„Für eine professionelle Zukunft gewappnet“

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Begonnen hatte alles nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar 2010. Ein Orthopädietechniker der Johanniter-Auslandshilfe reiste nach Haiti, um Verletzten nach dem Beben eine orthopädietechnische Versorgung zu ermöglichen. Viele Menschen hatten durch herabfallende Trümmer so schwere Quetschungen erlitten, dass Amputationen nötig waren. Eine Anschlussversorgung für sie gab es jedoch nicht. Um diese zu ermöglichen, wurde eine mobile Orthopädiewerkstatt von Florida aus nach Haiti gebracht.

Johanniter bringen eine mobile Orthopädiewerkstatt nach Haiti.

In Haiti sind Fachkräfte Mangelware. Daran wollte die Auslandshilfe ansetzen und ein modernes Berufsbild schaffen. „Viele junge Leute hatten Interesse an einer Ausbildung. Zum Glück haben wir uns in der Vorauswahl durchgesetzt“, freut sich Wilguens, einer der sechs Absolventen.

Ein Team aus sieben Prüfern der Universität Don Bosco und ISPO-Mitglieder aus Kanada hatte im Februar den sechs Studenten die Abschlussprüfung abgenommen. Drei Jahre hatten sich Wilguens, Jean, Jean Gerard, Denis, Guirna und Fabiola auf diese Tage vorbereitet. Die theoretische Ausbildung absolvierten sie an der Universität Don Bosco in Port au Prince, die praktischen Teile in der Johanniter-Werkstatt in Léogâne.

 „Wir haben bei der Arbeit am Patienten außerhalb der Universität schnell unsere eigenen Stärken und Schwächen kennengelernt“, sagt Wilguens. „Ohne Praxis hätten wir nicht verstanden, dass eine Prothese bei aller Perfektion erst dann gut ist, wenn der Patient sie gern trägt.“

Mit dem Erhalt des Zertifikats stehen den Studenten nun viele Türen offen.

 

„Gerade die Praxiserfahrung in einer Orthopädiewerkstatt, die mit einer modernen Ausstattung und hochwertigen Materialien arbeitet, hat uns für unsere professionelle Zukunft gut gewappnet“, sagt Wilguens. „Durch die Unterstützung der Johanniter konnten wir uns schon ein gutes Netzwerk aufbauen, das uns sicher bei der Jobsuche helfen wird.“

Gefragt nach seinen Zukunftsplänen hat Wilguens klare Vorstellungen: Die nächsten fünf Jahre Berufserfahrung sammeln, dann weiter studieren für das ISPO-I-Zertifikat.

„Je höher wir qualifiziert sind, desto besser sind unsere Berufschancen und desto mehr profitieren unsere künftigen Patienten in Haiti.“

"Orthopädietechnik oder gar Nichts"

3 Jahre hat ihre Ausbildung gedauert, jetzt sind sie fertige Orthopädietechniker. Lesen Sie hier das volle Interview mit den ehemaligen Johanniter-Studenten.

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