Hilfe für afghanische Flüchtlinge

In der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Norden Pakistans haben die Johanniter im Juni 2016 ein Projekt für basismedizinische Hilfe in Flüchtlingscamps gestartet. In den Distrikten Swabi, Nowshehra und Haripur hatten sich in den letzten Jahren afghanische Familien niedergelassen, die vor dem Konflikt im eigenen Land geflohen sind. Insbesondere  schwangere afghanische Frauen wurden vor, während und nach der Geburt betreut, um Komplikationen zu vermeiden.
Unsere Partnerorganisation Frontier Primary Health Care (FPHC) unterhielt zu diesem Zweck zehn Basisgesundheitsstationen, die von freiwilligen Gesundheitshelfern unter Aufsicht von FPHC betrieben wurden. Zusätzlich leistete medizinisches Fachpersonal Aufklärungsarbeit zu den Themen Schwangerschaft und Stillpraktiken, um den Kindern trotz schwieriger Umstände einen guten und gesunden Start ins Leben zu ermöglichen.

Im Juni 2017 wurde ein weiteres Projekt mit dem gleichen Ansatz in zehn weiteren Distrikten begonnen. Während sich die Partnerorganisation SHARP vor allem auf den Schutz von Flüchtlingen gegen Abschiebung und Schikanierung engagiert, fokussieren sich die Johanniter und die Partnerorganisation ICMC auf Basisgesundheitsversorgung, die insgesamt rund 112.000 Menschen erreicht. Die Finanzierung beider Projekte hat die Europäische Kommission (ECHO) übernommen.

Keine eigenen Kapazitäten

Die Hilfe für die afghanischen Flüchtlinge ist dringend notwendig, da Pakistan selbst durch innenpolitische Konflikte, Terror und Kämpfe im Grenzgebiet zu Afghanistan destabilisiert ist. Häufig kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Erdbeben und wiederkehrende Überschwemmungen richten zusätzlich verheerende Schäden an. Die Folgen für die einheimische Bevölkerung sind häufige Vertreibungen, geringe Einkommensmöglichkeiten, Armut und Unterernährung. 41 Millionen Menschen gelten in Pakistan als unterernährt, fast eine Million Menschen sind intern Vertriebene. Trotz dieser Situation haben 1,5 Millionen afghanische Flüchtlinge Zuflucht in Pakistan gesucht, da die Situation im Nachbarland nicht besser ist.

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Ihr Ansprechpartner Linda Zimmermann

Lützowstr. 94
10785 Berlin