Myanmar (Birma)

Im Vielvölkerstaat leben offiziell 135 ethnische Gruppen. Einige dieser Gruppierungen - darunter die Karen - kämpfen weiterhin mit Waffengewalt für mehr politische und kulturelle Autonomie. Die von Minderheiten besiedelten Regionen sind weniger entwickelt, es herrscht große Armut, und oft haben die Menschen keinen Zugang zu öffentlichen Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Die Johanniter engagieren sich seit 2008 in Myanmar mit medizinischer Hilfe und Katastrophenvorsorge, um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Ma Tins Geschichte

Ma Tin ist eine Karen und gehört somit zur zweitgrößten ethnischen Minderheit im Vielvölkerstaat Myanmar. Bereits seit 1948 kämpfen die Karen gegen die birmesische Zentralregierung, und fordern einen unabhängigen Staat. Aufgrund dieser Kämpfe musste Ma Tin im Alter von 16 Jahren aus ihrer Heimat fliehen. Fast 30 Jahre lang lebte sie in einem Flüchtlingslager in Thailand.

„Anfänglich waren wir nur 50 Leute, als ich es verließ waren wir ungefähr 30 000“, erinnert sich Ma Tin.

Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen, UNHCR, schätzt, dass insgesamt noch immer rund 150 000 birmesische Flüchtlinge in Thailand leben. Fast 80 Prozent davon sind Karen.

Dank eines Waffenstillstandes konnte Ma Tin zurück in ihre Heimat. Doch hier steht sie vor dem Nichts. Eine mittlerweile zusammengefallene Bambushütte nennt sie ihr Zuhause. „Ich lebe weiter darin, denn etwas anderes gibt es nicht.“

Unterstützung beim Neuanfang

Die Johanniter haben in den vergangenen Jahren Flüchtlinge wie Ma Tin mit landwirtschaftlichen Geräten, Saatgut und einige Truthähnen unterstützt, um sich eine Zucht aufbauen zu können. Zudem wurde ihnen in Schulungen erklärt, wie sie Felder anlegen und bewirtschaften können. „Viele der Flüchtlinge lebten teilweise über Jahrzehnte nur von den Früchten des Dschungels oder Hilfsleistungen der internationalen Gemeinschaft. Wie sie selbst ein Feld bewirtschaften, eigene Zuchtstationen aufbauen und die Ernte lagern, müssen viele erst neu lernen“, erklärt Nicole Bergmann, Projektkoordinatorin der Johanniter.

Dank der Unterstützung der Johanniter, habe ich nun die Möglichkeit mich selbst zu ernähren und ein Einkommen zu erwirtschaften“, freut sich Ma Tin.

Hilfe für Minenbetroffene

Die Gemeinde Kyauk Kyi in der Region Ost-Bago, im Süden von Myanmar, war für Hilfsorganisationen jahrelang unzugänglich. Kämpfe zwischen der birmanischen Regierung und der Karen National Union, einer Organisation der Karen-Minderheit, trieben große Teile der Bevölkerung in die Flucht. Durch den Einsatz von Landminen ist die verbleibende Bevölkerung bis heute massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Von Minen verletzte oder vertriebene Menschen und ihre Familien haben bislang kaum Unterstützung erhalten. Mit finanzieller Hilfe durch das Auswärtige Amt haben die Johanniter daher gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation „Karen Development Network“ (KDN) verschiedene Maßnahmen gestartet, um in 40 Dörfern der Region das Leben von rund 16 000 Menschen zu verbessern.

Damit Kinder gesund bleiben

Auch im Mon-Staat kommt es immer wieder zu Konflikten.  Der Zugang zu medizinischer Grundversorgung ist unzureichend, viele Menschen leiden an Malaria und Durchfallerkrankungen. Gesundheits- und Hygienethemen stehen nicht in den Lehrplänen der Schulen. Die meisten Schüler und Eltern wissen daher nicht, wie wichtig gesundheitliche Bildung ist und wie sie ihre Gesundheit erfolgreich schützen können. Die Johanniter unterstützen daher Aktivitäten und Kampagnen an 25 Grundschulen, die das Gesundheitsbewusstsein der Schüler, Lehrer, Eltern und der Bevölkerung des Mon-Staates allgemein stärken sollen.

Vorsorge gegen Flut und Dürre

Myanmar leidet jedoch nicht nur an den Folgen eines langen bewaffneten Konflikts, sondern es ist auch eines der für Naturkatastrophen anfälligsten Länder weltweit. Nach Honduras wurde das Land von 1995 bis 2014 am häufigsten von Extremwetterereignissen heimgesucht. Durch Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdrutsche waren zwischen 2002 und 2014 rund 13 Millionen Menschen betroffen. Deshalb haben die Johanniter in Zentral-Myanmar im August 2016 ein Katastrophenvorsorgeprojekt begonnen, um besonders betroffene Menschen besser vorzubereiten und zu stärken.

Um die Menschen in Myanmar langfristig zu unterstützen, sind die Johanniter auf Spenden angewiesen. Bitte helfen Sie mit.


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Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Kyauk Kyi und Shwegyin in Ost-Bago Unterstützung von Minenopfer in 60 Gemeinden 13.02.2016 - 12.02.2018 Auswärtiges Amt, Spenden
Monywa und Pakokku Townships in Zentral-Myanmar Gemeindebasierte Resilienzstärkung gegenüber Natur- und Sekundärkatastrophen 01.08.2016 - 31.07.2019 Auswärtiges Amt, Spendenmittel ADH

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