Unterstützung beim Aufbau des Rettungsdienstes

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Das verheerende Erdbeben vom 12. Januar 2010 offenbarte dramatische Lücken im haitianischen Gesundheitssystem. Ein funktionierendes und effektives Nothilfe- und Rettungswesen existiert im ärmsten Land der westlichen Hemisphäre nicht. Die Johanniter unterstützen das haitianische Gesundheitsministerium beim Aufbau eines Rettungsdienstes.

Die Schnellstraßen, die sogenannten „Routes Nationales“, sind die wichtigsten Verkehrsachsen in Haiti. Schwere Unfälle mit Verletzten sind hier an der Tagesordnung. Trotzdem gab es bisher keine geregelte Versorgung der Unfallopfer:

„Die Verletzten wurden vom erstbesten aufgesammelt und ohne jegliche Aufsicht durch ausgebildete Fachkräfte transportiert“, erinnert sich Andrée.

Der 31-jährige ist einer der 190 Absolventen, die in den vergangenen sechs Monaten eine Grundausbildung im Rettungsdienst bei den Johannitern absolviert haben.

„Erste Hilfe ist in Haiti quasi unbekannt. Wenn die Verletzten nicht schon am Unfallort gestorben waren, tat der unsachgemäße Transport sein übriges. Viele Verletzte starben auf dem Weg ins Krankenhaus oder erlitten langfristige Beeinträchtigungen durch den unsachgemäßen Transport von ungeschulten Leuten.“

Andrée arbeitet heute im Ambulanzzentrum von Port-au-Prince. Hier ist er für den Fuhrpark zuständig. Bereits im Februar 2012 wurde das Ambulanzzentrum vom haitianischen Gesundheitsministerium eröffnet und eine national einheitliche Notrufnummer – die 116 - installiert. Das Zentrum ist das Pilotprojekt für die rettungsdienstliche Versorgung der Einwohner von Port-au-Prince und die angrenzenden Bezirke.  Der brasilianische Staat unterstützte Haiti dabei mit 36  Ambulanzfahrzeugen. Auch ein Call Center zur Bearbeitung der eingehenden Notrufe wurde installiert. Da es jedoch keine rettungsdienstliche Ausbildung in Haiti gab, boten die Johanniter ihre Unterstützung an und erarbeiteten eine Grundausbildung im Rettungswesen für das neu gegründete Schulungszentrum.

An lokale Bedürfnisse angepasste Ausbildung

In den vergangenen zwei Jahren konnten so bereits 190 Mitarbeiter des Ambulanzzentrums in den Basisgrundlagen des Rettungsdienstes geschult werden. Als ausgebildete „Emergency Medical Technicians“ können sie nun die Erstversorgung vor Ort übernehmen. Itherline ist eine der Studentinnen:

„Mein Lieblingsthema während der Ausbildung war die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Der simulierte Patient liegt im Sterben und ich kann ihm das Leben retten. Das hat mich sehr beeindruckt“, berichtet die 29-Jährige.

Nachdem sie ihre Ausbildung erfolgreich beenden konnte, arbeitet die Absolventin nun im Bereitschaftsdienst des Ambulanzzentrums.

Für die kommenden Monate sind weitere Ausbildungsstufen für die Absolventen vorgesehen, an dessen Ende sie einen Abschluss erlangen, der mit einem Rettungssanitäter in Deutschland vergleichbar ist, jedoch auf die lokalen Bedürfnisse und Herausforderungen angepasst ist. Parallel dazu werden die Johanniter auch die Fahrer der Rettungswagen und das Call-Center-Personal fortbilden.

Für die Arbeit in Haiti sind die Johanniter auf Spenden angewiesen. Bitte unterstützen Sie uns.

Die haitianische Gesundheitsministerin Dr. Florence Duperval Guillaume (2.v.l.) übergab persönlich die Zeugnisse an die Absolventen. Fotos: Frederic Dupoux

Die haitianische Gesundheitsministerin Dr. Florence Duperval Guillaume (2.v.l.) übergab persönlich die Zeugnisse an die Absolventen. Fotos: Frederic Dupoux

Mehr über die Arbeit der Johanniter in Haiti erhalten Sie hier.

Die Katastrophenvorsorge ist ein wichtiger Schwerpunkt der Johanniter Auslandshilfe.