Haiti

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Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben den Karibikstaat Haiti. Nach Schätzungen starben mehr als 316 000 Menschen, mehr als 310 000 wurden verletzt, 1,85 Millionen wurden obdachlos. Die Johanniter waren nach der Katastrophe unmittelbar mit Soforthilfeteams vor Ort und engagieren sich seitdem in vielfältigen Projekten in Haiti. Die Schwerpunkte liegen auf basismedizinischer Versorgung, Katastrophenvorsorge und dem Aufbau eines Rettungsdienstes . Auch die Rehabilitation von Menschen mit körperlichen Behinderungen unterstützen die Johanniter.

Medizinische Versorgung

Bereits vor dem Erdbeben war die medizinische Versorgung in Haiti prekär. Die wenigen vorhandenen Gesundheitsstationen, die es im ländlichen Raum gab, wurden durch das Erdbeben zerstört. Die Johanniter stellten deshalb direkt nach dem Erdbeben die medizinische Versorgung durch ehrenamtliche Ärzteteams und mobile Kliniken sicher. Parallel starteten sie den Wiederaufbau von fünf Gesundheitsstationen im Distrikt Léogâne. Heute erhalten hier mehr als 60 000 Menschen Zugang zu basismedizinischer Versorgung. „Lokale Gesundheitskomitees in den Gemeinden helfen beim Management der Einrichtungen und arbeiten eng mit den staatlichen Stellen zusammen, um die medizinische Versorgung langfristig zu verbessern“, so Birgitta Hahn, Projektkoordinatorin für Haiti. Ziel ist es, die Zentren schrittweise in die Hände des haitianischen Gesundheitsministeriums zu übergeben.

Trainings in Katastrophenvorsorge und sichere Häuser

Ein weiterer Schwerpunkt der Johanniter in Haiti ist die Katastrophenvorsorge. Seit 2011 wurden rund 175 Haitianer zu haupt- und ehrenamtlichen Trainern in Erster Hilfe ausgebildet. Diese haben seitdem mehr als 30 000 Menschen darin geschult, wie man sich im Katastrophenfall adäquat verhält. In einem von Aktion Deutschland Hilft und der AWO International geförderten Projekt mit der Partnerorganisation HelpAge wurden lokale Handwerker und Maurer in katastrophensicherer Bauweise geschult, Häuser besonders armer, älterer Menschen erdbebensicher wiederaufgebaut und Katastrophenschutz-Trainings für die Bevölkerung durchgeführt. Auch erstellte jede Gemeinde, die an dem Projekt beteiligt war, einen eigenen Sicherheitsplan, der Fluchtwege und sichere Zufluchtsorte wie Evakuierungszentren aufzeigt. In einem von der Telekom geförderten Projekt bemühen sich die Johanniter und HelpAge, ab Februar 2015, die Widerstandsfähigkeit der Landbevölkerung in den Distrikten Léogâne und Jacmel langfristig zu stärken.

440 Mitarbeiter für den Rettungsdienst geschult

Ein besonderes Vorhaben der Auslandshilfe ist der Aufbau eines nationalen Rettungsdienstes für Haiti. Mit Fördermitteln der Deutsche Bank Stiftung unterstützen die Johanniter das haitianische Gesundheitsministerium dabei, in der Hauptstadt Port-au-Prince eine Rettungskette aufzubauen. 440 Mitarbeiter des Ambulanzzentrums in Port-au-Prince absolvierten bisher eine Ausbildung im Rettungsdienst und in der ersten Hilfe. „Wichtige Säulen für jede Hilfe zur Selbsthilfe sind die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und die Ausbildung einheimischer Fachkräfte durch Experten“, erläutert Birgitta Hahn den Ansatz der Johanniter

Mobilität für Menschen mit körperlichen Behinderungen

Nach dem Erdbeben blieb zur Rettung vieler schwer verletzter Patienten nur die Notamputation. Mit einer mobilen Orthopädiewerkstatt und Angeboten im Bereich Physiotherapie und psychosoziale Beratung sorgten die Johanniter unmittelbar nach dem Beben für eine Versorgung von Menschen mit Amputationen und anderen Behinderungen. . Mittlerweile wurde die mobile Werkstatt zu einem erdbebensicheren Rehabilitationszentrum mit integrierter Physiotherapie ausgebaut. Die Patienten erhalten hier nicht nur Prothesen, sondern gewöhnen sich dank Physiotherapie auch Schritt für Schritt daran, diese täglich zu tragen. Dazu haben die Johanniter 18 Haitianerinnen und Haitianer zu Orthopädietechnikern, Physiotherapeuten und psychosozialen Betreuern ausgebildet.

Um die langfristige Hilfe in Haiti weiter fortführen zu können, sind die Johanniter auf Spenden angewiesen. Bitte unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Distrikt Léogâne, Grand Goâve, Port-au-Prince Katastrophenvorsorge durch Stärkung der Widerstandsfähigkeit banchteiligter Bevölkerung 01.02.2015 - 29.02.2016 Telekom und Aktion Deutschland Hilft (ADH)
Distrikt Léogâne Basisgesundheitsversorgung mit Schwerpunkt Mutter-Kind-Gesundheit 01.10.2013 - 31.08.2016 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Port-au-Prince, Départment Ouest Aufbau eines haitianischen Rettungsdienstes in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium 01.11.2012 - 30.04.2016 Deutsche Bank Stiftung
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Jutta Meissner

Lützowstr. 94
10785 Berlin