Vorsorge gegen Flut und Dürre

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Myanmar leidet nicht nur an den Folgen eines langen bewaffneten Konflikts, sondern es ist auch eines der für Naturkatastrophen anfälligsten Länder weltweit. Nach Honduras wurde das Land von 1995 bis 2014 am häufigsten von Extremwetterereignissen heimgesucht. Durch Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdrutsche waren zwischen 2002 und 2014 rund 13 Millionen Menschen betroffen. Deshalb haben die Johanniter in Zentral-Myanmar im August 2016 ein Katastrophenvorsorgeprojekt begonnen, um besonders betroffene Menschen besser vorzubereiten und zu stärken.

Zu wenig Wasser – oder zu viel

In den zwei Gemeinden Monywa und Pakokku in Zentral-Myanmar fällt nur die Hälfte der sonst im Land üblichen Regenmenge. Die Region gilt als Trockenzone. Doch nur 15 Prozent der landwirtschaftlichen Anbauflächen sind an ein Bewässerungssystem angeschlossen. Ohne regelmäßige Bewässerung fallen die Ernten somit entsprechend schlecht aus.

Ganz anders das Bild bei Monsunregen: Starkregen waschen die ausgedörrten Böden aus, führen zu Erdrutschen oder überschwemmen die Aussaat. Allein im August 2015 zogen schwere Regenfälle durch den Wirbelsturm Komen rund neun Millionen Menschen in Mitleidenschaft. Besonders die Gemeinden Monywa und Pakokku waren betroffen. Wiederholte Schäden und der fehlende Zugang zu Wasser sind vor allem die Ursachen für weit verbreitete Armut und Nahrungsmittelunsicherheit in der Region.

Ausbildung und Unterstützung von Entwicklungskomitees

Hatten die Johanniter und ihre lokale Partnerorganisation The Leprosy Mission Myanmar (TLMM) im Jahr 2015 dort noch mehr als 3700 Menschen mit Nothilfe versorgt, werden nun daran anschließende Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge realisiert. Mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt, Spendengelder und dem Spendenbündnis Aktion Deutschland Hilft werden über einen Zeitraum von drei Jahren in 15 Dörfern zunächst Dorfvertreter aus örtlichen Entwicklungskomitees in gemeindebasierter Katastrophenvorsorge geschult. Sie geben das erlangte Wissen dann an die Bewohner weiter. Gemeinsam werden Risiken erkannt und analysiert sowie Notfallpläne ausgearbeitet.

Die Bewusstseinsbildung über die Risiken ist die Basis für anschließende infrastrukturelle Baumaßnahmen. Je nach Bedarf werden beispielsweise Brücken verstärkt oder Wasserentnahmepunkte instand gesetzt, um bei Extremwetter weniger verwundbar zu sein.

Die Menschen haben nach Katastrophen bereits in Eigeninitiative begonnen, die beschädigte Infrastruktur resistenter wiederaufzubauen“, erklärt Projektkoordinatorin Nicole Bergmann. „Darin wollen wir sie unterstützen und gleichzeitig über Ursachen und Folgen von Naturkatastrophen aufklären sowie Risiken gemeinsam reduzieren.“ 

 Erfahren Sie hier mehr über die Katastrophenvorsorge der Johanniter weltweit

Hygiene-Aufklärung und sanitäre Verbesserungen

Diese Folgen sind vor allem gesundheitlicher Natur: mehr als ein Viertel der rund 22000 im Projekt involvierten Menschen müssen ihre Notdurft unter freiem Himmel oder auf öffentlichen Toiletten verrichten. Besonders bei Überschwemmungen wird das Wasser durch überschwemmte Latrinen oder auf Grund offener Defäkation verunreinigt und es kommt zur Ausbreitung schwerer Magen-Darm-Krankheiten. Ein besonderes Augenmerk liegt deshalb auch auf dem Bau neuer Latrinen, der Verbesserung existierender Installationen und die Aufklärung über Hygiene beim Umgang mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser.

Inklusion benachteiligter Gruppen gesichert

Menschen mit Behinderungen und ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen werden aktiv involviert. Foto: JUH/Minzayar

Darüber hinaus steht für die Johanniter und ihren Partner TLMM innerhalb des Projekts die Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Vordergrund. TLMM hat langjährige Erfahrung bei der Bildung von Selbsthilfegruppen, von denen einige im Projektgebiet aktiv sind. Sie werden maßgeblich an der Umsetzung beteiligt werden und stellen sicher, dass benachteiligte Bevölkerungsgruppen aktiv in den Prozess der Katastrophenvorsorge eingebunden und ihre Belange berücksichtigt werden.

Erfahren Sie hier mehr über unsere Arbeit in Myanmar

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Ihr Ansprechpartner Johanniter-Auslandshilfe

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