Neustart in eine friedliche Zukunft

Der am längsten andauernde bewaffnete Konflikt der westlichen Hemisphäre wurde am 26. September formell beendet. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) unterzeichneten einen Friedensvertrag, der nach mehr als 200.000 Toten und 52 Jahren bewaffneter Auseinandersetzung den Grundstein für Frieden im Land legen soll. Über mehr als vier Jahre verhandelten beide Seiten auf Kuba hinter verschlossenen Türen und beschlossen zahlreiche Vereinbarungen in Kernpunkten wie Substitution des Drogenanbaus, Opferentschädigung oder Landreform.

Auf die anfängliche Euphorie folgte ein schwerer Dämpfer, nachdem nur wenige Tage später eine hauchdünne Mehrheit der Kolumbianer dem Vertrag per Referendum eine Absage erteilte. Nun muss nachverhandelt werden und das Land steht vor immensen Herausforderungen: es existieren weiter bewaffnete Gruppen im Land, welche die Bevölkerung bedrohen, und die Umsetzung tiefgreifender Reformen nach einem endgültigen Friedensvertrag wird viele Jahre benötigen, um die Ursachen für die Gewalt abzubauen.

Bessere Perspektiven für Medellins Kinder

Fast sieben Millionen intern Vertriebene - die höchste Zahl weltweit - sind ein riesiges Erbe, welches auf dem Land lastet und einer Lösung bedarf. Massaker, Morde, Drohungen und Landraub haben viele Menschen in den letzten Jahrzehnten zur Flucht vom Land in die Stadt gezwungen. Die meisten von ihnen wollen nicht zurück und sich stattdessen in den Metropolen Kolumbiens eine neue Zukunft aufbauen. Medellín gehört neben Bogotá zu den kolumbianischen Städten, die den größten Anteil an intern Vertriebenen beherbergt. So leben die Bewohner im Stadtteil Comuna 8 in teilweise illegal errichteten Häusern meist unter einfachsten Bedingungen. Das Einkommensniveau ist sehr gering. 21% der Einwohner haben keine Arbeit oder sind auf Arbeitssuche, der Großteil der Bewohner verdient sein Geld im informellen Arbeitssektor.

Ursache dafür ist auch das geringe Bildungsniveau. Um den Kindern aus den Flüchtlingsfamilien eine bessere Zukunft zu ermöglichen, unterstützen die Johanniter bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation “Fundacion Las Golondrinas” die Familien. Derzeit wird ein großer Kindergarten für mehr als 400 Kinder errichtet. Hier erhalten die Kleinen zukünftig einen geschützten Raum, in dem sie spielen und lernen können. Auch bekommen sie hier täglich mehrere Mahlzeiten und sind so vor Mangel- und Unterernährung geschützt. Ein ähnlicher Kindergarten konnte in der Vergangenheit bereits an anderer Stelle in der Stadt errichtet werden.

Dankesbotschaft der Kitakinder und Mitarbeiter aus Medellín an die Johanniter

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Parallel bieten die Johanniter den Eltern berufsfördernde Maßnahmen an und unterstützen sie bei der Eröffnung eines kleinen Laden oder helfen bei der Arbeitssuche. Dadurch werden die Lebensverhältnisse der Familien insgesamt verbessert und die einst entwurzelten Familien haben die Möglichkeit, auch innerhalb eines schwierigen Umfelds Fuß zu fassen und wieder positiver in die Zukunft zu blicken.

Weitere Informationen zur Johanniter-Hilfe in Kolumbien erhalten Sie hier.

Bitte unterstützen Sie uns bei unserer Arbeit in Kolumbien, um den Kindern eine gute Chance für die Zukunft zu geben.

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"Der Krieg ist nicht unserer..."

Blasina und ihrer Familie leben als Flüchtlinge im eigenen Land.

Von einem Tag auf den anderen änderte sich das Leben der 34-jährigen Blasina und ihrer Familie: bewaffnete, vermummte Männer drangen nachts in ihr Haus ein und nahmen ihren Mann mit - ohne Erklärung. Bis heute weiß sie nichts über seinen Verbleib. Aus Angst verließ sie mit ihren sechs Kindern ihre Heimat und lebt nun als Flüchtling im eigenen Land. Lesen Sie hier die Geschichte ihrer Flucht in Kolumbien.

Ihr Ansprechpartner Jutta Meissner

Lützowstr. 94
10785 Berlin