgesundheitsversorgung, Verwaltung von Finanzen, Planung, Sparmaßnahmen, Kleinkreditmanagement sowie zur Gründung von Kleinstunternehmen.

Der gesamtheitliche Ansatz über einen langen Zeitraum gibt uns die Möglichkeit, vielschichtige Probleme intensiv anzugehen und gemeinsam mit den Gemeinden zu lösen“, erklärt Claudia Zehl, zuständige Projektkoordinatorin der Johanniter-Auslandshilfe. „Wir bekämpfen die Ursachen für die Armut, die oft ihren Anfang in der mangelnden Gesundheit hat und geben den Gemeinden gleichzeitig Werkzeuge in die Hand, um wirtschaftliche und soziale Probleme zu lösen.“

Das Projekt wird mit den lokalen Partnerorganisationen Indigenous Community Support Organisation (ICSO) sowie Human and Health durchgeführt und erreicht über 25000 Menschen in den zwei Provinzen. Drei Viertel der Projektkosten werden durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) getragen.

Wie wir in Kambodscha auch Ressourcen- und Umweltschutz fördern, erfahren Sie hier.

Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

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