Menschen mit Behinderung

Gesellschaftliche Teilhabe für Alle

In den Entwicklungsländern leben mehr als 800 Millionen Menschen mit Behinderung. Ihr Alltag ist oft von Armut und Ausgrenzung geprägt. In Krisensituationen und humanitären Katastrophen sind sie besonders gefährdet, von notwendigen Hilfeleistungen ausgeschlossen zu bleiben.

Um der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung und ihren Familien entgegenzuwirken, vertreten die Johanniter einen inklusiven Ansatz. Inklusion bedeutet, die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen zu gewährleisten. Ihren Ansatz hat die Johanniter Auslandshilfe in einem Handlungsplan zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in konkrete Aktivitäten übersetzt. 32 konkrete Maßnahmen in drei Handlungsfeldern sollen bis Ende 2015 umgesetzt sein.

Der Handlungsplan der Johanniter verbindet einen inklusiven Ansatz mit spezifischen Projekten zur Rehabilitation von Menschen mit Behinderung.

Inklusion beginnt in der eigenen Organisation: Kennen und tragen die Mitarbeiter der Johanniter Auslandshilfe den inklusiven Ansatz? Sind Veranstaltungen und Publikationen barrierefrei? Sensibilisierungsmaßnahmen, Schulungen und unterstützende Richtlinien zum Beispiel zu Barrierefreiheit helfen, die Inklusion in der Auslandshilfe zu verankern.

Das zweite Handlungsfeld zielt darauf ab, die Inklusion in der Planung, Umsetzung und dem Monitoring der Projekte zu verankern. So werden Menschen mit Behinderung immer häufiger in die Gesundheits- und Katastrophenvorsorgeprojekte der Johanniter einbezogen. Gesundheitsdienste und sanitäre Einrichtungen werden beispielsweise mit Unterstützung der Nutzer selbst barrierefrei gestaltet. Das Projektpersonal wird zu Behinderung sensibilisiert und geschult. In der Katastrophenvorsorge werden die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung in den Zielgemeinden erhoben und in Trainings und Evakuierungspläne einbezogen.

Orthopädietechnik und Rehabilitation

Der inklusive Ansatz wird im dritten Handlungsfeld durch Vorgaben für spezifische Rehabilitationsprojekte für und mit Menschen mit Behinderung ergänzt. Im Zentrum stehen die qualitativ hochwertige und nachhaltige Versorgung von Menschen mit Körperbehinderung mit Prothesen, Orthesen und Rollstühlen sowie die gemeindenahe Rehabilitation, die auch Menschen in abgelegenen Gebieten Zugang zu Rehabilitation und Gesundheit eröffnen soll.

Erfolgskontrolle

Die Umsetzung des Handlungsplanes wird jährlich evaluiert und zeigt erste Erfolge auf: Zwischen Mai 2013 und Mai 2014 wurden mehr als 100 Mitarbeiter der Johanniter Auslandshilfe zum Thema Behinderung geschult und mehr als 7500 Menschen in den Projektländern für die Rechte von Menschen mit Behinderung sensibilisiert. In sieben Projektländern wurden 11 Projekte im Bereich Basisgesundheit, Katastrophenvorsorge und -hilfe mit inklusivem Ansatz entwickelt und begonnen. Hinzu kommen 11 spezifische Projekte, über die rund 4500 Menschen Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen erhielten. Das heißt, dass bereits etwa 30 Prozent der Projekte der Auslandshilfe Menschen mit Behinderung im Fokus haben.

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Bündnispartner der Johanniter: Aktion Deutschland hilft, Gemeinsam für Afrika, VENRO und DZI

Johanniter-Handlungsplan zur Inklusion von Menschen mit Behinderung (engl.)

Ihr Ansprechpartner Susanne Wilm Fachberaterin Rehabilitation und Behinderung

Lützowstr. 94
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