Kolumbien

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Die zwei Gesichter Kolumbiens

Kolumbien ist die älteste Demokratie Lateinamerikas. Wirtschaftlich überzeugt das ressourcenreiche Land seit Jahren mit konstantem Wachstum und exportiert erfolgreich Erdöl, Kohle und Kaffee. Gleichzeitig wird die Entwicklung Kolumbiens seit Jahrzehnten von bewaffneten Konflikten, internationalem Drogenhandel, großer Armut und extremer sozialer Ungleichheit gehemmt.

Massive Landvertreibung

Die Kämpfe zwischen Staat, paramilitärischen Kampfverbänden und Guerillagruppen haben 70.000 Menschen das Leben gekostet und rund vier Millionen Menschen von ihrem Heimatort vertrieben. Doch die Landbevölkerung flieht nicht nur vor der Gewalt: Bewaffnete Gruppen vertreiben sie gezielt und besetzen das kostbare Land, um Drogenanbauflächen zu vergrößern. Hinter Millionen von Binnenvertriebenen stehen Millionen von Hektar illegal umverteilten Landes.

Wurzeln der Gewalt

Armut und soziale Ungleichheit sind sowohl Ursache als auch Folge des Dauerkonflikts. Über die Hälfte der Bevölkerung Kolumbiens lebt unterhalb der Armutsgrenze, 17 Prozent gelten als extrem arm. Zwei Drittel des Landbesitzes befindet sich den Händen von nur 0,4 Prozent der Grundbesitzer. Dagegen haben 54 Prozent der Familien im ländlichen Raum kein eigenes Land. Etwas Hoffnung macht nun ein Friedensprozess zwischen den FARC-Rebellen und der kolumbianischen Regierung, der im August 2016 in einem Ende der Kampfhandlungen nach über 50 Jahren mündete. Dennoch existieren weitere bewaffnete Gruppen, welche für große Teile der Zivilbevölkerung eine Bedrohung darstellen. Geplante Reformen und Entschädigungen der Opfer im Rahmen des Friedensvertrages sind Prozesse, der viele Jahre andauern werden.

Leben ohne Perspektive in gewalttätigem Umfeld

Auf der Suche nach Sicherheit ziehen viele vertriebene Familien in die Elendsviertel der Städte und leben ohne Strom, Trinkwasserversorgung und Kanalisation in einem von Gewalt und Kriminalität geprägten Umfeld. Wenige, überfüllte Schulen, geringe Arbeitsmarktchancen, schlechte Gesundheitsversorgung und Mangelernährung bieten den Menschen keine adäquate Lebensperspektive. 

Hilfe für Gewaltvertriebene

Gemeinsam mit der Stiftung „Las Golondrinas“ unterstützen die Johanniter vertriebene Frauen, Kinder und Jugendliche in den Armenvierteln der Stadt Medellín. Um die Lebenssituation der Vertriebenen zu verbessern, erhalten sie seit August 2011 eine Erstversorgung, psychosoziale Betreuung und Hilfe bei der Aufnahme einer Arbeit bzw. der Integration in die Schulwelt. Für die Betreuung von 390 vertriebenen Kinder bauten die Johanniter eine Kindertagesstätte.

Weitere Informationen zur Unterstützung der Opfer des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien erhalten Sie hier.

Lesen Sie hier mehr über den Bau einer Kindertagesstätte in Kolumbien.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Medellín, Comuna 8 "Villa Hermosa" Verbesserung der Lebensbedingungen von intern Vertriebenen und sozial benachteiligten Familien der Comuna 8 01.10.2014 - 31.03.2017 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spenden
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Jutta Meissner

Lützowstr. 94
10785 Berlin