Syrien

Unüberschaubare Frontlinien, Tausende Menschen auf der Flucht und keine funktionierende Grundversorgung: der syrische Bürgerkrieg wütet seit 2011 und hat eine tiefe humanitäre Krise weit über die Grenzen Syriens hinaus ausgelöst. Die Johanniter-Auslandshilfe hilft trotz schwieriger Bedingungen den dort ausharrenden Menschen und den Flüchtlingen in den Nachbarländern Jordanien und Libanon, um ihnen eine Lebensperspektive zurückzugeben.

Kein Ende der humanitären Krise in Sicht

Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 haben mehr als 200.000 Menschen ihr Leben verloren. Fast die Hälfte aller Syrer sind laut UN-Angaben auf der Flucht: rund 7,6 Millionen Vertriebene innerhalb ihres Landes und mehr als 3,8 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarstaaten. Das macht den Konflikt zu einer der größten und längsten humanitären Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Durch wiederholte Bombardements von Krankenhäusern und anderen zivilen Einrichtungen wurde bereits mehrfach das Humanitäre Völkerrecht verletzt. Das Recht auf Hilfe für die betroffenen Menschen vor Ort wird damit gefährdet und das Leisten humanitärer Hilfe in den Kriegsgebieten Syriens zu einem enormen Risiko. Dennoch engagiert sich die Johanniter-Auslandshilfe mit lokalen Partnern seit 2013 in dem Land. Projekte im Bereich der Basisgesundheitsversorgung helfen bei der medizinischen Versorgung der Menschen und leisten Schutz vor Krankheiten. Denn ein funktionierendes Gesundheitssystem gibt es in Syrien vielerorts längst nicht mehr.

Die Johanniter helfen Kindern wie Basmala, ihr Traumata zu überwinden und in Jordanien ein wenig Normalität zu erleben.

"Plötzlich gab es draußen einen furchtbaren Knall. Mein Vater stand auf, um nachzusehen. Er öffnete die Tür und fiel sofort zu Boden." Die 11-jährige Basmala verlor bei einem Giftgasangriff in Syrien ihren Vater und ihren großen Bruder. Nach vorübergehender Trennung und tagelanger Odyssee durch Krankenhäuser gelang der Mutter gemeinsam mit ihr und dem jüngeren Bruder die Flucht nach Jordanien. Im Flüchtlingslager werden sie nun mit dem Nötigsten versorgt – doch wer kümmert sich um die seelischen Wunden? Wir haben das Projekt "Geschützte Räume für Kinder" ins Leben gerufen, um den vielen Kindern wie Basmala zu helfen, ein wenig Normalität zu erleben. Lesen Sie hier Basmalas Geschichte.

Grundimmunisierung gegen ansteckende Krankheiten

Flächendeckende Routine-Impfungen für Kinder gibt es in Syrien durch den Bürgerkrieg nicht mehr. Ende 2013 traten deshalb erste Poliomyelitis-Fälle auf. Die Virusinfektion - besser bekannt als Polio oder Kinderlähmung – führt zu Lähmungserscheinungen und kann tödlich sein. Den einzigen Schutz bietet eine mehrfache Impfung. Deshalb führte die Johanniter-Auslandshilfe 2014 gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation und der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes eine Impfkampagne im Süden Syriens durch. 93.000 Kinder wurden immunisiert und 120.000 Menschen über die Verbreitung der Infektion und der Vorsorge aufgeklärt.

Im März 2016 hat eine zweite Impfkampagne begonnen: rund 126.000 Kinder unter fünf Jahren sowie 210.000 Frauen und Mädchen im Alter von 14 bis 49 Jahren erhalten in den kommenden Monaten eine Grundimmunisierung gegen ansteckende Krankheiten wie Masern, Polio oder Tetanus. Teilfinanziert wird das Projekt vom Auswärtigen Amt.

 

Viele Syrer harren seit Jahren in ihrem Land und inmitten des Konflikts ohne eine gesicherte Mindestversorgung aus. Wir wollen ihnen ein Leben in Gesundheit und Würde ermöglichen, auch wenn es unter den jetzigen Umständen nur sehr schwer zu erreichen ist“, erklärt Projektkoordinatorin Anette Müller den riskanten Einsatz.

Medizin und technische Ausstattung für Gesundheitsstationen

Um eine medizinische Grundversorgung zu gewährleisten, hat die Johanniter-Auslandshilfe bereits 2014 medizinische Hilfsgüter nach Syrien geschickt. 30.000 Menschen konnten erreicht werden. Seit März 2016 wird dieses Engagement im Süden des Landes im Zuge der Impfkampagne deutlich ausgeweitet: 15 Basisgesundheitsstationen und sechs mobile Kliniken werden ausgestattet oder neu eingerichtet. Patienten können dort behandelt werden und erhalten bei Bedarf dringend notwendige Medikamente.  Eine regionale gleichmäßige Verteilung der Stationen soll vermeiden, dass die Menschen teure und gefährliche Reisen auf sich nehmen müssen. Die Stationen sind auch Voraussetzung dafür, die Impfkampagnen vollständig durchführen zu können. Das notwendige Personal wird im Nachbarland Jordanien ausgebildet und vorbereitet.

Wie schwer eine Flucht aus Syrien ist, zeigt Ihnen die folgende Grafik. Auf unseren Seiten zu Jordanien und dem Libanon erfahren sie mehr über unser Engagement für die Betroffenen des syrischen Bürgerkriegs.

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