Kolumbien

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Kolumbien gilt als älteste Demokratie Lateinamerikas. Wirtschaftlich wartet das ressourcenreiche Land seit Jahren mit konstantem Wachstum auf und exportiert Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und Kaffee. Gleichzeitig ist die Entwicklung Kolumbiens seit Jahrzehnten von bewaffneten Konflikten, internationalem Drogenhandel, großer Armut und extremer sozialer Ungleichheit geprägt. Hoffnung auf eine friedlichere Zukunft gibt ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und der größten Guerillagruppe FARC-EP, das Ende 2016 unterzeichnet wurde. Die Rebellen haben 2017 ihre Waffen abgegeben und die Rückkehr ins zivile Leben begonnen. Der Weg zur Überwindung der tiefen Spaltung in der Gesellschaft und einem Ende der Gewalt ist trotzdem noch weit.

Massive Landvertreibung

Die jahrzehntelangen Kämpfe zwischen staatlichen Sicherheitskräften, paramilitärischen Milizen und Guerillagruppen haben in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 200.000 Menschen in Kolumbien das Leben gekostet. Über sechs Millionen Menschen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben. Doch die Landbevölkerung flieht nicht nur vor der politischen Gewalt: Bewaffnete Gruppen vertreiben sie gezielt und besetzen das kostbare Land, um Drogenanbauflächen zu vergrößern oder Viehwirtschaft sowie Monokultur zu betreiben. Hinter Millionen von Binnenvertriebenen stehen Millionen von Hektar illegal umverteilten Landes.

Steiniger Weg zu einem dauerhaften Frieden

Armut und soziale Ungleichheit sind sowohl Ursache als auch Folge des bewaffneten Konflikts in Kolumbien, der weiter vielerorts anhält. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, fünf Prozent gelten als extrem arm. Zwei Drittel des Nutzlandes befinden sich den Händen von nur 0,4 Prozent der Grundbesitzer. Dagegen stehen 68 Prozent der Kleinabauernfamilien nur knapp 4 Prozent der Ackerflächen zur Landwirtschaft zur Verfügung. Kolumbien gehört weltweit zu den zehn Ländern mit der höchsten Ungleichheit bei der Einkommens- und Vermögensverteilung. Das Friedensabkommen zwischen den FARC-Rebellen und der kolumbianischen Regierung sieht deshalb unter anderem vor, die extreme Landkonzentration aufzubrechen, Opfer angemessen zu entschädigen und so den Menschen Perspektiven zurückzugeben. Das Problem: es existieren weiterhin bewaffnete Gruppen, welche für große Teile der Zivilbevölkerung eine Bedrohung darstellen. Vereinbarte Reformen und Entschädigungen sind Prozesse, die viele Jahre andauern werden und längst nicht in allen Bereichen von Gesellschaft und Politik auf Zustimmung stoßen.

Zukunft ermöglichen

Seit mehreren Jahren setzen sich die Johanniter gemeinsam mit der lokalen Stiftung „Las Golondrinas“ für vertriebene Frauen, Kinder und Jugendliche in den Armenvierteln der Stadt Medellín ein. Tausende Menschen trafen dort nach der Flucht auf ein kriminelles und aggressives Umfeld, besonders Kinder und Jugendliche waren perspektivlos und dem Druck illegaler Gruppen ausgesetzt. Viele wurden kriminell. Um die Lebenssituation der Vertriebenen zu verbessern, erhielten zahlreiche Eltern und Kinder ab August 2011 eine Erstversorgung, psychosoziale Betreuung und Hilfe bei der Aufnahme einer Arbeit bzw. der Integration in die Schulwelt. Zwei moderne Kindertagesstätten wurden bis heute eingerichtet und ermöglichen hunderten Kindern aus besonders armen Stadtvierteln Medellins ein sicheres und behütetes Umfeld vor dem Schulstart. Die Erfahrungen aus Medellín setzen die Johanniter und die Golondrinas nun in einem weiteren Projekt in ländlichen Gemeinden ein. In der Provinz Cordoba im Norden Kolumbiens werden sieben Kitas renoviert und ausgestattet sowie Sensibilisierungsmaßnahmen bei Eltern und Kindern durchgeführt.

Projektübersicht

Region Projekt Laufzeit Finanzierung
Departamento Córdoba, Gemeinden Montería und San Pelayo Programm zur Verbesserung der Lebensbedingungen intern vertriebener, sozial benachteiligter und marginalisierter Familien 01.11.2015 - 31.12.2018 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spenden
Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Ihr Ansprechpartner Jutta Meissner

Lützowstr. 94
10785 Berlin