Darum ist Hilfe notwendig

60 Millionen Menschen sind laut Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) weltweit auf der Flucht - vor Kriegen, bewaffneten Konflikten und Verfolgung. Nach Syrien, Afghanistan und Somalia fliehen die meisten Menschen aus dem Sudan, dem Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Myanmar.

Alltägliche Gewalt

In vielen dieser Länder finden tagtäglich Gräueltaten unvorstellbaren Ausmaßes statt. In ihrer Verzweiflung verlassen die Menschen ihre Heimat und suchen in anderen Regionen des Landes oder in einem der umgebenden Nachbarländer Schutz. So harren bereits im fünften Jahr seit Kriegsbeginn über 3,9 Millionen Syrer in der Türkei, in Jordanien oder im Libanon aus und hoffen auf ein Ende der Gewalt. Sie haben Bombenangriffe, Folter, Hunger, Angst erlebt und stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.

Unwürdige Lebensbedingungen

„Die Menschen leben teilweise in unwürdigsten Bedingungen mit fehlender Infrastruktur, wie unzureichende Wasser- und Stromversorgung. Die Menschen haben auch keine Erlaubnis zu arbeiten. Das macht es ihnen unmöglich, ihre Situation zu verbessern“, beschreibt Walter Berier, Länderbüroleiter der Johanniter in Jordanien, die Lebensbedingungen der Flüchtlinge vor Ort.

Auch in Afghanistan leben Geflüchtete unter sehr schwierigen Umständen. „In Kabul gibt es viele informelle Siedlungen, in denen sich Menschen in provisorischen Unterkünften niedergelassen haben. Da die lokale Regierung diese Siedlungen nicht anerkennt, gibt es dort weder fließend Wasser, noch Gesundheitsdienste oder Schulen“, berichtet Projektkoordinator Andrè Breitenstein. „Im Osten des Landes leben Menschen, die aus Pakistan über die Grenze geflohen sind in Zelten in einem Flüchtlingslager unter ähnlich schlechten Bedingungen.“

Gefährliche Winter

Besonders im Winter brauchen die Menschen in Jordanien, Libanon und Afghanistan dringend Unterstützung. Viele haben keine warme Kleidung oder Decken, ihre Unterkünfte bieten kaum Schutz vor eisigen Temperaturen.

Überfüllte Flüchtlingslager

Auch afrikanische Staaten nehmen Flüchtlinge aus anderen Ländern auf – ein Fakt, über den selten in deutschen Medien berichtet wird. Allein in Afrika südlich der Sahara sind fast 15 Millionen Menschen auf der Flucht. In Turkana, einer der ärmsten und trockensten Regionen Kenias, liegt das Flüchtlingslager Kakuma, unweit der Grenze zum Südsudan. Das Camp, 1992 gegründet und ursprünglich für maximal 125 000 Menschen geplant, ist zurzeit das Zuhause von rund 200 000 Flüchtlingen. Die meisten kommen aus den Bürgerkriegsländern Südsudan und Somalia, aber auch aus der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien und Burundi flüchten ganze Familien nach Kakuma. Ungefähr 20 Nationalitäten leben hier zusammen.

Wer gilt als Flüchtling?

In Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention werden Flüchtlinge als Personen definiert, die sich außerhalb des Landes befinden, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz haben, und die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine begründete Furcht vor Verfolgung haben und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen können oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren können. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Flüchtling weiter gefasst. So findet er auch auf Binnenvertriebene, Umwelt- und Klimaflüchtlinge und Wirtschaftsflüchtlinge Anwendung, obwohl diese im völkerrechtlichen Sinn nicht als Flüchtlinge gelten.

Ihr Ansprechpartner Sandra Lorenz Fachbereichsleiterin Kommunikation Auslandshilfe

Lützowstr. 94
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