Myanmar: Schmaler Grat zwischen Krieg und Frieden

In vielen Landesteilen Myanmars kämpfen ethnische Minderheiten gegen die Zentralregierung des Landes. Mit einigen ethnischen Minderheiten wurden zwar Friedensabkommen getroffen, doch die über Jahrzehnte zerstörte Infrastruktur und weiterhin starke Militärpräsenz erschweren ein friedliches Zusammenleben.

Ein Dorf im Karen Staat. Foto: JUH

Über 60 Jahre bekämpften sich die Zentralregierung und die Karen, eine ethnische Minderheit im Osten Myanmars - einer der weltweit am längsten anhaltenden Bürgerkriege. Das Ziel der Karen war ein unabhängiger Staat oder mehr Autonomie von der Zentralregierung in einem föderalen System. Der Konflikt trieb hunderttausende Flüchtlinge nach Thailand, wo sie in Flüchtlingslagern unterkamen, und hinterließ niedergebrannte Dörfer, verminte Felder und unzählige Tote. Erst im Jahr 2012 kam es zu einem Waffenstillstand und 2015 zur Unterzeichnung eines Friedensabkommens.

Internationale Hilfe endet

Seitdem versuchen die Karen sich ein neues Leben in der zerstörten Region aufzubauen. Doch noch immer harren rund hunderttausend Menschen in Thailand in Lagern nahe der Grenze aus. Nun soll die internationale Hilfe in dieser Grenzregion noch dieses Jahr enden. Das bedeutet, dass Lebensmittelhilfen und medizinische Versorgung in der Region nicht mehr verfügbar sind. Viele der Flüchtlinge werden dann nach Myanmar zurückkehren. Doch das kann schwierig werden.

 

Das Vertrauen der Bevölkerung in das Militär ist gestört. So sollen die Karen jetzt in eine Region zurückkehren, aus der sie vor Jahren vor Vergewaltigung, Tod und Gewalt durch das Militär geflohen sind und in der das Militär auch heute noch stark präsent ist,“ sagt Lothar Kinzelmann, Leiter des Johanniter-Büros in Myanmar.

Die Rückkehr wirft noch weitere Fragen auf. „Wohin sie zurückkehren und wie sie überleben sollen, ist nicht geklärt“, so Kinzelmann. Wenn die internationale Hilfe für die Flüchtlinge endet und viele zurückkehren, ist zu erwarten, dass die Bevölkerung in den Gemeinden massiv anwächst. Für einen solchen Zuwachs gibt es laut Kinzelmann noch nicht die nötige Infrastruktur. Er bereiste vor kurzem den Südosten des Landes, wo wir bereits an Projekten zur Verbesserung der notwendigsten Infrastruktur arbeiten. „Da auch nicht geklärt ist, ob die Menschen etwas Land für die Landwirtschaft erhalten, ist noch völlig unklar, wovon die Rückkehrer leben sollen.“

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Verbesserung der Infrastruktur

Im August wurde in Kler Day ein Gesundheitszentrum feierlich eröffnet. Foto: JUH

  • In 39 Dörfern im Hlaingbwe Township konnten wir gemeinsam mit unserem lokalen Partner und mit Unterstützung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine medizinische Infrastruktur schaffen. Mehr als 12.000 Menschen haben so wieder medizinische Versorgung erhalten.
  • Zwei Gesundheitszentren wurden rehabilitiert und ausgestattet und in den Gemeinden wurden Gesundheitshelfer ausgebildet. Sie kümmern sich um die tägliche medizinische Versorgung und sind auch auf Notfälle vorbereitet.
  • In Dörfern, die Zugang zu Quellen haben, installieren wir Wasserversorgungsanlagen und unterstützen die Menschen beim Bau von Latrinen.
  • Den Bauern wird in Schulgärten gezeigt, wie sie Gemüse anlegen können. Dort erhalten sie außerdem Saatgut und Gerätschaften für den Gartenbau und Unterstützung beim Installieren von Bewässerungssystemen. In Trainings werden die Bauern zudem über verbesserte Lagerungsmethoden von Reis und Saatgut geschult.

„Dank dieser Maßnahmen können wir die Bevölkerung in der Region stärken und so einen Beitrag zur friedlichen Integration von Familien leisten, die bereits zurückgekehrt sind“, freut sich Kinzelmann.

Unsere Arbeit in Myanmar braucht Ihre Unterstützung. Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Mit 30 Euro helfen wir einer Familie, einen Garten zur Selbstversorgung anzulegen.

Mit 50 Euro erhält eine Familie 6 Monate lang medizinische Grundversorgung

Mit 110 Euro helfen Sie einer Familie beim Bau einer eigenen Latrine und schützen sie und andere dadurch vor schweren Krankheiten.

 

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Ihr Ansprechpartner Katrin Schmidt

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